Bürger sollen Vorschläge machen

Wie soll der neue Platz in Pappenheim heißen?

25.7.2021, 17:14 Uhr
Der neue Platz an der Deisinger Straße beweist immer mehr seine  Aufenthaltsqualität. Wie er heißen soll, ist bislang noch unklar – nun sind die  Bürger aufgerufen, bei der Namensfindung zu helfen.

Der neue Platz an der Deisinger Straße beweist immer mehr seine Aufenthaltsqualität. Wie er heißen soll, ist bislang noch unklar – nun sind die Bürger aufgerufen, bei der Namensfindung zu helfen. © Jürgen Leykamm, NN

Im Pappenheimer Stadtrat stellte die CSU einen Antrag auf Benennung des Platzes und hatte gleich eine Reihe von Vorschlägen dabei. Außerdem sollen die Bürger beteiligt werden. In der nächsten Rathaus-Info wird ein Blatt beigelegt, auf dem die Bürger ihre Ideen einreichen oder sich für einen der Vorschläge aussprechen können.

Nach der Sommerpause will der Stadtrat dann die Rückmeldungen auswerten, über den Namen entscheiden und ihn bekanntgeben. So wurde es bei der jüngsten Sitzung im Evangelischen Bildungs- und Tagungszentrum einstimmig beschlossen.

Gräfin Ursula oder Josef Nachtmann

Sophie Wurm stellte bei dem Treffen die einzelnen Optionen vor. So brachte sie als Namenspaten etwa Gräfin Ursula zu Pappenheim ins Spiel. Die 2018 Verstorbene war die letzte Gräfin zu Pappenheim, die den Namen des mehr als 1000 Jahre alten Adelsgeschlechts trug. Sie war bei der Bevölkerung zudem außergewöhnlich beliebt.

Mit Josef Nachtmann hat man einen zweiten Pappenheimer der jüngeren Zeitgeschichte als möglichen Namenspaten für den Platz. Der 2020 verstorbene Nachtmann war 30 Jahre lang Bürgermeister und prägte die Stadt grundlegend.

Auch einen Heinrich-Mangold-Platz könnte sich Wurm gut vorstellen. Der Maler lebte von 1908 bis 2003 in der Altmühlstadt, genoss überregionales Ansehen und vermachte vieler seiner Werke der Stadt, die damit ein eigenes Museum bestückt hat. Sein malerischer Blick auf das Altmühltal ist heute noch in vielen Wohnzimmern der Region präsent.

Erheblicher kürzer war die Wirkungszeit des berühmten Physikers und Nobelpreisträgers Werner Heisenberg, der in seiner Jugend im Jahre 1920 eine Nacht auf der Pappenheimer Burg verbrachte und dort eine Art religiöse Erweckung hatte. Auch er könnte nach Meinung der CSU ein potenzieller Namenspate für den Platz sein.

Der vielleicht natürlichste Kandidat wäre eine Benennung in Lämmermannplatz. Es würde die Erinnerung an das abgerissene Haus, dessen früheren Besitzer und nicht zuletzt ein in Pappenheim früher legendäres Café aufrechterhalten. Mit der Benennung Wallenstein- oder Schillerplatz würde man dagegen dem berühmten Pappenheimer-Zitat aus dem Werk von Schiller ein Denkmal setzen.

Weitere Vorschläge

In der Stadtratssitzung erweiterte Anette Pappler von der SPD die Vorschlagsliste um den Namen „Neuer Platz“. Sie gab an, dass damit gezeigt werden sollte, dass man sich bei der Benennung der Zukunft und nicht der Vergangenheit zuwende. Astrid Weddige (Grüne) sprach sich für „Dr.Häberlein Platz“ aus. Der Pappenheimer Landarzt aus dem 19. Jahrhundert hat den ersten Archäopteryx von einem Langenaltheimer Steinbrecher erworben und machte ihn bekannt. Beide Vorschläge wurden auf die Auswahlliste genommen, auch wenn Wurm klar feststellte, dass ihr beide nicht gefallen. Sie wolle aber Kompromissbereitschaft zeigen.

Auf der Liste der mit Pappenheim verbundenen weltberühmten Personen hätte sich auch Jerome David Salinger ("Der Fänger im Roggen") gut gemacht. Der Schriftsteller gilt als einer der prägendsten und zudem geheimnisumwittertsten Autoren des 20. Jahrhundert. Wie erst vor wenigen Jahren öffentlich wurde, hatte er kurz nach dem Krieg in Pappenheim geheiratet.

Kritik an gesperrten Parkplätzen

Im Umfeld des neu zu benennenden Platzes gibt es im Moment im Übrigen auch noch anderweitig Diskussionsbedarf. Aufgrund einer Kunstaktion ist so mancher Parkplatz in der Deisingerstraße gesperrt. „Darüber echauffieren sich ehemalige Kommunalpolitiker an den Stammtischen,“ kommentierte Bürgermeister Florian Gallus. Mit der Maßnahme wolle man vermeiden, dass das eine oder andere Kunstwerk beschädigt beziehungsweise der Blick auf es verstellt wird.

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