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Das Kirchenmilieu Eichstätts

Einblicke in eine verschwiegene Welt - 11.09.2020 14:45 Uhr

Richard Auer

© Franz Besendörfer


Das liegt daran, dass Auer nicht nur einfach eine literarische Leiche in die Landschaft legt, sondern die Region auch wirklich kennt, über die er da schreibt. Seine Krimis bettet er stets in ein Thema ein, das in der Gegend zwischen Ingolstadt, Eichstätt und Weißenburg auch  tatsächlich eine Rolle spielt. Ein Thema, das sie eigen macht, über das man unterhaltsam, lehrreich und spannend erzählen kann. Wenn man denn etwas darüber weiß. Und das tut Auer.

Denn seit rund drei Jahrzehnten ist er als Journalist im Altmühltal zwischen Treuchtlingen und Eichstätt unterwegs. Und es gibt wenige Jobs, die einen besser auf ein Dasein als Krimischriftsteller vorbereiten als der Lokaljournalismus, wo es grundsätzlich stark menschelt und man den großen und kleinen Dramen des Lebens nahekommt.

„Reliquienraub“ beschäftigt sich mit einem Domvikar, der tot in der Altmühl treibt, und den Gebeinen des Heiligen Willibald, die auf einmal nicht mehr im Dom zu finden sind. Kommissar Mike Morgenstern und sein Kollege Peter Hecht tauchen tief ein in das katholische Bistums-Milieu der Domstadt, was für den überwiegend protestantischen Altmühlfranken allein schon einigen Erkenntnisgewinn bietet.

Aus hiesiger Sicht ist es auch eine nette Geste Auers, das er seine Geschichten stets auch zu einigen Ausflügen über die Landkreisgrenze Richtung Weißenburg-Gunzenhausen schickt. Und so sind Morgenstern und Hecht dann eben auch mal in Solnhofen und Ellingen unterwegs. Vor allem die Deutschordensstadt spielt in Reliquienraub keine ganz unwichtige Rolle. Klar, als katholische Enklave inmitten der ungläubigen Protestanten.     

 

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