Die Altmühl - vom monotonen Kanal zum renaturierten Fluss

28.4.2016, 06:00 Uhr
Spektakuläre Bilder von damals und heute zeigen, wie die Altmühl vor 100 Jahren radikal begradigt und in ein monotones Kanalbett gezwängt wurde - und wie man sie nun wieder renaturiert hat.Ab 1910 wurde die Altmühl zwischen Gunzenhausen und Pappenheim begradigt. 1911 wurde bei Treuchtlingen mit einem Eimerbagger an einem Durchstich gearbeitet. Die weiten Schleifen des natürlichen Flussbettes wurden so einfach abgeschnitten.
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Spektakuläre Bilder von damals und heute zeigen, wie die Altmühl vor 100 Jahren radikal begradigt und in ein monotones Kanalbett gezwängt wurde - und wie man sie nun wieder renaturiert hat.Ab 1910 wurde die Altmühl zwischen Gunzenhausen und Pappenheim begradigt. 1911 wurde bei Treuchtlingen mit einem Eimerbagger an einem Durchstich gearbeitet. Die weiten Schleifen des natürlichen Flussbettes wurden so einfach abgeschnitten. © Kulturbauamt Weißenburg

Man sperrte die Altmühl in einen engen Kanal ein. Hier wird 1914 eine eiserne Unterführung eingebaut.
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Man sperrte die Altmühl in einen engen Kanal ein. Hier wird 1914 eine eiserne Unterführung eingebaut. © Kulturbauamt Weißenburg

Mit diesem Greifbagger erfolgte 1916 ein Altmühl-Durchstich. Durch das Abschneiden der natürlichen Fluss-Schleifen wurde die Altmühl in diesem Abschnitt um 20 Prozent verkürzt.
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Mit diesem Greifbagger erfolgte 1916 ein Altmühl-Durchstich. Durch das Abschneiden der natürlichen Fluss-Schleifen wurde die Altmühl in diesem Abschnitt um 20 Prozent verkürzt. © Kulturbauamt Weißenburg

Für den Umbau der Altmühl war schweres Gerät im Einsatz, hier 1916 ein Greifbagger in Aha bei Gunzenhausen. Die Kanalisierung der Altmühl erfolgte, weil die weiten Talauen zuvor oft überschwemmt wurden, was zu großen Schäden bei landwirtschaftlichen Flächen und Siedlungen führte.
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Für den Umbau der Altmühl war schweres Gerät im Einsatz, hier 1916 ein Greifbagger in Aha bei Gunzenhausen. Die Kanalisierung der Altmühl erfolgte, weil die weiten Talauen zuvor oft überschwemmt wurden, was zu großen Schäden bei landwirtschaftlichen Flächen und Siedlungen führte. © Kulturbauamt Weißenburg

Um Hochwasser, wie hier im März 1914 bei Pappenheim, zu vermeiden, wurde die Altmühl kanalisiert. So sollte das Wasser schneller wegfließen. Außerdem gewann man durch die Trockenlegung der Altmühl-Schleifen zusätzliche Ackerflächen.
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Um Hochwasser, wie hier im März 1914 bei Pappenheim, zu vermeiden, wurde die Altmühl kanalisiert. So sollte das Wasser schneller wegfließen. Außerdem gewann man durch die Trockenlegung der Altmühl-Schleifen zusätzliche Ackerflächen. © Kulturbauamt Weißenburg

Kleine Förderbahnen waren im Einsatz, um das Material abzutransportieren, hier 1912 bei Lengenfeld. Trotz des großen Aufwandes: Die Maßnahmen hatten keinen Erfolg. Weil die Altmühl kaum Gefälle aufweist, floss das Wasser trotzdem nicht schnell ab. Es überflutete weiterhin die Talauen.
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Kleine Förderbahnen waren im Einsatz, um das Material abzutransportieren, hier 1912 bei Lengenfeld. Trotz des großen Aufwandes: Die Maßnahmen hatten keinen Erfolg. Weil die Altmühl kaum Gefälle aufweist, floss das Wasser trotzdem nicht schnell ab. Es überflutete weiterhin die Talauen. © Kulturbauamt Weißenburg

