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Jugend: ohne Gott, mit Handy

Der Horváth-Klassiker in moderner Inszenierung - 05.06.2019 11:04 Uhr

Der Horváth-Klassiker in moderner Inszenierung


Die vergangenen Jahre brauchte keiner sein Kommen zu bereuen. Stets wurde Theater geboten, das in der Lage war, einen zu packen. Und niemand muss sich Sorgen machen, dass dort auf dem Niveau leiernder Anfänger gespielt würde. Dank intensiver Vorbereitung von Gym-Theater-Lehrer Jan Cumme war stets ein sehr beachtliches Niveau zu bestaunen.

Und vorgenommen hat man sich auch diesmal wieder etwas. So hat man sich den Ödön-von-Horváth-Klassiker „Jugend ohne Gott“ genommen und ihn in die Gegenwart projiziert. „Aus dem Wehrertüchtigungslager der NS-Zeit ist ein Schulcampus der Moderne geworden, in dem man sich dem Ideal der Selbstoptimierung verschrieben hat“, heißt es in der Ankündigung.

Der Erfolg ist ein Versprechen, für das man sich einer permanenten Kontrolle unterwirft, und die Forderung nach Offenheit und Transparenz wird mit einer Radikalität umgesetzt, die Privatheit nicht mehr zulässt. Dass die Welt außen herum bereits zerfallen ist in die Profiteure des technologischen Wandels und die Abgehängten, wird hingenommen.

Doch dann taucht da dieser Schüler auf, der die Regeln infrage stellt, offensichtlich Geheimnisse hütet und verdächtige Beziehungen zu den „Anderen“ pflegt. Als ein Mord passiert, steigert sich die Ablehnung zur Hysterie.   

Donnerstag, 27. Juni, Freitag, 28. Juni, 19.30 Uhr, Mensa, Gymnasium, Weißenburg 

Jan Stephan Carpe diem

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