Samstag, 22.02.2020

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Die drei von der Soho-Baustelle

Vor fünf Jahren bekam Weißenburg eine Disco - 14.02.2020 09:06 Uhr

Die drei von der Soho-Baustelle © Jan Stephan


Dass der Laden fünf Jahre nach der Eröffnung rundum solide läuft, dürfte ein Grund sein, dass nicht dramatisch viele graue Haare neu hinzukamen. Denn inzwischen ist klar, dass das, was sich Peter Berschneider, Tobias Weißhaupt und Toni Dittmann gedacht hatten, eingetroffen ist. Ja, es gab einen Bedarf für einen modernen, sauber geführten Club in Weißenburg und ja, es kann einem Club in Weißenburg gelingen, Gäste auch aus dem weiteren Umland abzuholen.

Längst hat man sich daran gewöhnt, dass es in der 18000-
Einwohner-Stadt eine moderne Disco auf großstädtischem Niveau gibt. Dabei vergisst man allerdings, was für ein Politikum das bei den letzten Kommunalwahlen war. Und man unterschätzt auch, was sich Berschneider, Weißhaupt und Dittmann damit eigentlich getraut hatten. Weder vor fünf Jahren noch heute ist es die Zeit für Disco-Neueröffnungen. Erst recht nicht auf dem Land, erst recht nicht in eigens dafür gebauten Gebäuden. 

„Unser Fünf-Jahres-Plan ist weitgehend so eingetreten“, sagt Tobias Weißhaupt heute mit gewissem Stolz. Die Euphorie des ersten Jahres war nicht zu halten, aber es hat sich eine Konsolidierung auf starkem Niveau ergeben. Eine, die es erlaubt, einen neuen Fünf-Jahres-Plan zu machen. „Wir machen das schon noch ein paar Jahre“, sagt Toni Dittmann. „Warum auch nicht. Es macht eine Menge Spaß und ist ja auch so ein Kumpels-Ding.“

Dabei wäre das Soho wahrscheinlich nie gebaut worden, wenn die drei von der Baustelle gewusst hätten, was auf sie zukommen sollte. „Die zusätzlichen Kosten beim Bau, die waren hässlich“, sagt Dittmann und verzieht das Gesicht, als hätte er in eine Zitrone gebissen. Probleme mit dem Fundament und vor allem immer neue Brandschutzauflagen sorgten für Mehrkosten in sechsstelliger Höhe.

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In Weißenburg hat am Samstagabend Partystimmung geherrscht. Die neue Disko Soho Club öffnete zum ersten Mal ihre Pforten. Als besonderer Gast kam Matuschke von Bayern3 nach Altmühlfranken, um zusammen mit den Nachtschwärmern zu feiern.


„Hätten wir das gewusst, hätten wir es wahrscheinlich nicht gemacht“, sagt Dittmann. „Das hätte eine vorsichtige Kalkulation nicht hergegeben“, ergänzt Weißhaupt, zuckt mit den Schultern und lacht. „Aber was soll‘s, es gehört auch ein bisschen Glück dazu.“

Heute kommen die Feierfreudigen aus einem Umkreis von rund 40 Kilometern ins Soho. Aus Roth und Schwabach, aus dem Ansbacher Raum, aus Eichstätt und dem Ries. Und natürlich aus Altmühlfranken, wo jetzt rein paar Eltern ruhiger schlafen, weil sie wissen, dass ihre Kinder kurze Wege in den nächsten Club haben.

Auch wenn die Süddeutsche Zeitung gerade die Generation Stubenhocker ausgerufen hat und klagt, dass die Jungen kaum mehr weggehen, im Soho ist man entspannt. „Ich denke, dass das mehr die Kneipen betrifft, wo man früher hingegangen ist, um sich zu treffen und zu unterhalten, aber Disco, das ist Erlebnis, das ist Tanzen, da geht man auch zum Flirten und Kennenlernen hin.“ Und das funktioniert Face to Face eben immer noch am besten. Also macht man sich im Weißenburger Westen keine Sorgen um die nähere Zukunft. „Wir schauen immer, dass wir kontinuierlich kleine Sachen ändern, beständig renovieren, damit der Laden auf einem guten Niveau bleibt.“ So soll es auch die nächsten fünf Jahre gepflegt durchfeierte Nächte im Soho geben.                          

Öffnungszeiten – bis Mai – jeden Samstag, ab 22 Uhr.

Jan Stephan Carpe diem

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