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Wird der Fürther Lokschuppen zum Jugendzentrum?

Schallschutzgutachter müssen klären, ob Anwohner ausreichend geschützt wären - 02.11.2019 10:00 Uhr

Der Fürther Lokschuppen ist einer der ältesten noch erhaltenen Deutschlands. Seit ein paar Jahren soll ein Schutzdach den weiteren Verfall aufhalten.


Was sie wollen, wissen die Aktivisten der Aktion Protestgarten schon ziemlich genau. Bereits im Januar legten sie der Stadt ein sorgfältig ausgearbeitetes Konzept für das selbstverwaltete soziokulturelle Zentrum vor, das sie schaffen möchten.

Es soll insbesondere junge Menschen zwischen 15 und 30 aus der alternativen Szene ansprechen und ihnen Raum geben, um sich kreativ zu entfalten, aber auch um einfach miteinander Zeit zu verbringen und zu feiern. Sie sollen sich dort "frei von gesellschaftlichem und ökonomischem Druck" und "frei von Diskriminierung" ausprobieren können, wie es im Konzept heißt – ähnlich, wie es die Kofferfabrik früheren Generationen ermöglichte. Ein Ort für Subkultur soll das Zentrum sein, aber auch ein Ausgehort. Der nämlich fehle dem jungen, alternativen Publikum bislang in der Großstadt Fürth.

Die Stadtspitze zeigte sich offen dafür und brachte jüngst, nach längerer Suche, den früheren Lokschuppen der Bahn in der Nähe der U-Bahn-Station Stadtgrenze als potenziellen Standort ins Spiel. Das denkmalgeschützte Gebäude und seine Anbauten wurden bis Ende der 80er Jahre von der DB genutzt und danach lange dem Verfall überlassen. Inzwischen gehören sie dem Fürther Immobilienunternehmen P & P.

Beim Festival der Aktion Protestgarten Ende September kündigte Oberbürgermeister Thomas Jung persönlich an: Man werde prüfen, ob sich die drei Gebäudeteile für das Vorhaben eignen. Eine der wichtigen Fragen wird ein Schallschutzgutachter zu klären haben: Wären Anwohner ausreichend vor Lärm geschützt? "Wir dürfen die Erfahrung der Gustavstraße nicht wegschieben", sagte Jung jetzt den FN. "Wir müssen das sorgfältig machen."

Bis 5 Uhr

Mitglieder der Aktion Protestgarten haben die wichtigsten Bedingungen, die der Standort erfüllen müsste, nun festgelegt: Es müssen im Gebäude regelmäßig Veranstaltungen bis 5 Uhr möglich sein. Die Aktivisten verweisen darauf, dass der Club "Frieda" an der Freiheit zeige, dass so etwas geht. "Noch einen Laden, der nur bis 2 Uhr offen hat, braucht man nicht in Fürth", sagt Tim Steinheimer von der Aktion Protestgarten.

Außerdem wolle man die Außenfläche nutzen, als Biergarten oder für Konzerte (nicht bis 5 Uhr). Erst wenn klar ist, ob beides möglich ist, will die Aktion Protestgarten in die detailliertere Planung einsteigen.

Grundsätzlich würde den Mitgliedern der Lokschuppen gefallen: Die Lage sei gut, sagt Steinheimer, und der 120 Quadratmeter große "Saal" würde sich super für Veranstaltungen mit bis zu 200 Leuten eignen. Zudem stünden weitere Räume in den Anbauten zur Verfügung.

Zu den Zielen, die die Gruppe mit dem Zentrum verfolgt, gehört übrigens auch dies: der Politikverdrossenheit und dem Populismus entgegenzuwirken. Indem junge Menschen mitgestalten können und Verantwortung übernehmen.

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