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Zahlen stiegen deutlich an: Würzburg ist erneut Corona-Hotspot

Auflagen wurden mehrfach verschärft - 16.09.2020 05:53 Uhr

Würzburg hat erneut mit vielen Corona-Fällen zu kämpfen.

© Foto: NEWS 5/Höfig


52 Personen, die in Verbindung mit der von Sars-CoV-2 verursachten Lungenkrankheit starben, listet die Statistik des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) aktuell für die unterfränkische Kommune auf. Zum Vergleich: Für Nürnberg, das etwa viermal so viele Einwohner hat, sind beim LGL derzeit 56 Corona-Tote dokumentiert.

Zweithöchste Rate in Bayern

Nun ist Würzburg erneut zu einem Corona-Hotspot geworden, in dem unter anderem etliche Gymnasisten in Quarantäne geschickt worden sind. Gestern meldete das LGL 64,90 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage für die kreisfreie Stadt. Das ist nach der Stadt Kaufbeuren, die zuletzt bei der sogenannten 7-Tage-Inzidenz einen Wert von 75,18 aufwies, die zweithöchste Infektionsrate in ganz Bayern.


Corona in Nürnberg und der Region: Das ist der aktuelle Stand


Der entscheidende Unterschied ist, dass die hohen Zahlen in Kaufbeuren in erster Linie auf einen Corona-Ausbruch in einem Alten- und Pflegeheim zurückzuführen sind. Das Infektionsgeschehen in der 44.000-Einwohner-Stadt im Allgäu ist deshalb relativ gut beherrschbar, während in Würzburg vor allem bei Reiserückkehrern und bei jungen Personen Infektionen mit Sars-CoV-2 diagnostiziert worden sind.

Die zuständigen Behörden haben die corona-bedingten Beschränkungen in der unterfränkischen Kommune deshalb mehrfach ausgeweitet. Unter anderem reagierte die Stadt mit einem nächtlichen Alkoholverbot. Ab 22 Uhr darf in der Würzburger Innenstadt kein Alkohol ausgeschenkt oder verkauft werden. Auch der Verkauf von Speisen ist ab diesem Zeitpunkt verboten, ebenso der Konsum von alkoholischen Getränken an öffentlichen Plätzen wie Parks oder dem Mainufer.


Wegen steigender Corona-Zahlen in Würzburg: Alkoholverbot ab 22 Uhr


Des Weiteren wurden die Kontaktbeschränkungen verschärft (im öffentlichen Raum dürfen nur noch Gruppen mit maximal fünf Personen unterwegs sein) und die zulässigen Teilnehmerzahlen bei Privatfeiern reduziert. Angesichts der vielen infizierten Reiserückkehrer dürfen außerdem aus Risikogebieten gekommene Personen ihre häusliche Quarantäne erst verlassen, wenn innerhalb von fünf bis sieben Tagen ein zweiter Corona-Test mit negativem Ergebnis stattgefunden hat.

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Risikogebiet für Schleswig-Holstein

Wegen der hohen Infektionszahlen wurde die Stadt Würzburg ebenso wie der Landkreis Garmisch-Partenkirchen von Schleswig-Holstein als Risikogebiet eingestuft. Reisende oder Personen, die aus diesen Orten kommen, müssen sich in dem norddeutschen Bundesland also derzeit in Quarantäne begeben. In Garmisch-Partenkirchen lag die 7-Tage-Inzidenz zuletzt bei 57,65, nachdem eine hochinfektiöse US- Amerikanerin trotz Krankheitssymptomen und Quarantäneauflage durch Bars gezogen war. Unter anderem haben sich in der "Edelweiss Lodge" der US-Streitkräfte für Soldaten und deren Familien, wo die Frau beschäftigt ist, 25 Menschen mit dem Virus infiziert.

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André Ammer Region und Bayern E-Mail

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