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DSGVO: Datenschutz-Irrsinn oder unnötige Hysterie?

Europäische Union hebt Standards auf gemeinsames Niveau - und jetzt? - 17.07.2018 16:32 Uhr

Angemessen oder überreguliert: In der Praxis sorgt der Datenschutz immer wieder für Verwirrung © Patrick Pleul / dpa


Von der DSGVO betroffen sind nicht nur Internetdienstleister, Behörden und Großkonzerne, sondern auch mittelständische Unternehmen und unzählige Inhaber eines Ehrenamtes. So dürfen Vereine ihre Mitgliederdaten eigentlich nicht mehr unverschlüsselt an Dachverbände weitergeben.

Das sorgt für Verunsicherung. Zum Beispiel ist in Ingelheim (Rheinland-Pfalz) aus Angst vor den neuen Paragrafen der komplette Vorstand der „Bewegungs- und Rehabilitationssportgemeinschaft“ zurückgetreten. Der 79 Jahre alte Kassenwart Helmut Benkelmann wurde in der FAZ mit den Worten zitiert: "Ich kann nicht zu 250 Mitgliedern fahren und mir unterschreiben lassen, dass ich ihnen einen Brief schicken darf."

Die Erzdiözese Freiburg stoppte alle Übertragungen von Gottesdiensten im Internet. Die badischen Katholiken gingen davon aus, dass sie vor der Übertragung von jedem einzelnen Kirchenbesucher eine schriftliche Zustimmung hätten einholen müssen.

Beim jüngsten Feuertanz auf der Burg Abenberg gab es am Eingang einen Aushang, wonach sich Besucher mit dem Ticketkauf und dem Betreten des Festivalgeländes damit einverstanden erklären, dass von ihnen Film- und Videoaufnahmen zum Zweck der Veröffentlichung und kommerziellen Verwendung gemacht werden. Ein Baiersdorfer moniert, er habe im Pflegeheim keine Auskunft mehr über den Gesundheitszustand seiner 93-jährigen Mutter erhalten. Lehrer dürfen die Sitzpläne der Klassen, die sie unterrichten, nicht mehr ausdrucken und mit nach Hause nehmen, geschweige denn per Mail versenden. Patienten müssen im Wartezimmer zustimmen, dass sie mit ihrem Namen aufgerufen werden dürfen. Alles wegen der DSGVO.

Die Hauptkritik an der Verordnung lautete von Beginn an, sie sei realitätsfern, zu kompliziert und klammere gerade kritische Bereich in sozialen Netzwerken aus. Der Münsteraner Informations-, Telekommunikations- und Medienrechtsexperte Thomas Hoeren bezeichnet die Datenschutz-Grundverordnung als „eines der schlechtesten Gesetze des 21. Jahrhunderts“.

Was sind Ihre Erfahrungen?

Nun sind seit der Einführung rund zwei Monate vergangen. Wie viel von der anfänglichen Empörung war berechtigt und wie viel Hysterie? Dieser Frage will unsere Redaktion nachgehen. Und dabei bitten wir um Ihre Hilfe: Welche guten oder schlechten, irritierenden oder kuriosen Erfahrungen haben Sie in Ihrem privaten oder beruflichen Umfeld mit der Datenschutzgrundverordnung gemacht?

Schreiben Sie Ihre Meinung, diskutieren Sie hier in unserem Leserforum unter diesem Artikel mit mit! Voraussetzung für die Teilnahme ist, dass Sie sich mit Ihrem vollen Namen, ihrer postalischen Adresse und Ihrer Mailadresse registrieren. Falls Sie bereits einen Login besitzen, bei dem die Anschrift noch fehlt, bitten wir Sie, diese Daten zu ergänzen. Derzeit sind die Angaben zur Adresse noch freiwillig. Im Leserforum werden wir aber nur Kommentare zulassen, bei denen auch die Angaben "Straße/Hausnummer sowie PLZ/Ort" ausgefüllt wurden. Dennoch wird Ihr Kommentar online nur unter dem von Ihnen gewählten Nickname zu lesen sein. Meinungsbeiträge sind auch per Mail an nn-leserbriefe@pressenetz.de (Stichwort: DSGVO) möglich.

Eine Auswahl der Einsendungen wird gegebenenfalls auch auf der gedruckten Meinungsseite in den Nürnberger Nachrichten mit Angabe des Namens und des Wohnorts (ohne Straßenangabe) erscheinen. Falls Sie damit nicht einverstanden sein sollten, bitten wir Sie, dies in Ihrem Kommentar zu vermerken. 

kh

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