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Dienstag, 20.04.2021

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Feine Leute: Matthias Damm vom Casablanca

Noch offen - 20.01.2021 14:45 Uhr

Matthias Damm ist, wenn möglich, so oft es geht im Neuen Museum unterwegs.

20.01.2021 © Andrea Munkert


Zur Person: Matthias Damm (44) wird fürs Filmeschauen bezahlt. Vorher arbeitete er als Fertigungsplaner bei einem Automobilzulieferer – obwohl er dafür als beinahe-Doktor der Politikwissenschaft nicht wirklich qualifiziert war. Gemeinsam mit einem großen Team von Ehrenamtlichen füllt er nun das Casablanca Filmkunsttheater in der Nürnberger Südstadt mit Leben, organisiert auch mal ein Katzenfilmfestival und versucht, sich nicht von Paragrafenreitern zur Weißglut treiben zu lassen.

Was lässt Dein Herz hüpfen?

Mein Herz hüpft sehr, wenn ich bei uns einen vollen Kinosaal sehe. Wenn man lange auf etwas hingearbeitet und geplant hat, und dann kommt der Abend, und wir sehen, dass es funktioniert hat. Vielleicht müssen wir sogar Leute wegschicken, das ist natürlich für die Leute nicht schön, aber zeigt, dass unsere Ideen ankommen. Und wenn man sich dann im vollen Saal hinsetzt und einen Film schauen kann, den man vielleicht selbst noch nicht gesehen hat, das sind die großartigen Momente.

Was ist das Schönste an Nürnberg für Dich?

Das Tolle an Nürnberg ist, dass es eine Stadt ist, die genau die richtige Größe hat. Sie ist keine Millionenstadt, sie ist relativ übersichtlich, man kann sich relativ gut auskennen, gerade im eigenen Kultursegment kennt man alle. Aber auf der anderen Seite ist die Stadt so groß, so vielfältig, dass man auf nichts verzichten muss. Gerade die Vielfalt an kleinen Angeboten, an kleinen Initiativen und Gruppen und Orten, die man entdecken kann, ist großartig.

Wovon dürfte es mehr geben?

Woran es in Nürnberg oft fehlt, ist die Bereitschaft über die eigenen Tellerränder hinauszuschauen. Das gibt es bei der Stadt, dort wird oft zu wenig wahrgenommen, was alles passiert und was wir so machen. Aber auch unter den Initiativen gibt es noch zu wenig Austausch. Da könnten wir noch viel mehr machen.

Was fasziniert Dich an Deiner Arbeit?

Das Faszinierende ist, dass man als Beruf das machen kann, was man schon immer als Hobby gemacht hat. Ins Kino gehen war schon immer meine große Leidenschaft. Die eigene Passion teilen zu können und daraus etwas entwickeln zu können, was auch anderen gefällt, das ist eine große Gnade.

Was bringt Dich zur Weißglut?

Ich versuche das zu vermeiden, dass es wirklich zur Weißglut kommt. Aber so eine gewisse Art von Borniertheit bringt mich doch manchmal in Rage. Wenn manche Leute einfach aufgrund von irgendwelchen Regeln, die sie selbst aufgestellt haben, manche Dinge nicht wollen oder nicht zulassen wollen, so eine Paragrafenreiterei finde ich ganz furchtbar. Mit solchen Leuten habe ich dann gar keine Lust, enger zusammenzuarbeiten.

Wann hast Du das letzte Mal was zum ersten Mal gemacht?

Wir waren im Urlaub Kanufahren. Davon war ich als Idee tatsächlich nicht so begeistert, aber als wir es dann gemacht haben, fand ich es großartig. Das hätte ich vorher nicht gedacht, dass es mir so viel Spaß macht, mit der Familie, mit den Kindern so Paddeltrips zu machen.

Was ist Dein größtes Abenteuer?

Eine Familie zu haben und da immer wieder was Neues zu erleben, das ist für mich eigentlich das größte Abenteuer. Das ist das Einzige, was noch weit darüber hinausgeht, was man hier im Casablanca beruflich alles machen kann. Kinder zu haben, und denen neue Sachen zu zeigen und sie zu begeistern, das finde ich sehr abenteuerlich.

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