Der ökologische Schaden der Begradigung, hier bei Treuchtlingen, war enorm.
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Der ökologische Schaden der Begradigung, hier bei Treuchtlingen, war enorm. © Kulturbauamt Weißenburg

Monströse Apparate halfen den Arbeitern 1911 bei einem Durchstich bei Treuchtlingen.
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Monströse Apparate halfen den Arbeitern 1911 bei einem Durchstich bei Treuchtlingen. © Kulturbauamt Weißenburg

Harte Handarbeit war nötig, um die Altmühl in ihr neues Bett zu zwängen (hier im September 1913 bei Ehlheim).
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Harte Handarbeit war nötig, um die Altmühl in ihr neues Bett zu zwängen (hier im September 1913 bei Ehlheim). © Kulturbauamt Weißenburg

Abenteuerlich für heutige Augen sehen die gewaltigen Maschinen aus, mit denen 1912 bei Lengenfeld an einem Durchstich gearbeitet wurde. Hier wurde gleichzeitig Druckwasser ausgepumpt.
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Abenteuerlich für heutige Augen sehen die gewaltigen Maschinen aus, mit denen 1912 bei Lengenfeld an einem Durchstich gearbeitet wurde. Hier wurde gleichzeitig Druckwasser ausgepumpt. © Kulturbauamt Weißenburg

Um den ökologischen Schaden an der Altmühl zu korrigieren, hat man ab 1999 den 23 Kilometer langen Flussabschnitt zwischen Gunzenhausen und Pappenheim renaturiert. Schweres Gerät rückte an, um alte Schleifen zu reaktivieren und Nebenarme zu schaffen.
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Um den ökologischen Schaden an der Altmühl zu korrigieren, hat man ab 1999 den 23 Kilometer langen Flussabschnitt zwischen Gunzenhausen und Pappenheim renaturiert. Schweres Gerät rückte an, um alte Schleifen zu reaktivieren und Nebenarme zu schaffen. © Wasserwirtschaftsamt Ansbach

Bagger sorgten dafür, dass neue Gewässerarme angeschlossen wurden.
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Bagger sorgten dafür, dass neue Gewässerarme angeschlossen wurden. © Wasserwirtschaftsamt Ansbach

Seit zehn Jahren werden vom Wasserwirtschaftsamt Ansbach für die Aktion BayernTourNatur Bootstouren organisiert, um der Bevölkerung die umgestalteten Gewässerabschnitte der Mittleren Altmühl in unterschiedlichen Entwicklungsstadien vorzustellen.
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Seit zehn Jahren werden vom Wasserwirtschaftsamt Ansbach für die Aktion BayernTourNatur Bootstouren organisiert, um der Bevölkerung die umgestalteten Gewässerabschnitte der Mittleren Altmühl in unterschiedlichen Entwicklungsstadien vorzustellen. © Wasserwirtschaftsamt Ansbach

Diese 2008 bei Ehlheim entstandene Luftaufnahme zeigt gut, wie der renaturierten Altmühl wieder Platz gegeben wird, um sich in weiten Schleifen und mit mehreren Nebenarmen durch das Tal zu schlängeln.
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Diese 2008 bei Ehlheim entstandene Luftaufnahme zeigt gut, wie der renaturierten Altmühl wieder Platz gegeben wird, um sich in weiten Schleifen und mit mehreren Nebenarmen durch das Tal zu schlängeln. © Limes-Luftbild

Auch bei Trommetsheim kann man von oben hervorragend sehen, wie den Altmühlarmen Raum gegeben wurde.
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Auch bei Trommetsheim kann man von oben hervorragend sehen, wie den Altmühlarmen Raum gegeben wurde. © Limes-Luftbild

In Gunzenhausen fließt die Altmühl noch in einem monotonen Kanalbett. Ab 2018 soll auch dieser Abschnitt renaturiert werden. Bei der Umgestaltung soll auch eine Insel mit Aussichtsturm entstehen. Die Ufer werden flach gestaltet und sind künftig gut zugänglich.
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In Gunzenhausen fließt die Altmühl noch in einem monotonen Kanalbett. Ab 2018 soll auch dieser Abschnitt renaturiert werden. Bei der Umgestaltung soll auch eine Insel mit Aussichtsturm entstehen. Die Ufer werden flach gestaltet und sind künftig gut zugänglich. © Limes-Luftbild