Donnerstag, 09.04.2020

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Wodka und Chips bei der Ellinger KaGe

Die Karnevalsgesellschaft hat für die Session 2020 ein starkes Programm. - 13.01.2020 05:41 Uhr

„Wir haben uns so an dich gewöhnt“, sang Alexander Gun als Nachtwächter in der Bütt für den scheidenden Bürgermeister Walter Hasl. © Foto: Robert Maurer


Das Publikum forderte sogar eine Wiederholung des Liedes und so musste Walter Hasl sichtlich bewegt mit auf die Bühne und spielte nach, wie Gun seine Schnupftabakzeremonie beschrieb. Hasl hatte zuvor noch gewitzelt, dass er nun 17 Mal den Rathausschlüssel übergeben und ihn immer wieder am Aschermittwoch zurück erhalten hat, vielleicht werde es in diesem Jahr ja anders, schließlich seien es dann nur noch ein paar Wochen, bis sein Nachfolger ins Rathaus einziehen wird.

Ellingen wird nach dem Willen der Tollitäten Sabina I. und Christian II. zur Kurstadt. Derweil ließ sich das Kinderprinzenpaar Luisa I. und Mattes I. von Präsident Siggi Stöbich jun. in Chips entlohnen. © Foto: Robert Maurer


In Empfang nahmen den Schlüssel Sabina I. (Metzler) und Christian II. (Müller), die die Zahnarztpraxis in Ellingen übernommen und diese in "Die ZahnKur" umbenannt haben. Die Sache mit der Kur zog sich dann als roter Faden durch ihr Regierungsprogramm. Der Fürst wird zum Kurfürst, im Kurcafé gibt als Reminiszenz an die Wurzeln der Prinzessin einen "Russensnack" bestehend aus Wodka mit Wodka und Wodka und garniert mit einer Gurkenschalspirale und Kulturzentrumsleiter Wolfgang Freyberg wird zum General-Kurschatten ernannt. Schauen wir mal, ob die Ellinger Bürgermeisterkandidaten Ideenklau betreiben.

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Inthronisation der KaGe Ellingen 2020

Mit einem tollen Programm hat die KaGe Ellingen die Session 2020 eröffnet. Fünf Stunden spektakulärer Tanz und spaßiger Humor waren geboten.


Unterstützt werden die Tollitäten bei ihren Plänen vom Kinderprinzenpaar Luisa I. (Kleinsteuber) und Mattes I. (Schade) und dem gesamten Hofstaat um Hofmarschall Werner August Knoll. Die beiden Kleinen hatten zwar bei ihrem Gedicht anfangs noch ein bisschen mit Lampenfieber zu kämpfen, doch das glichen sie mit verschmitztem Charme wieder aus. Und spätestens als sie sich von Sitzungspräsident Siggi Stöbich jun. für ihre Dienste in Chips bezahlen ließen, hatten sie die Herzen des Publikums auf ihrer Seite.

Mit Wumms waren die Narren in die fünfte Jahreszeit gestartet. Die von Stöbich live gesungene Eröffnungsnummer glänzte bereits mit ausgefeilter Choreografie (Trainerin: Katharina Schneider). Die Tänzerinnen zogen ebenso wie bei der beeindruckenden Abschlussnummer aus "The Greatest Showman" die Blicke auf sich.

Der Schautanz zum „König der Löwen“ war in jeder Hinsicht ein Hingucker. Man wusste vor lauter Vielfalt oft gar nicht wohin man zuerst schauen sollte. © Foto: Robert Maurer


Dazwischen war ebenfalls jede Menge auf der Bühne in der kleinen Schulturnhalle geboten. Der Jugendschautanz entführte in die Welt von "Vaiana". Madlen Seibold und Corinna Seibold hatten den bekannten Zeichentrickfilm komprimiert und mit den jungen Tänzerinnen und Tänzern liebevoll auf die Bühne gebracht. Die Solisten wurden von Musical-Profi Bernhard Magg trainiert. Nicht vergessen werden dürfen natürlich die fantasievollen Kostüme von Claudia Stretz, Jessica Schwimmer und Daniela Hussendörfer.

