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Olaf Schubert: Die Kunst des schlechten Geschmacks

Kabarettist in Weißenburg zu Gast - 05.06.2019 08:17 Uhr

Würde einen dieser magere Kerl mit seltsamen Klamotten und 90er-Frisur an einer Bushaltestelle in, sagen wir, Auerswalde ansprechen, die meisten würden versuchen, sich nicht allzu tief in ein Gespräch verwickeln zu lassen. Zu groß die Sorge, dass man es mit einem Sonderling zu tun bekommt, der einem was von den Kondensstreifen am Himmel und den Hintergründen von Nine-Eleven erzählt, um einem am Ende im Flüsterton zu verraten, dass es sich bei der Kanzlerin um eine außerirdische Echse handelt. Aber pssttt …

Handelt es sich allerdings nicht um eine Bushaltestelle in Auerswalde, sondern um ein beliebiges Theater in Deutschland, flüchten die Menschen nicht, nein, sie zahlen Geld, um demselben Kerl zuzuhören. Und der erzählt dann zwar nicht von der Echsenhaftigkeit der Kanzlerin, aber doch auch ziemlich eigenwillige Geschichten.

Das klassische Hofnarren-Konzept

Der Urheber dieses Phänomens ist Olaf Schubert, eine Kunstfigur und eine ziemlich erfolgreiche noch dazu. Immerhin ist Schubert der einzige ostdeutsche Vertreter in der Bundesliga der deutschen Groß-Comedians. Bekannt durch den Quatsch Comedy Club, TV total oder die heute-show, dekoriert mit vielen wichtigen Preisen.

Er nutzt bei seiner skurrilen Kunstfigur das klassische Hofnarren-Konzept. Wenn man selbst ausreichend lächerlich ist, darf man ungestraft die Wahrheit sagen. Na ja, also vielleicht nicht die Wahrheit, aber doch zumindest eine Menge Schmarrn. Und Schuberts Programme mäandern denn auch zwischen Schmarrn und Wahrheit.

Wobei klar sein muss, dass er sich dabei als vermeintlicher Depp auf die Bühne stellt, darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass es ganz schön schlau ist, was er erzählt. Und lustig noch dazu.   

Mittwoch, 26. Juni, 20 Uhr, Bergwaldtheater, Weißenburg 

Jan Stephan Carpe diem

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