19°

Freitag, 24.05.2019

|

Wieder wie neu

Das Kinderheim Gersdorf wurde saniert - 29.12.2018 06:00 Uhr

Freundlicher, geräumiger und kindgerecht: Das Kinderhaus St. Antonius in Gersdorf wurde saniert und kann künftig auch Kleinkinder aufnehmen. Ermöglicht wurde die umfangreiche Sanierung auch durch die „Sternstunden“ des Bayerischen Rundfunks, die gut 600000 Euro beisteuerten. Unter anderem mussten Decken und Böden des 1927 errichteten Hauses mit Eisenträgern verstärkt werden. © Markus Steiner


Bislang konnten die im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen nur bei Pflegefamilien untergebracht werden, die allerdings noch immer Mangelware sind. Das Kinderhaus St. Antonius nahm Kinder erst ab einem Alter von drei Jahren auf, weil das 1927 erbaute Gebäude ohnehin aus allen Nähten platzte. Vor allem die Kinder der Gruppe „Jura“ im zweiten Stock des Heimes lebte in äußerst engen Verhältnissen.

„Etwas Sinnvolles machen“

Als sich das Team um Heimleiter Patric Sedelmeier gemeinsam mit dem Architekten Gedanken machte, wie man das Haus umbauen kann, kam auch die Idee auf, das Kinderheim für Kleinkinder zu öffnen. „Wenn wir schon bauen, dann wollten wir auch etwas Sinnvolles machen“, schildert Sedelmeier den Prozess, der am Anfang nicht mehr als eine Idee war, die dann aber nach und nach immer konkreter wurde.

Eines der neuen Zimmer: Ab sofort nimmt das Kinderheim in Gersdorf auch Kleinkinder auf, damit Geschwisterkinder nicht getrennt werden müssen. © Markus Steiner


Zwar ist der Heimleiter nach wie vor der Meinung, dass kleine Kinder eigentlich nicht in ein Heim, sondern am besten in eine Familie gehören. Aber im Notfall, wenn es schnell gehen muss, sei ein Kinderheim wiederum am besten geeignet, Kindern sehr schnell und kurzfristig zu helfen. Vor allem Geschwisterkinder könnten viel leichter gemeinsam in einem Kinderheim untergebracht werden als in einer Familie und müssten nicht „auseinandergerissen“ werden.

Nachdem das rund 30-köpfige Team des Kinderheims St. Antonius ein pädagogisches Konzept für die neue Kleinkindergruppe erstellt hat, das von der Regierung von Mittelfranken genehmigt werden musste, können fortan bis zu acht Kleinkinder hier untergebracht werden. Entweder alleine, aber auch mit ihren Müttern, zum Beispiel wenn diese minderjährig sind.

Gemütlich: Erzieherin Christina Hirschbeck und Heimleiter Patric Sedelmeier sitzen mit Jugendlichen im neurenovierten Wohnzimmer. © Markus Steiner


Für das Jugendamt bietet das Kinderhaus den Vorteil, dass die Behörde mehr Zeit gewinnt, um sich nach geeigneten Pflegefamilien umzuschauen. Denn generell gibt es für die Kinder, die in Gersdorf landen, zwei Möglichkeiten und Ziele, schildert Sedelmeier: „Das eine ist die Rückführung in die eigene Familie, das andere ist die Verselbstständigung der Kinder, sodass sie eines Tages auf eigenen Beinen stehen können.“

Die Kinder, die länger im Kinderhaus St. Antonius bleiben, haben jetzt kurz vor Weihnachten noch ein tolles Geschenk bekommen. Die Sanierung der Wohngruppe „Jura“ wurde rechtzeitig vor dem Fest noch fertig und ist mit der alten Wohnung nicht mehr vergleichbar. Es gibt neue, helle Räume mit frischen Farben, pflegeleichten Böden, neue Möbel und ein Wohnzimmer mit Flachbildfernseher, Spielekonsole und WLAN auf den Zimmern. Ganz so, wie in den meisten Jugendzimmern auch.

Weitere Nachrichten aus Altmühlfranken

Die Kinder, das merkt man sofort, können sich in den neu renovierten Räumen des Kinderhauses St. Antonius jetzt so richtig wohlfühlen. Vor allem auch wegen der Spenden aus der Benefizaktion „Sternstunden“ des Bayerischen Fernsehens, die den Umbau des Kinderheims mit gut 600000 Euro großzügig unterstützt hat. Geld, das in Gersdorf gut inves-tiert ist. 

Markus Steiner

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus: Gersdorf