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Zahl der Kirchenaustritte in fränkischen Städten auf historischem Hoch

Immer mehr Menschen verlassen die Kirchen - 26.06.2020 15:54 Uhr

Je rund 270.000 Katholiken und Evangeliken sind im vergangenen Jahr aus der Kirche ausgetreten.

© Ralf Rödel, NN


Nach der aktuellen Statistik von katholischer Deutscher Bischofskonferenz (DBK) und Evangelischer Kirche in Deutschland (EKD) sind 272.700 Katholiken aus ihrer Kirche ausgetreten. Das ist im Vergleich zum Vorjahr ein Anstieg um 26,2 Prozent. Bei den Protestanten sind es mit rund 270.000 (22 Prozent) Gläubigen fast ebenso viele.

Der evangelischen Landeskirche in Bayern haben 32.387 Gläubige den Rücken gekehrt. Im Vorjahr waren es noch knapp 5000 weniger. Im Freistaat gibt es jetzt 2,3 Millionen Protestanten bei gut sechs Millionen Katholiken — das ist fast die Hälfte der Gesamtbevölkerung.

Nürnberg, Erlangen und Fürth sind Spitzenreiter

Das katholische Erzbistum Bamberg verzeichnet mit einem Anstieg um 27,7 Prozent — also etwas mehr als der Bundesdurchschnitt — einen Verlust von 8170 Menschen im Vergleich zu 2018. Jetzt gehören dem Erzbistum 657.391 Katholiken an. Zum Vergleich: Vor zehn Jahren waren es noch 717.329.

Im Großraum Nürnberg, Erlangen, Fürth sowie in der Universitätsstadt Bamberg seien die Austrittszahlen besonders hoch, heißt es im Erzbistum. Im ländlichen Raum seien die eher niedriger. Ähnlich stellt sich die Lage im Bistum Eichstätt dar. Hier sind im vergangenen Jahr 4492 Kirchenmitglieder (2018: 3866) ausgetreten. Insgesamt leben in diesem Bistum jetzt 386.798 Katholiken.

Die Bischöfe sind in Sorge

Die Bischöfe beider christlicher Kirche betrachten die Entwicklung mit Sorge. Man müsse sie realistisch betrachten, meinte Bambergs Erzbischof Ludwig Schick, ihr zugleich aber engagiert begegnen. Er plädierte für eine authentische Verkündigung, lebensdienliche Gottesdienste und eine Caritas, die sich der hilfsbedürftigen Mitmenschen annehme.


So viele wie noch nie: 2019 gab es 64.000 Kirchenaustritte in Bayern


Der evangelische Landesbischof und EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm meinte, jeder einzelne Austritt schmerze ihn. Die EKD kündigte an, die erhöhten Austrittszahlen vom eigenen Sozialwissenschaftlichen Institut untersuchen lassen zu wollen. Die Generation, für die eine Kirchenmitgliedschaft selbstverständlich sei, werde, so Bedford-Strohm, immer älter. Und die jüngere Generation wende sich der Kirche dann zu, wenn sie vom christlichen Glauben überzeugt sei und erlebe, dass ihr die Mitgliedschaft in der Kirche etwa gebe. Die müsse man „aktiv davon überzeugen, dass der Glaube eine gute und stärkende Lebensgrundlage ist“.


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