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Stadtführung aus Überzeugung

In Gunzenhausen hat sich ein Team gebildet - 21.08.2020 15:05 Uhr

Kerstin Richter, Isa Uebler und Gisela Dauer erklären als privates Stadtführungsteam die Geschichte und die Geschichten der Stadt Gunzenhausen interessierten Gästen und Touristen.


Binnen weniger Monate haben sie 3000-Facebook-Freunde gesammelt und allerlei Schwung in die Vermarktung der Stadtführungen gebracht. Man arbeitet mit Hotels und Gaststätten zusammen, es gibt Sonder-Führungen für das Nachmittagsprogramm von Hochzeiten und das Vorprogramm von Weihnachten oder auch spezielle Angebote für Kinder. „Wir sind halt flexibel und machen das aus Leidenschaft“, sagt Gisela Dauer.

Alle drei Damen haben Erfahrungen im Tourismus. Gisela Dauer hat in der Touristinformation gearbeitet, Isa Uebler war als Reiseleiterin in der Welt unterwegs und Kerstin Richter arbeitet im Parkhotel in der Altmühlstadt. „Da weiß man, was die Urlauber wollen“, sagt Richter.

Zum Pressetermin trifft man das Team im Dreierpack. Und alle sind sich der Herausforderung bewusst: „Wir reden alle gerne, wenn wir auf einem Fleck zusammenkommen, ist das nicht leicht”, lacht Gisela Dauer. Sie hat sich vorgenommen, den Zeitplan einzuhalten. Und so tippt sie schon mal auf die Uhr und schüttelt sacht den Kopf, wenn sie meint, dass es nun ein Exkurs zu viel wird.

Drei Damen als privates Stadtführungsteam in Gunzenhausen unterwegs


Die Kolleginnen nehmen ihr das glücklicherweise nicht übel. „Wir verstehen uns super, das hat von Anfang an bestens harmoniert“, erklärt Isa Uebler. „Und zwischendurch können wir uns schon auch mal Kontra geben, wenn es sein muss“, schmunzelt Kerstin Richter. Wie zupackend das Dreiergespann sein kann, merkt man schon nach wenigen Minuten, als ein Touristenpärchen kurzerhand in die Führung integriert wird.

Die Urlauber wissen eine Stunde später nicht nur eine Menge mehr über die Stadt, sondern fahren mit einem grundsympathischen Eindruck von Gunzenhausen weiter. So freundlich und unkompliziert wird man nicht überall aufgenommen.

Inhaltlich sind die drei vor allem gute Geschichtenerzähler. So erfährt man von dem Findelkind, das 1818 auf einem Stein vor dem Hotel zur Post vom Nachtwächter gefunden, von der Wirtsfamilie adoptiert und Elisabeth Amstein getauft wurde. Frei nach ihrem Fundort. Oder man bekommt Stephan Freisinger vorgestellt, der wegen einer verschmähten Liebe während des Dreißigjährigen Kriegs Soldaten in die Stadt gelassen haben soll, dies aber später bitter bereute und es wieder gutmachte. Oder man erfährt von der liebevollen Affäre des auf einmal gar nicht mehr so wilden Markgrafen mit einer Falknerstochter.

Das Schöne an diesen Stadtführungen: Je nach Interesse der Teilnehmer richten die drei Damen die Inhalte noch während der Führung neu aus. Die jüdische Geschichte der Stadt, der ominöse Alchemist Johann Reichardt oder die jüngeren Bautätigkeiten?! Die drei schöpfen aus dem Vollen und wissen zu allem etwas zu erzählen. Und so erfährt man zwischendurch auch ein wenig tagesaktuelles Stadtgeschehen. Was aus den jungen Störchen geworden ist, die es auf dem Nest gefegt hat, und wie es um die Gunzenhäuser Gastronomie bestellt ist. Am Ende fühlt man sich ein bisschen wie ein Einheimischer. Zumindest ist man diesem Zustand so nahe, wie man ihm als Weißenburger nur kommen kann.

Den Sommer über gibt es jeden Samstag um 16 Uhr eine Führung. Auf Anfrage werden Gruppen ab sechs Personen auch gesondert geführt. Weitere Informationen und  Termine auf www.stadtführung- gunzenhausen.de oder telefonisch unter 0160/97813530.

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