"Wir sind Franken": Thüringer wollen zu Bayern gehören

15.9.2015, 13:58 Uhr
Schwarze Henne neben dem Rechen: Frankenfahne im Garten eines Privatmannes in Schleusingen im Landkreis Hildburghausen im südlichen Thüringen.

Schwarze Henne neben dem Rechen: Frankenfahne im Garten eines Privatmannes in Schleusingen im Landkreis Hildburghausen im südlichen Thüringen. © Lothar Beck

"Unsere Bratwurst ist fränkisch, unser Dialekt ist fränkisch, unsere Kerwa ist fränkisch", sagt der Vorsitzende des Vereins "Henneberg-Itzgrund-Franken", Martin Truckenbrodt. Zusammen mit seinen Mitstreitern will er sich nicht damit abfinden, "dass in den Medien in unserer Region fränkisches Brauchtum fast immer als thüringisches Brauchtum bezeichnet wird".

Der Landstrich südlich des Rennsteigs sei ab dem 6. Jahrhundert systematisch von Franken besiedelt worden. Mentalität, Kultur, Brauchtum, Sprache und historische Architektur - überall hätten mehr als 1000 Jahre fränkischer Einfluss nachhaltig Spuren hinterlassen.

Ein Lichtblick ist immerhin die Mitgliedschaft von Stadt und Landkreis Sonneberg in der Metropolregion Nürnberg seit dem Jahr 2014. Außerdem war erst im März 2015 der ebenfalls länderübergreifende Tourismusverein "Coburg.Rennsteig - grenzenlos fränkisch" gegründet worden.

Gegenwärtig wehren sich die Landkreise Hildburghausen und Sonneberg gegen eine Gebietsreform in Thüringen. Unter Hinweis auf die traditionell sehr guten Verbindungen nach Franken drohten die beiden Gebietskörperschaften mit der Abwanderung nach Bayern.

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