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Wie im alten Rom!

Weißenburg wird zwei Tage lang zu Biriciana - 09.08.2019 14:10 Uhr

Weißenburg wird zwei Tage lang zu Biriciana © M. Bloier


Da feiert man inmitten der historischen Kastellmauern eine noch viel länger untergegangene Zeit. Und die gibt es in Bayern nicht nur viel seltener zu sehen, sondern sie wird vor Ort auch deutlich authentischer zum Leben erweckt als das durchschnittliche Mittelalter-Schwerterklirren.

Kein Wunder, immerhin ist das Weißenburger RömerMuseum Ausrichter. Aber, keine Angst: Spaß machen darf die Sache trotzdem. Und deswegen hat man sich wieder eine beeindruckende Zahl an Gruppen aus ganz Deutschland und dem Ausland geholt, die an dem Wochenende das Weißenburger Kastellgelände bespielen werden.

Schwerpunkt ist diesmal die römische Reiterei. Das macht Sinn, da im Weißenburger Kastell vor rund 1800 Jahren  eine sogenannte Ala mit 500 bis 1000 Reitern stationiert war. Die war für die Patrouillen am Limes und die Besatzung der Wachtürme zuständig und außerdem schnelle Eingreiftruppe, wenn es irgendwo zwischen Regensburg und Aalen Probleme gab, wo die nächsten größeren Truppenstandorte waren.

Danza Antica © H. Beyer


Weißenburg oder vielmehr Biriciana, wie man in der Antike hieß, war also durchaus wer in der antiken römischen Welt am Limes. Und das zeigte sich auch in der Größe der Zivilsiedlung, die das Kastell umgab. Bis zu 5000 Menschen dürften hier gelebt haben. Eine Zahl, die man erst mehr als 1500 Jahre später wieder erreicht haben dürfte. Trotzdem gilt die luxuriöse Thermenanlage als deutlich zu groß für den Standort. Bis heute ist unklar, was es damit auf sich hat. Wollte man Weißenburg zu einer Art Provinzhauptstadt ausbauen, machte man sich hübsch für den Besuch eines Kaisers? Fragen gibt es noch genug zu klären zum römischen Weißenburg.

Das zweitägige Römerfest vermittelt aber erst mal einen ganz anschaulichen Einblick in den Alltag, den Mogetissa und Co. am Limes so lebten. Unter anderem die 3. Italische Legion aus Regensburg und die 15. Legion Apollinaris aus der österreichischen Römerhochburg Carnuntum reisen an.

Dazu gibt es natürlich auch ein römisches Straßenhändlerdorf, Kinderprogramm und eine Gruppe von Tänzerinnen, die eigens aus Italien anreisen.

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Erstes Römerfest in Weißenburg

Das erste Römerfest auf dem Kastellgelände in Weißenburg kann getrost als Erfolg gewertet werden. Schätzungsweise 4000 Besucher kamen an den beiden Veranstaltungstagen, um zu sehen, wie römische Soldaten und Zivilisten vor rund 2000 Jahren gelebt haben. Dabei gab es Einblicke ins Legionärstraining genauso wie Gladiatorenkämpfe, römisches Essen und römische Getränke, Handwerkskunst von vor zwei Jahrtausenden sowie Kleider- und Frisurenmode von einst zu erleben.


Ob es das allerdings vor rund 1800 Jahren in Biriciana gegeben hätte? Auszuschließen ist es nicht, immerhin ließ man sich Olivenöl, Datteln, Feigen, Melonen und gar Austern an den Limes liefern. Warum nicht ein paar Tänzerinnen? Denn die Römer hatten einen recht feinen Sinn für kultivierte Lebensart. Übrigens noch so eine Sache, die sie von unseren Vorfahren aus dem Mittelalter wohltuend unterscheidet. 

Samstag, 31. August, und Sonntag, 1. September, jeweils ab 10 Uhr, Kastellgelände, Weißenburg 

JAN STEPHAN Carpe diem

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