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Samstag, 22.02.2020

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Wenig Regen, niedrige Pegelstände

Beim Wasserwirtschaftsamt Ansbach, das auch für den Landkreis zuständig ist, hat man noch keine Sorgenfalten auf der Stirn. - 19.01.2020 07:43 Uhr

Der Große Brombachsee ist aufgrund der geringen Niederschläge im bisherigen Winter noch weit von seinem maximalen Pegelstand entfernt. © Foto: Markus Steiner


Im Wasserwirtschaftsamt Ansbach, das auch über die Pegelstände der Flüsse und Seen im Altmühlfranken wacht, ist man derzeit dennoch entspannt. Zwar zeigen die Flüsse fast durchwegs niedrige Wasserstände, für die Seen gilt jedoch: "Es ist noch alles im grünen Bereich", sagt auch Abteilungsleiter Roland Rösler und erklärt, was genau er damit meint. "Wir haben momentan noch überhaupt keine Einschränkungen zu befürchten, weder bei der Schifffahrt noch bei der öffentlichen Wasserversorgung."

Trotz der momentan "sehr ruhigen Phase", die "ohne Extreme" und "mit sehr mäßigen Winterniederschlägen" daher kommt. So meldet beispielsweise der Große Brombachsee derzeit einen Wasserstand von 407,7 Meter über Normalnull und damit einen niedrigeren Wasserstand als im August 2019 (408,17 m NN).

Wie es aussieht, wird sich das laut der Vorhersage auch nicht ändern, weil keine Niederschläge prognostiziert werden. Am Wasserwirtschaftsamt ist man momentan aber noch guter Hoffnung, dass man das eine oder andere Altmühlhochwasser in den See einleiten kann: "Platz ist momentan jedenfalls noch genug." Das Stauziel des Großen Brombachsees liegt schließlich bei 410,50 Metern (NN, über Normalnull). Von einem Vollstau spricht man erst ab 411,40 Metern (NN).

Keine Trockenperiode

Von einer Trockenperiode kann man in unserer Region dennoch nicht sprechen: Meteorologen bezeichnen die Wetterlage erst dann so, wenn es an mindestens elf aufeinanderfolgenden Tagen Niederschlagshöhen gab, die kleiner oder gleich einem Millimeter Niederschlag pro Tag waren.

Bis Donnerstag waren es lediglich vier Tage in Folge ohne Niederschlag. Eine Situation, von der die beiden Großstädte Ingolstadt und Regensburg vermutlich träumen dürften: Denn dort gab es seit bereits mehr als 21 Tagen überhaupt keine Niederschläge mehr – hier gilt bereits Alarmstufe rot!

Im Unterschied dazu ist die Lage der Seen in Altmühlfranken noch relativ unkritisch: Bei einem Pegel von 407,7 Metern über Normalnull im Großen Brombachsee spricht man noch nicht von Niedrigwasser.

Die meisten Flüsse zeigen jedoch auch in dieser Region bereits niedrige Wasserstände. Auf die tieferen Grundwasservorkommen haben Regenfälle dagegen ohnehin keinen Einfluss, weil die tiefen Grundwasservorkommen Rösler zufolge "ein sehr großes Zeitfenster" benötigen, bis sich die Niederschläge auf den Wasserstand auswirken.

Aus Sicht des Abteilungsleiters am Wasserwirtschaftsamt Ansbach sind dennoch derzeit "noch keine besonderen Maßnahmen" erforderlich. Der Experte und seine Kollegen gehen derzeit aber noch davon aus, dass der Winter auch heuer wieder ausreichend Niederschläge mit sich bringen wird. Wenn nicht, dann könne man ohnehin nichts dagegen machen und müsse mit der Situation leben.

Konstante Pegelstände

Pro Jahr werden durchschnittlich 25 Millionen Kubikmeter (Hoch)Wassser aus dem Altmühlsee in den Großen Brombachsee eingeleitet. Bei Bedarf wird es dann weiter über die Seenkette im Brombachtal in die unterhalb liegenden Flüsse abgegeben. Zwei Zwischendämme begrenzen die Wasserspiegelschwankungen von bis zu sieben Metern auf den Großen Brombachsee und halten die Wasserstände im Kleinen Brombachsee und Igelsbachsee weitgehend konstant. Was auch im Moment noch gut funktioniert, wie die Pegelstände beweisen.

 

MARKUS STEINER

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