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Montag, 26.08.2019

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Altes Arbeitsamt wird zum Hotel

Baubeginn Frühjahr 2012 - 23.05.2011 07:00 Uhr

Das alte Arbeitsamt aus den fünfziger Jahren wird nicht durch einen markanten Neubau ersetzt. Es wird optisch aufgerüstet und zu einem Hotel umgebaut. © Roland Fengler


Baubeginn wird im Frühjahr 2012 sein. Kochinvest hat das rund 2600 Quadratmeter große Grundstück mit dem alten Arbeitsamt von der Maritim-Gruppe erworben und hat auch schon einen Hotelbetreiber, so Koch. Das neue Hotel wird zwischen 150 und 160 Betten haben. Die Investitionssumme liegt bei 25 Millionen Euro.

Seit 2009 versucht Kochinvest das alte Arbeitsamt und den maroden, ebenfalls leerstehenden Deutschen Hof einer neuen Nutzung zuzuführen. Beide Areale befinden sich in bester Innenstadtlage. Die Option auf den Deutschen Hof hat Koch jetzt an den Grundstücksbesitzer, die Maritim-Gruppe, zurückgegeben und steht nur noch, wenn gewünscht, als Berater zur Verfügung. Seine Gruppe konzentriert sich an dieser Stelle jetzt ausschließlich auf das alte Arbeitsamt.

„Wir hatten viele Denkansätze und haben auch einen Wettbewerb für beide Grundstücke durchgeführt“, sagt Koch. Am Ende aller Debatten und Diskussionen mit der Stadt sowie den Erfahrungen mit dem Neubau am Zeltnereck hat der Immobilienentwickler die Idee, einen Neubau zu errichten, verworfen: „Wir haben uns entschieden, nicht mehr mit einem kühnen Architekturentwurf agieren zu wollen.“ Koch hatte den Eindruck, dass nur noch Traufhöhe und Satteldach von Bedeutung seien.

Noch keine Lösung gibt es für den maroden Deutschen Hof. Die Bahn hat jetzt erstmals Interesse signalisiert.


Das Arbeitsamt aus den fünfziger Jahren werde deshalb nicht abgerissen, sondern elegant modernisiert. „Es wird optisch aufgerüstet“, sagt Koch. Das Dachgeschoss werde luftiger als bisher gestaltet. Es bleibt bei den vier Etagen. Koch und seine Mannschaft haben zwei Jahre lang versucht, mit der Deutschen Bahn Gespräche über eine Erweiterung des Verkehrsmuseums zum Altstadtring hin zu führen. Ein denkbares Ziel sei gewesen, möglicherweise den Nachbau des Adlers am Frauentorgraben auszustellen, um so mehr Aufmerksamkeit auf das Museum zu ziehen. Es gab auch Pläne für ein „Railroad-Themenhaus“ (ein interaktives Eisenbahnumseum), doch der Bahnvorstand habe keine ernsthaften Verhandlungen geführt. Erst bei der Verabschiedung vom Leiter des Verkehrsmuseums, Jürgen Franzke, Anfang Mai habe es Signale von Bahnchef Rüdiger Grube gegeben, doch einmal mit der Stadt die Möglichkeiten der Museumserweiterung auszuloten. Bei diesen Verhandlungen geht es aber nur noch um den Deutschen Hof.

Der im vergangenen Jahr überraschend gestorbene Geschäftsführende Direktor des Staatstheaters, Albrecht Döderlein, hatte 2009 die Idee gehabt, den Keller des Deutschen Hofs zu nutzen: Geplant war, unter der Lessingstraße durchzugehen, um Platz für eine neue Bühnentechnik der Oper zu schaffen. Laut Koch kann die Oper ihre Kapazitäten nicht nutzen, weil sie über keine Verschiebebühne verfügt und Bühnenbilder deshalb aufwendig auf- und abgebaut werden müssen. Oper und Verkehrsmuseum hätten den Platz im Deutschen Hof gut gebrauchen können. Wie die Gespräche zwischen Bahn und Stadt ausgehen werden, ist völlig offen. Fest steht nur, dass Bahnchef Grube seit Monaten bearbeitet wird, dass es doch noch zu einer optimalen Lösung kommt: Neben OB Ulrich Maly haben noch der frühere bayerische Ministerpräsident Günther Beckstein sowie der SPD-Bundestagsabgeordnete und Bahn-Spezialist Martin Burkert geholfen, das Projekt voranzubringen.

  

André Fischer E-Mail

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