Würgassen: Rundgang durch ein leeres Kernkraftwerk

20.6.2017, 06:00 Uhr
Von außen sieht das Kernkraftwerk in Würgassen im Weserbergland noch aus wie zu Betriebszeiten. Doch bereits seit 1994 wird hier kein Strom mehr produziert. Das Gebäude wurde seither komplett ausgehöhlt, alle verstrahlten Bauteile wurden entfernt. Seit August 2014 ist der nukleare Rückbau abgeschlossen.
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Von außen sieht das Kernkraftwerk in Würgassen im Weserbergland noch aus wie zu Betriebszeiten. Doch bereits seit 1994 wird hier kein Strom mehr produziert. Das Gebäude wurde seither komplett ausgehöhlt, alle verstrahlten Bauteile wurden entfernt. Seit August 2014 ist der nukleare Rückbau abgeschlossen. © Martin Müller

Einstmals gab es hier strenge Zugangskontrollen, bewaffnetes Wachpersonal und Strahlungsmessungen bei Betreten und Verlassen des Geländes. Heute sind keine Messungen mehr nötig, die Gebäude wurden
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Einstmals gab es hier strenge Zugangskontrollen, bewaffnetes Wachpersonal und Strahlungsmessungen bei Betreten und Verlassen des Geländes. Heute sind keine Messungen mehr nötig, die Gebäude wurden "freigemessen" und senden keine bedenkliche Strahlung mehr aus. © Martin Müller

Wo einstmals schwere Maschinen wummerten und dicke Rohre die Hallen durchzogen, herrscht heute nur noch gespenstische Leere. Auch die Gleise, die durch das Kraftwerk führten, wurden entfernt. Heute zeugen noch tiefe Rillen davon.
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Wo einstmals schwere Maschinen wummerten und dicke Rohre die Hallen durchzogen, herrscht heute nur noch gespenstische Leere. Auch die Gleise, die durch das Kraftwerk führten, wurden entfernt. Heute zeugen noch tiefe Rillen davon. © Martin Müller

Jede Fläche wird genauestens gekennzeichnet und untersucht.
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Jede Fläche wird genauestens gekennzeichnet und untersucht. "S" bedeutet hierbei "Sonderfläche", "B" steht für "Boden", "D" für "Decke" und "W" für Wand. © Martin Müller

Weil es im Kraftwerk keine Aufzüge mehr gibt, muss man beim Rundgang gut zu Fuß sein. Bis auf eine Höhe von 41 Metern muss man im Treppenhaus hinauf.
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Weil es im Kraftwerk keine Aufzüge mehr gibt, muss man beim Rundgang gut zu Fuß sein. Bis auf eine Höhe von 41 Metern muss man im Treppenhaus hinauf. © Martin Müller

Die riesige Halle des Turbinenflurs war das Zentrum der Demontage, durch das häufig ein Höllenlärm dröhnte. Heute herrscht hier gespenstische Stille.
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Die riesige Halle des Turbinenflurs war das Zentrum der Demontage, durch das häufig ein Höllenlärm dröhnte. Heute herrscht hier gespenstische Stille. © Martin Müller

Eine beinahe apokalyptische Szenerie herrscht in dem leeren, nur fahl beleuchteten Kraftwerk. Hinter einer spärlichen Absperrung geht es 40 Meter in die Tiefe.
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Eine beinahe apokalyptische Szenerie herrscht in dem leeren, nur fahl beleuchteten Kraftwerk. Hinter einer spärlichen Absperrung geht es 40 Meter in die Tiefe. © Martin Müller

Wo einst Brennelemente im Wasser lagerten, regiert heute das Nichts.
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Wo einst Brennelemente im Wasser lagerten, regiert heute das Nichts. © Martin Müller

Reichlich unheimlich ist es, durch den Beton-Sarkophag des Kraftwerks zu laufen. Überall lauern Stolperfallen in Form tiefer Löcher im Boden.
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Reichlich unheimlich ist es, durch den Beton-Sarkophag des Kraftwerks zu laufen. Überall lauern Stolperfallen in Form tiefer Löcher im Boden. © Martin Müller

Winzig klein fühlt man sich im ehemaligen Reaktorgebäude. Wo früher das Reaktordruckgefäß saß, ist heute eine Ruinenlandschaft.
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Winzig klein fühlt man sich im ehemaligen Reaktorgebäude. Wo früher das Reaktordruckgefäß saß, ist heute eine Ruinenlandschaft. © Martin Müller

Hier war die Strahlung besonders hoch, hier musste man besonders viel Material abtragen, um die gesundheitsschädliche Radioaktivität zu entfernen.
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Hier war die Strahlung besonders hoch, hier musste man besonders viel Material abtragen, um die gesundheitsschädliche Radioaktivität zu entfernen. © Martin Müller

Die Brennelemente gingen gleich nach der Stilllegung des Kraftwerks zur Wiederaufbereitung und sind nicht mehr auf dem Gelände. Die anderen verstrahlten Materialien befinden sich aber noch in gelben Containern und Fässern in zwei Zwischenlagern auf dem Gelände in Würgassen. Ab 2022 könnten sie ins Endlager im Schacht Konrad transportiert werden. Wahrscheinlicher ist aber, dass sich die Fertigstellung des Endlagers weiter verzögert.
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Die Brennelemente gingen gleich nach der Stilllegung des Kraftwerks zur Wiederaufbereitung und sind nicht mehr auf dem Gelände. Die anderen verstrahlten Materialien befinden sich aber noch in gelben Containern und Fässern in zwei Zwischenlagern auf dem Gelände in Würgassen. Ab 2022 könnten sie ins Endlager im Schacht Konrad transportiert werden. Wahrscheinlicher ist aber, dass sich die Fertigstellung des Endlagers weiter verzögert. © Martin Müller

Der ehemalige Abflusskanal hin zur Weser wurde nicht zugeschüttet, weil er heute als wertvolles Feuchtbiotop Lebensraum für Amphibien spendet.
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Der ehemalige Abflusskanal hin zur Weser wurde nicht zugeschüttet, weil er heute als wertvolles Feuchtbiotop Lebensraum für Amphibien spendet. © Martin Müller