Weniger Wasser für die Unken am Nagelberg

Patrick Shaw
Patrick Shaw

Redaktion Treuchtlinger Kurier

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11.3.2021, 06:04 Uhr
Der künstliche Bachlauf, der sich in Form eines „Omega“ quer durch die Wiese der Kriegsgräberstätte am Treuchtlinger Nagelberg schlängelt (vorn im Bild), ist Heimat seltener Gelbbauchunken - und verschlingt bislang viel zu viel Trinkwasser.

Der künstliche Bachlauf, der sich in Form eines „Omega“ quer durch die Wiese der Kriegsgräberstätte am Treuchtlinger Nagelberg schlängelt (vorn im Bild), ist Heimat seltener Gelbbauchunken - und verschlingt bislang viel zu viel Trinkwasser. © Patrick Shaw

Die Gelbbauchunken am Treuchtlinger Nagelberg leben in Luxus, ohne dass sie es wissen oder wollen: Durch ihren künstlichen Bachlauf, der sich in Form eines „Omega“ quer durch die Wiese der Kriegsgräberstätte schlängelt, strömt seit Jahr und Tag bestes Trinkwasser – und seit fünf Jahren auch noch viel zu viel davon. Dass soll sich nach dem Willen des Bauausschusses nun ändern.

Hier entspringt der künstliche Baulauf auf der Kriegsgräberstätte am Treuchtlinger Nagelberg. Auch die

Hier entspringt der künstliche Baulauf auf der Kriegsgräberstätte am Treuchtlinger Nagelberg. Auch die "Quelle" ist aber nicht natürlich: Sie wird aus der Trinkwasserleitung gespeist. © Patrick Shaw

Das Wasser kommt zwischen März und Oktober tagsüber aus der Frischwasserleitung und fließt ohne Kreislauf in die Altmühl ab, was im Stadtrat schon vor einigen Jahren kritisiert wurde. Umweltfreundlicher wäre wohl eine Regenwasserzisterne mit Solaranlage zur Stromgewinnung für die Pumpe, hieß es damals.


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Anlass für die Debatte ist zudem die seit 2016 immer wieder defekte Steuerung, die den Wasserfluss über Magnetventile regelt. Bis zu 3900 Kubikmeter Wasser im Jahr plätscherten deshalb zeitweise durch den Bach – gewollt wären 1600 bis 1800 Kubikmeter. Damit einher gehen unnötige Mehrkosten für die Stadt in Höhe von jährlich bis zu 5500 Euro sowie eine zunehmende Verkeimung des Bachs, die schlechtestenfalls auf die Trinkwasserleitung übergreifen könnte.

Günstiger und besser für die Unkem

Um das Problem in den Griff zu bekommen, soll nun nach einstimmigem Beschluss des Ausschusses ein „Systemtrenner“ eingebaut werden. Dies ist mit Brutto-Baukosten in Höhe von etwa 2100 Euro deutlich günstiger als ein neues System mit Zisterne und soll es ermöglichen, den Wasserlauf in der bestehenden Form zu erhalten.

Letzteres ist der ausdrückliche Wunsch von Volksbund Kriegsgräberfürsorge (der sich auch an den Kosten beteiligt) und Unterer Naturschutzbehörde, wie Bauamtsmitarbeiter Dieter Jänsch erläuterte. Der Wasserverbrauch soll so dauerhaft wieder auf maximal 1800 Kubikmeter pro Jahr reduziert werden. Für die seltenen Gelbbauchunken ist dies sogar gut: Sie mögen ohnehin eher teils stehende und nur zeitweise gefüllte Gewässer.

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