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Samstag, 12.06.2021

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Der Frühlings-Check für Dein Fahrrad

07.05.2021 14:09 Uhr

Jetzt ist die Zeit, Dein Fahrrad aus dem Winterschlaf zu bugsieren - und es fresh für den Frühling und kommende Radtouren zu machen. 

07.05.2021 © Corepics Vof/shutterstock.com


Viele Menschen lagern ihr Bike über den Winter im Keller oder in der Garage. Ein paar Monate später haben vielleicht nicht nur die Reifen an Luft verloren, sondern hakt auch die Gangschaltung oder sind die Bremsen eingerostet. Das birgt nicht nur Pannen-Potential, sondern kann auch schnell gefährlich werden. Mit den folgenden fünf Tipps machst Du Dein Fahrrad aber im Nu fit für die bevorstehende Saison.

Bevor Du mit dem Check beginnst, solltest du dein Rad ordentlich putzen. Das geht entweder klassisch mit Wasser, Lappen und Spülmittel oder auch mit einem speziellen Fahrradreiniger. Zwischenräume kannst Du zusätzlich mit einer (alten) Zahnbürste bearbeiten. Wenn du dein Fahrrad umdrehst und auf den Lenker legst, sind alle Teile gut erreichbar. Wenn es ganz ohne Aufwand gehen soll: Bei Fahrrad Kißkalt in Nürnberg gibt es eine Fahrradwaschanlage.

Sattel, Kette, Reifen, Licht, Rahmen, Bremse: So einige Teile Deines Bikes sind durch Einlagerung und den Winter in Mitleidenschaft gezogen. 

07.05.2021 © industrieblick/Fotolia


Schrauben, Rahmen und Sattel prüfen: Sitzt alles fest?

Alles, was am Fahrrad locker werden, brechen oder abfallen kann, muss vor der ersten Fahrt geprüft werden. Dazu solltest Du als erstes den kompletten Fahrradrahmen auf Risse oder andere Schäden kontrollieren. Erst danach kontrollierst Du die Schrauben und Schnellspanner an Sattel und Reifen. Sie lassen sich mit dem Schraubendreher einfach wieder festziehen. Außerdem lohnt es sich auch, einen Blick auf die Befestigung des Gepäckträgers zu werfen. Hält er überhaupt noch? Zuletzt ziehst Du noch die Vorderbremse an und ruckelst kräftig am Lenker. Hat Spiel? Dann musst du den Lenker oder das Lenkkopflager auch noch nachziehen.


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Die Kette ölen

“Die Kette sollte man regelmäßig ölen - am besten alle vier Wochen oder zusätzlich nach einem starken Regenschauer”, rät Max Kirschnek, Inhaber des Nürnberger Fahrradladens und Cafés "Die Pumpe". Dafür braucht man Kettenöl oder auch Kettenwachs, das es in Radläden oder Baumärkten zu kaufen gibt. Das Öl tröpfelst oder sprühst Du auf die Kette, während Du die Pedale drehst. Überschüssige Reste wischt Du mit einem Lappen ab. “Wenn das Öl auf der Kette aussieht wie eine Paste, dann ist es zu viel, wenn die Kette glänzt oder rostet, ist es zu wenig Öl”, gibt der Mechaniker noch einen Tipp. Ist die Kette zu sehr verschlissen und springt oft, dann ist es eventuell an der Zeit für eine neue. Die sollte am besten ein Fachmann einbauen.

Auch der ADFC in Nürnberg, Fürth und Erlangen kann Dir dabei helfen, Dein Rad fit für den warmen Teil des Jahres zu machen. 

07.05.2021 © Eduard Weigert


Die Luft ist raus? - Reifen prüfen

Dass die Reifen nicht nur nach dem Winter, sondern immer mal wieder Luft brauchen, weiß wohl jeder. Doch wie viel eigentlich? “Wie viel Bar Luft in einen Schlauch sollte, steht normalerweise an der Seite des Reifens”, sagt Max Kirschnek. Füllen kann man sie nicht nur mit der eigenen Pumpe, sondern viele Radläden - deshalb zum Beispiel auch der Name “die Pumpe” - haben kostenlose Luftpumpen vor der Tür stehen. Es gibt aber auch Reifen mit Autoventilen, die kann man normalerweise an jeder Tankstelle füllen. Ist der Reifen schön fest, solltest Du den Mantel kontrollieren: Hat er Risse? Dann muss er gewechselt werden. Danach solltest Du noch testen, ob bei Dir “alles rund läuft”. Dafür drehst Du die Räder und schaust, ob sie eiern oder sich nicht richtig drehen. Falls ja, wirst Du um einen Besuch beim Radgeschäft Deines Vertrauens nicht herumkommen.


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Der Bremsen-Check

Ob die Bremse noch geht, testet man am besten nicht bei voller Fahrt, sondern erst einmal im Stehen. Das sagt nicht nur der Radspezialist, sondern auch die Logik. Dafür ziehst Du einfach die Bremshebel an, während Du neben dem Fahrrad stehst. “Man sollte dann einen Widerstand spüren. Die Bremsen müssen einen Druckpunkt haben”, sagt Pumpen-Chef Kirschnek. Greifen die Bremshebel nicht gut, musst Du Dich allerdings auf Fehlersuche begeben. Eventuell musst du bloß die Rändelschrauben am Griff und an der Bremse fester einstellen. Sind keine Rillen mehr an den Bremsklötzen erkennbar, kann es auch sein, dass Du neue brauchst. Die abgefahrenen Bremsklötze können Dir nämlich die Felgen zerkratzen.

Es werde Licht!

Hand aufs Herz: Wie oft bist Du schon ohne Licht auf dem Rad gefahren, weil es mal wieder leer war oder zuhause lag? Beleuchtung ist wichtig, damit Du etwas siehst, vielmehr aber dafür, dass Dich auch die anderen sehen. Ein Nabendynamo funktioniert ohne Strom und das Gute: Er ist fest am Rad montiert und man kann ihn nicht so schnell verlegen. Falls der Dynamo nicht funktioniert, solltest Du Kabel und Steckverbindungen prüfen. Auch ein Stecklicht solltest Du vor der ersten Nachtfahrt überprüfen und nicht erst, wenn es schon dunkel ist und Du gerade losfahren möchtest. Oft entleeren sich die Lampen über den Winter.

Alles gecheckt und startklar? Dann mach noch eine kleine Probefahrt – am besten bergauf, denn da wirkt die meiste Belastung auf Dein Fahrrad.

Wenn Du etwas nicht alleine hinbekommst, scheu Dich nicht davor, dein Fahrrad in die Werkstatt zu bringen. Wer viel fährt, das rät auch der ADFC, sollte seinen Drahtesel ohnehin alle ein bis zwei Jahre zum Kundendienst bringen. “Am besten aber im Herbst oder Winter”, empfiehlt Max Kirschnek. “Viele Mechaniker bieten in dieser Zeit Rabatte an und sind nicht so ausgebucht.”

Rebecca Haase

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