Tanzmariechen sind es in dieser Session bei der KaGe zwei: Hannah Lutz und Xenia Attmannspacher arbeiteten sich wirbelnd durch die Welt der Rockmusik. Bei "Highway to Hell" und "I was made for lovin‘ you, Baby" funktionierten sie schon mal das ausgestreckte Bein kurzerhand zur Luftgitarre um. Eine bombenstarke Nummer, die Karina Krach, Verena König und Nicole Angerstein mit den beiden einstudiert hatten.

Udo-Jürgens-Songs im fetzigen Gewand mit russischem Einschlag hatten sich Andrea Fischer und Theresa Krach für die Kindergarde als Musik ausgesucht. Dass Präsident Siggi Stöbich die jungen Tänzerinnen als "die kleinen roten Teufel" ankündigte, war in der Tat nicht zu viel versprochen. Da war richtig Action auf der Bühne.

Die große Prinzengarde – gewohnt in Blau – stand dem natürlich nicht nach und zeigte ebenfalls etliche Tanzbewegungen, die wohl manchem Zuschauer schon vom Hinsehen weh taten. Die Trainerinnen Julia Gruber und Amelie Bethke hatten ganze Arbeit geleistet und neben der wilden Marschnummer eine noch fetzigere Zugabe einstudiert, die die jungen Damen gleich zweimal zeigen mussten. Für die Kostüme zeichneten Michelle Köberl und Alexandra Hausner verantwortlich.

Der Disneyfilm „Vaiana“ bildete die Basis für den peppigen Jugendschautanz. © Foto: Robert Maurer


Optisches Highlight war wieder der Schautanz. Beim "König der Löwen" waren tatsächlich manche Tänzer auf der Bühne, die sich vor Jahren des Stücks schon im Jugendschautanz angenommen hatten. Neben den Löwen waren Zebras und Hyänen, Geparden und Giraffen und noch etliche Tiere mehr auf der Bühne. Man wusste als Zuschauer manchmal gar nicht so recht, wo man hinschauen sollte, weil es gar so viel zu sehen gab. Gut dass wohl jeder den Film kennt und weniger auf die erzählte Geschichte vom Löwen Simba und seinem Weg zum Herrscher achten musste. Mandy Kagerer hat die wunderbaren Kostüme kreiert, Siggi Stöbich sen. bastelte die herrlichen Masken. Und für das Training der Tänzerinnen und Tänzer waren Katharina Schneider und Siggi Stöbich jun. verantwortlich.

Die Geschichte von Sissi und Franz war ganz anders. Die Elferräte sorgten mit einer vogelwilden Interpretation für viele Lacher. © Foto: Robert Maurer


Den skurrilen Schlusspunkt durften auch in dieser Session die Elferräte setzen, die unter der Regie von Sandra Kersting und Mirjam Hartmann und in den aberwitzigen Kostümen von Claudia Stretz und Margit Wild die wahre Geschichte von Sissi und Franz erzählten. Denn die beiden haben sich eigentlich im Öllinger Bräustüberl kennengelernt und überhaupt war da so manches anders als es in den Filmen, im Musical und in den Geschichtsbüchern dargestellt wird. Ein großer Spaß, den die Tänzer mit viel Begeisterung vermittelten.

Dazwischen gab es natürlich noch diverse Tanzrunden (erstmals spielte das Duo "Mix2Max" auf der Inthro) und es wurden auch großzügig Orden verliehen. Dr. Peter Weck hat sich bei der Gestaltung wieder selbst übertroffen und sowohl Beruf als auch die Hobbys des Prinzenpaares eingebaut.

Was diesmal fehlte, war der Tanz der Elferratsfrauen, was aber nicht thematisiert wurde. Das Programm umspannte dennoch gut fünf Stunden, bis Präsident Stöbich in bewährter Weise den Abschluss-Schlachtruf in den Saal hämmerte: "Wir sind die KaGe Ellingen – und das ist es, was wir tun."

 

ROBERT MAURER

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