Schlafen im Saunagarten: Kommt ein "Sleeperoo" in die Altmühltherme?

18.2.2021, 06:01 Uhr
Badleiter Ulrich Schumann kann sich am ehesten eine Übernachtungsmöglichkeit im Saunagarten oder im Thermalgarten (im Bereich rund um das große Außenbecken) vorstellen. Praktikabel wäre das nur in den Sommermonaten.

Badleiter Ulrich Schumann kann sich am ehesten eine Übernachtungsmöglichkeit im Saunagarten oder im Thermalgarten (im Bereich rund um das große Außenbecken) vorstellen. Praktikabel wäre das nur in den Sommermonaten. © Foto: Günther Trescher

Ein Erwachen im Saunagarten, das ist vielleicht der große Traum von so manch einem langjährigen Thermengast. Man schlägt die Augen auf und befindet sich inmitten einer Wellness-Landschaft. Zehn Schritte barfuß über eine von Morgentau benetzte Wiese, und schon landet man in der lauschig warmen Schienenbus-Sauna mit Blick auf die Altmühl. Die Treuchtlinger Tourismuschefin, Stefanie Gruzca, sowie der Leiter der Altmühltherme, Ulrich Schumann, sind sich sicher, dass sich ein solches Übernachtungskonzept grundsätzlich gut verkaufen könnte. Ob der Teufel im Detail liegt, wird sich allerdings noch zeigen müssen. Denn aktuell befinden sich die Planungen zum Übernachten in der Therme noch in ihrer Anfangsphase.

Eine gute Infrastruktur

Eine Liegefläche, Stauraum und Panoramafenster auf drei Quadratmetern – das macht den Sleeperoo-Würfel aus. Ob man in der Therme künftig ihn oder eine ähnliche Unterkunft buchen kann, ist noch nicht entschieden.

Eine Liegefläche, Stauraum und Panoramafenster auf drei Quadratmetern – das macht den Sleeperoo-Würfel aus. Ob man in der Therme künftig ihn oder eine ähnliche Unterkunft buchen kann, ist noch nicht entschieden. © Foto: Sleeperoo

Erstmalig aufgetaucht ist der Gedanke, in der Altmühltherme eine Art Winter-Standort für den zeltartigen Würfel des Start-Ups Sleeperoo einzurichten, im vergangenen Frühjahr. Ungefähr zeitgleich sprachen damals zum einen die Altmühltherme und zum anderen die Kur- und Touristinformation mit dem Hamburger Unternehmen. Letztlich fiel die erste Wahl des Start-Ups auf die Obere Veste hoch über den Dächern der Altmühlstadt. Auf dem Bergfried wird es ab April eine Übernachtungsmöglichkeit "in exklusivem Ambiente" geben, die Kooperation läuft testweise für ein halbes Jahr. Die Pläne für die Therme sind aber deshalb längst noch nicht vom Tisch. Im Gegenteil: Badleiter Ulrich Schumann wird in den kommenden Monaten gespannt darauf schauen, wie sich die Nachfrage für den ersten "Cube" (englisch für "Würfel") entwickelt.

Wie Schumann in der jüngsten Sitzung des Werks- und Bäderauschusses anmerkte, gebe es in der Altmühltherme "noch mehr als auf der Burg die nötige Infrastruktur vor Ort", die einen Aufenthalt im Sleeperoo-Cube attraktiv machen könnte. In unmittelbarer Nähe zum Schlafplatz gibt es dort neben Wellness und sanitären Einrichtungen auch ein Restaurant für die Verpflegung der Übernachtungsgäste. Diese würden allerdings auch einen Schlüssel erhalten, damit sie die Therme für Ausflüge verlassen und anschließend wieder zurückkommen können.

Laut dem Leiter der Altmühltherme wolle man ein solches Projekt nur dann realisieren, wenn es wirtschaftlich rentabel, Image-fördernd und für den normalen Badegast nicht störend ist. Aus diesem Grund habe man die ursprüngliche Idee von Sleeperoo, in den Wintermonaten einen Schlafplatz im Innenbereich zu errichten, abgelehnt. Dies wäre nicht nur aufgrund der dort vorherrschenden Temperatur von über 30 Grad aus Schumanns Sicht undenkbar – es ließe sich auch mit dem Regelbetrieb nicht gut vereinbaren. Dass dann aus Haftungsgründen ein zusätzlicher Nachtwächter eingestellt werden müsste, der darauf achtet, dass die Übernachtungsgäste nicht nachts in der Therme schwimmen gehen, war ein weiteres K.O.-Kriterium.

Nachts in der Therme

Stattdessen plant die Therme nun eine Übernachtung, die zeitgleich wie jene auf dem Bergfried von April bis Oktober im Freien verfügbar sein soll. Konkret könnten die Schlafplätze im Saunagarten oder Thermalgarten errichtet werden. Die Übernachtungsgäste würden dann gemeinsam mit den normalen Besuchern die Therme benutzen und könnten, sobald diese die Pforten schließt, als einzige Personen im Außenbereich der Therme verbleiben.

Ob und wann eine solche Übernachtungsmöglichkeit auf dem Areal der Altmühltherme entstehen kann, werden künftige Gespräche mit Sleeperoo zeigen. Die unmittelbare Nähe zum Übernachtungswürfel auf dem Bergfried wäre laut Schumann jedenfalls unproblematisch. Sleeperoo legt zwar grundsätzlich Wert auf den Gebietsschutz und hält möglichst Abstand zwischen den Übernachtungsplätzen – in Treuchtlingen wäre der Anbieter aber in beiden Fällen die Stadt.

Es könnte auch ein anderer Anbieter werden

Aktuell pausieren die Gespräche mit dem Start-Up, da die Therme zunächst in einen Regelbetrieb, wenn möglich ohne Einlass-Beschränkungen, zurückkehren will.

Auch die Entscheidung bezüglich des Anbieters ist längst noch nicht gefallen. Aus wirtschaftlicher Sicht wäre es für die Altmühltherme freilich gewinnbringender, nicht nur eine Aufwandsentschädigung pro Übernachtung zu bekommen, sondern den gesamten Umsatz einzustreichen. "Es gibt zahlreiche Hersteller, bei denen man eine Übernachtungsmöglichkeit, die ähnlich kompakt wie der Sleeperoo-Cube sind, leasen oder kaufen kann", erklärt Schumann. Damit auch befreundete Paare und Kollegen später einmal gemeinsam in der Therme nächtigen können, könnte sich der Badleiter vorstellen, insgesamt drei bis vier Schlafplätze auf einmal anzubieten. Garniert werden könnte das ganze dann auch noch mit einer lauschigen Feuerstelle.

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