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Werden auf dem Weißenburger Jura Hunde vergiftet?

Ein toter Hund und verdächtige Funde schüren die Angst - 11.02.2018 12:14 Uhr

Wurde vermutlich vergiftet: Die Dalmatiner-Mischlingsdame Alena, die nach einem Spaziergang in Nennslingen auffällige Symptome zeigte und sieben Tage später an den Folgen der Vergiftung verstarb. © privat


Wenn das, was auf Facebook behauptet wird, stimmt, dann ist das – nicht nur für Hundefreunde – schwer zu ertragen. „Achtung, in Nennslingen liegen Giftköder aus!!! Ein Hund ist bereits gestorben.“, lautet ein Post, der mit weinenden und wütenden Smileys versehen ist. In der Folge hagelt es jede Menge Kommentare, von denen einige wegen ihres beleidigenden Inhalts und einem Aufruf zur Gewalt gegen unbekannt nicht zitiert werden können. Eines ist schnell klar: Mit dem mutmaßlichen Täter hätten auch die Hundefreunde nur wenig Mitleid, wenn sie ihn zu fassen bekämen. Für Hinweise auf den mutmaßlichen Hundevergifter im Raum Nennslingen hat ein Privatmann inzwischen eine stattliche Belohnung von 1000 Euro ausgesetzt.

Sachverhalt ist unklar

Eine Dame fasst die Gefühle, die derzeit vermutlich alle Hundebesitzer auf dem Jura haben dürften, so zusammen: „Wird immer schlimmer mit den empathielosen Egoisten, die sich von allem und jedem gestört fühlen. Mein tiefes Mitgefühl an den betroffenen Hundebesitzer. Ist für jeden von uns die größte Angst, dass sowas passiert.“ Eine weitere Userin schreibt einfach nur: „Grauenhaft.“

Gegenüber dem Weißenburger Tagblatt zeigte sich die Besitzerin der verstorbenen Hundedame, die auf den Namen Alena hörte, überzeugt, dass ihr bis dato kerngesunder Hund bei einem ihrer Spaziergänge vergiftet wurde. Ob absichtlich oder zufällig, das lasse sich nicht sagen. Jedenfalls hegt die erfahrene Hundebesitzerin, die schon mehrere Hunde hatte, keinen konkreten Verdacht gegen irgendjemanden.

Weil sie mit Alena jeden Tag andere Routen ging, lasse sich nicht einmal die Region, in der der vergiftete Köder aufgenommen wurde, eingrenzen. Die Vergiftungserscheinungen wurden erst nach und nach massiver, sagte die Nennslingerin. Erst nach sieben Tagen wurden sie dann so schwerwiegend, dass das Tier verstarb. Weil Alenas Besitzerin keine Beweismittel hatte, sei sie auch nicht zur Polizei gegangen. Sie ist aber felsenfest überzeugt: „Alena wurde vergiftet. Ziemlich sicher mit einem Nervengift.“ Sie wolle nicht, dass andere Hundebesitzer in Panik geraten, rät aber generell zur Vorsicht und Wachsamkeit, um anderen Hunden das Schicksal, das Alena erleiden musste, zu ersparen.

Diesen Donnerstag hat ein weiterer Hundebesitzer beim Gassigehen mit seinem Hund zwischen Nennslingen (Bärenhecke) und Burgsalach ein auffälliges Fleischstück am Wegesrand entdeckt. Der Vierbeiner hatte den mutmaßlichen Köder bereits im Maul und spuckte ihn gleich wieder aus. Ob es sich wirklich um einen vergifteten Köder gehandelt hat, ist unklar, soll aber durch eine Analyse geklärt werden. Der Hundebesitzer hat nach unseren Informationen inzwischen die Weißenburger Polizeidienststelle informiert. Dem stellvertretenden Polizeichef Klaus Ziegler zufolge wurden Ermittlungen gegen einen Verstoß gegen das Tierschutz­gesetz eingeleitet und auch der Amts­tierarzt Dr. Georg Lechner hinzuge­zogen.

Vergiftungserscheinungen

Bei einem anderen Hund, der Anfang Januar nach dem Gassigehen in einem Waldstück bei Cronheim Vergiftungserscheinungen zeigte, kam jede Hilfe zu spät. Das Tier konnte nicht mehr gerettet werden. Im Rahmen einer tierärztlichen toxikologischen Un­tersuchung wurde jetzt geklärt, dass der Hund sich mit einem Kontaktinsektizid vergiftet hatte, als er nach einem Waldspaziergang, bei dem er nicht angeleint war, auffällige Symptome zeigte, heftig zitterte und stark speichelte.

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Der hinzugezogene Tierarzt konnte das Tier nicht mehr retten. Im Rahmen der polizeilichen Ermittlungen wurde im Nachgang bekannt, dass das Insektizid, das zum Tod des Hundes führte, bereits seit vielen Jahren in der Landwirtschaft verboten ist. Deshalb wurde ein Strafverfahren eingeleitet, wie der Altmühl-Bote berichtet. Die Polizei Gunzenhausen nimmt zu diesem Vorfall weiterhin Hinweise unter Telefon 0 98 31 / 67 88-0 entgegen.

Markus Steiner

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