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Der Milchhof: Architekturdenkmal und Streitobjekt

Die Geschichte des Areals - 08.10.2010 18:02 Uhr

Ende der 90er Jahre erhielt das architektonisch hoch gerühmte Verwaltungsgebäude von Otto Ernst Schweizer einen modernen Anbau. Bauherr war Immobilienentwickler Gerd Schmelzer. © Archivfoto: Alpha-Gruppe


Mit der spektakulären und umstrittenen Sprengung des 76 Meter hohen Kamins ging  zu Ende. Die Sprengung des 76 Meter hohen Kamins der Milchversorgung GmbH, die am 15. März 2008 die Milchhof-Ära endgültig beendete, rief  nicht nur Denkmalschützer auf den Plan, sondern auch viele Nürnberger. Der Stadt wurde vorgeworfen, den unter Denkmalschutz gestellten Komplex am Wöhrder See dem Verfall preisgegeben zu haben. Der Milchhof mit dem gefalteten Betondach galt als eines der Hauptwerke des modernen Industriebaus.

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Die Geschichte des Milchhof-Areals

Das Gelände zwischen Wöhrder Talübergang, Bahngleisen und dem Wöhrder See blickt seit den 20er Jahren auf eine wechselhafte Geschichte voller Höhen und Tiefen zurück.


Am 1. Dezember 1930 wurde das Hauptgebäude der Bayerischen Milchversorgung GmbH feierlich eröffnet. Geplant wurde der gesamte Komplex an der Kressengartenstraße von Otto Ernst Schweizer, der auch das Stadion und das Planetarium entworfen hat. Die damals neuartige, gefaltete Dachkonstruktion des Betriebsgebäudes, wurde als wichtiges Werk des modernen Industriebaus gefeiert und galt als wegweisend.

1995 wird gemeinhin als der Anfang vom Ende des Milchhof-Areals bezeichnet. Denn die Bayerische Milchunion verlegte ihren Produktionsstandort nach Zapfendorf bei Bamberg. Lediglich die Milchunion Nürnberg GmbH blieb als reine Vertriebsorganisation im Verwaltungsgebäude auf dem Areal. Es ist als einziges bis heute erhalten geblieben.

Eigentlich stand das gesamte Areal unter Denkmalschutz. Der Eigentümer, die Münchner Dibag Industriebau AG, ließ in einem Gutachten jedoch feststellen, dass eine denkmalschutzgerechte Sanierung nicht tragbar sei. 2008 wurde der gesamte Komplex, bestehend aus dem 108 Meter langen Betriebsgebäude sowie dem 76 Meter hohen Schornstein der Kühlwasseranlage, abgerissen.

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