Donnerstag, 01.10.2020

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Weißenburgs östlichen Altstadteingang aufwerten

Neben dem Kronprinzen soll ein weiterer kommunalen Wohnungsbau realisiert werden - 29.02.2020 11:31 Uhr

Anstelle des alten Bauernhofs neben dem früheren Gasthof zum Kronprinzen, könnte ein weiterer kommunaler Wohnungsbau in Weißenburg entstehen. Der Bau soll sich von der Niederhofener bis zur Eichstätter Straße erstrecken und zehn bis 15 Wohnungen enthalten.

© Entwurf: Stadtbauamt Weißenburg


Entstehen soll zwischen der Niederhofener und der Eichstätter Straße östlich des früheren Gasthofs "Zum Kronprinzen" anstelle des ehemaligen Bauernhofes (sogenannter Gassla-Bauer) ein langgestrecktes, zweigeschossiges Gebäude, das Platz für zehn bis 15 Wohnungen bietet. Auf der Seite zur Eichstätter Straße hin soll es an das Gebäude der Fahrschule Reuter anschließen.

Der Abbruch des alten Bauernhauses sei förderfähig, berichtete der OB in einem Pressegespräch. Das Förderprogramm des Freistaates Bayern für den Kommunalwohnungsbau existiere noch. Demnach muss die Stadt zehn Prozent der Gesamtkosten selbst tragen. Sie kann sie auch in Form des Grundstückes einbringen, was in diesem Fall ebenso gegeben wäre wie beim Bauprojekt am Birkenweg, wo die Stadt jüngst 15 Wohnungen geschaffen hat.

30 Prozent der Kosten werden über einen staatlichen Zuschuss gedeckt, 60 Prozent über ein äußerst zinsgünstiges Darlehen. "Wir können dort also den Birkenweg 2.0 schaffen", sagt Schröppel.

Den Titel "Unterkünfte für Menschen statt Autos" hat er gewählt, weil sein Herausforderer Tobias Kamm (CSU) im OB-Wahlkampf ein Parkhaus auf dem Gelände des Kronprinzen und des ehemaligen Bauernhofes vorgeschlagen hat.

Ein Wohnungsbau passt nach Ansicht von Schröppel aber wesentlich besser an den Standort und runde das Quartier ab. Denn im Umfeld sei in den vergangenen Jahren viel Wohnungsbau betrieben worden oder werde noch betrieben. Der OB verweist auf die Neubauten auf den ehemaligen Gärtnereien Bauer (Niederhofener Straße) und Löw (Eichstätter Straße) sowie auf dem Neulinger-Gelände.

Bewusst wolle er dazwischen einen "Gegenpol zu den teuren Eigentumswohnungen" setzten. Gleichwohl wäre es nach seiner Lesart "ein Widerspruch, wie er besser nicht geht", wenn man zwischen all die Wohnbauten ein Parkhaus setzen würde.

Um Parkplätze in direkter Näher zur Altstadt zu schaffen, will OB Schröppel den Plerrer umfunktionieren.

© Foto: Entwurf Stadtbauamt Weißenburg


Doch auch für Autostellplätze will Schröppel sorgen und zwar ganz in der Nähe. Sie sollen im Bereich des Plerrers entstehen. Dazu sollen der Pavillon und die Nebengebäude der ehemaligen Glaserei Zettlmeissl samt der früheren Autowerkstatt Holzapfel (heute Muki-Bar) abgerissen werden. Zum Vorschein werden dann Stadtmauerteile sowie ein bisher kaum sichtbarer Stadtmauerturm kommen. An dieser Stelle soll als kurze Gehwegverbindung zum Mohrenzwinger und weiter in die Altstadt auch ein Durchgang geschaffen werden.

Einbezogen in das Parkplatzprojekt soll der bisherige Busbahnhof samt den dort schon vorhandenen Stellplätzen werden. Die gesamte Parkplatzfläche will Schröppel nicht versiegeln. Entlang der Nördlichen Ringstraße soll als Abgrenzung zudem eine Allee gepflanzt werden, am bisherigen Busbahnhof im Bereich des Gehwegs und der Busbucht, um so quasi das "grüne Band um die Altstadt" fortzusetzen.

Realisiert werden könnte der Parkplatzbau in drei Bauabschnitten. Raum wäre für 75 bis 80 Stellplätze. Den Busverkehr will Schröppel künftig dorthin führen, "wo er hingehört", sprich zum Bahnhof, wo entsprechend Busvorfahrten bestehen. Die Schulbusse, die derzeit noch den Plerrer ansteuern, sollen künftig in der Wiesenstraße halten, wo jetzt schon ein Großteil des Schulbusverkehrs abgewickelt wird.

Entsiegelt und begrünt werden soll im Zuge der Maßnahmen die bisherige Stellfläche neben dem Progymnasium an der Ecke Nördliche Ring- und Jahnstraße. Außerdem könnte unweit davon mittelfristig Platz für ein Parkhaus geschaffen werden, nämlich anstelle des bisherigen Ämtergebäudes an der Jahnstraße. Der Bau aus den 1960er-Jahren habe "energetische Defizite" und sei nur schwer zu sanieren", sagt Schröppel.

Dort ist nach seiner Auffassung ein Parkhaus "städtebaulich besser aufgehoben" als im Bereich des Kronprinzen. Das Areal liege etwas tiefer, sodass ein Parkhaus "nicht so aus der Bebauung herausknallt", zumal wenn es außen begrünt werde. Und die fußläufige Anbindung an die Altstadt sei über die zwei nahen Fußgängerüberwege am Progymnasium und dem Restaurant "La Rustica" gegeben.

Den ehemaligen Gasthof "Zum Kronprinzen", das sich im städtischen Besitz befindet und in dem das Jugendzentrum untergebracht ist, müsse natürlich auch saniert werden, gleiches gelte fürs Progymnasium. In den vergangenen Jahren seien aber viele wichtige Großprojekte auf der Agenda gestanden. Nun könne man sich Stück für Stück solchen Aufgaben zuwenden.

ROBERT RENNER

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