Wohin sollen die Metzger-Azubis in Altmühlfranken?

11.10.2020, 16:15 Uhr

© Foto: Robert Renner

  Eine Entscheidung hat der Schulausschuss aber auch in der jüngsten Sitzung nicht getroffen. Das Thema stand ohnehin nur als Sachstandsbericht wegen des Umbaus von Fachräumen am Beruflichen Schulzentrum in Gunzenhausen auf der Tagesordnung.

Christian Tontarra, der Sachgebietsleiter für Schulen und Landkreiseinrichtungen am Landratsamt, hatte allerdings nicht wirklich viel Neues zu dem Thema zu sagen. Erfreulicherweise sei die Zahl der Azubis im Fleischereihandwerk (Metzger und Fachverkäuferinnen) auf 15 gestiegen, sagte Tontarra. Somit kam in diesem Schuljahr an der Weißenburger Berufsschule wieder eine 10. Klasse zustande, nachdem es im vergangenen Jahr keine gegeben hatte. Damals war die Azubizahl zu klein. Und auch diesmal musste die Regierung von Mittelfranken eine Ausnahmegenehmigung für eine Minderklasse erteilen. Erst ab 16 Schülern ist die Klassenbildung sicher.

Die Klassen 11 und 12 mussten ohnehin schon länger zum Unterricht nach Fürth. Denn in den späteren Ausbildungsjahren werden die Metzger und die Fachverkäufer getrennt unterrichtet.

Bei den Bäckern ist es klar

Fest steht, dass die Bäcker künftig in Gunzenhausen und nicht mehr in Weißenburg unterrichtet werden sollen. Dann ist man nämlich in Ansbach bereit, auf einen eigenen Bäckersprengel zu verzichten, und würde die Azubis nach Altmühlfranken schicken. Der Weg nach Weißenburg wäre den Ansbachern aber zu weit. Durch die Zusammenlegung wäre die Bäckerausbildung für die nächsten Jahre im Landkreis gesichert.

Und wenn man schon dabei ist, in Gunzenhausen in der ehemaligen Hausmeisterwohnung die Räume für die Bäcker zu schaffen, wäre es sinnvoll, dort auch gleich einen Anbau für die Metzger hinzustellen, hatte im Juni Schulleiter Thomas Grad im Schulausschuss geworben. Er argumentierte mit Synergieeffekten, wenn man alle Nahrungsmittelberufe an einem Standort gebündelt hat. Vertretungen wären einfacher zu organisieren und Kühlräume könnten gemeinsam genutzt werden, nannte er Beispiele.


Die Zukunft der Metzger in Altmühlfranken


Allerdings wäre der Anbau nicht ganz billig. Im Raum stehen rund 280 000 Euro für die Metzger – das ist allerdings keine Kostenschätzung, sondern nur ein Richtwert, der auf dem Platzbedarf von 60 Quadratmetern beruht. Für die Bäcker sind im aktuellen Kreishaushalt bereits 600 000 Euro veranschlagt. Im Juni hatte der Schulausschuss die Verwaltung beauftragt, genauere Zahlen zusammenzutragen. Deshalb stand der Punkt nun erneut auf der Tagesordnung.

Förderung ist nicht ausgeschlossen

Doch es fehlen noch immer Fakten. Tontarra konnte lediglich berichten, dass er in Gesprächen mit der Regierung von Mittelfranken sei und es auch Signale gebe, dass man sich eine Förderung des Umzugs sowohl der Bäcker als auch der Metzger nach Gunzenhausen vorstellen könne. Spruchreif sei das aber noch nicht.

Vor 15 Jahren waren die Ausbildungssprengel in Mittelfranken neu organisiert worden. Bäcker und Metzger wurden fortan in Weißenburg unterrichtet (die Metzger waren vorher in Roth). Doch die Zahl der Azubis in den beiden Handwerksberufen ist seit Jahren rückläufig, deshalb muss man nun erneut über den Zuschnitt der Einzugsgebiete nachdenken.

Bald leere Räume?

Sollten Bäcker und Metzger nach Gunzenhausen wechseln, stehen an der Berufsschule in Weißenburg fünf Räume leer. Aktuell lassen sie sich kaum anderweitig nutzen, obwohl nur an einzelnen Tagen Unterricht hier stattfindet. Doch wegen der Hygienevorgaben in den Nahrungsmittelberufen sind sie gefliest und so aufgebaut, dass sie eine Einheit bilden. Noch gibt es kein Konzept, was mit den Zimmerern geschehen soll, sagte Schulleiter Grad auf Nachfrage. "Wir machen einen Schritt nach dem anderen."

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