11°

Dienstag, 18.05.2021

|

Ein Baum trotzt dem Stress

Der Natur in der Stadt auf der Spur - 18.08.2010

Ein Blick in das grüne Blätterdach der Gleditschie. Gut zu erkennen sind hier auch die großen hängenden Hülsenfrüchte dieser Baumart.

17.08.2010 © Hagen Gerullis


Streusalz, Hitze und Autoabgase bereiten Bäumen Stress. Am Trödelmarkt steht ein Baum, der beim eiligen Vorbeilaufen als Akazie durchgeht und der diesen Widrigkeiten gut trotzen kann. Es ist eine Gleditschie (Gleditsia triacanthos), eine spezielle Unterart, die aus Amerika kommt. In Deutschland nennt man den Baum auch Christusdorn, weil der Stamm mit langen, verzweigten Dornen besetzt ist. Die Gleditschie ist geradezu prädestiniert, in der Stadt gepflanzt zu werden. „Sie liebt Trockenheit, verträgt Streusalz und hält das Stadtklima gut aus“, sagt Heimbucher. Die Gleditschie ist anspruchslos im Vergleich zu anderen mitteleuropäischen Bäumen, die bis zu 300 Liter Wasser am Tag benötigen.

Die Gleditschie überragt die Häuser auf dem Trödelmarkt und verleiht dem Platz eine anheimelnde Atmosphäre.

17.08.2010


Der Baum stammt ursprünglich aus Nordamerika und wurde von den Engländern nach Europa gebracht. „Die Engländer haben in London und auf den kanarischen Inseln gezielt Bäume aus ihren Kolonien angepflanzt und ausprobiert, welchen Nutzen sie haben und wie sie das Klima vertragen“, erzählt Heimbucher. Die Gleditschie hat sich vor allem in Südeuropa, entlang des Mittelmeeres, als Zierbaum durchgesetzt. Sie könnte es auch in unseren Breitengraden, wenn sie denn gepflanzt würde. Die Früchte des Baums sind länglich und schwarz – und haben keine Dornen.

 

André Fischer Lokales E-Mail

Seite drucken

Seite versenden


weitere Meldungen aus dem Ressort: Ressorts