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Nürnbergs Airport-Chef hat keine Angst vor Flugtaxis

Michael Hupe blickt in die Zukunft der Passagierluftfahrt - 18.04.2018 05:18 Uhr

Fliegt mit 300 km/h angeblich 300 Kilomter weit: der Lufttaxi-Prototyp des Startups Lilium. © PR/Lilium GmbH


In einem Gespräch mit den Nürnberger Nachrichten sagte Hupe, er gehe davon aus, dass sogenannte Lufttaxis  "noch ziemlich lange auf den Kurzstreckeneinsatz begrenzt bleiben". Diese würden vorerst nur in großen Metropolen Verwendung finden, um zeitraubenden Staus aus dem Weg zu gehen. Lufttaxis sind derzeit in aller Munde. Zum Beispiel in Dubai sollen sie schon in wenigen Jahren in den Öffentlichen Nahverkehr integriert werden.

Neben Konzernen wie Airbus, Google und Mercedes entwickelt auch das Münchner Startup Lilium ein neuartiges Gefährt (li.). Nach erfolgreichen Testflügen eines zweisitzigen Jets streben die Visionäre ein von vielen kleinen Turbinen angetriebenes Lufttaxi mit fünf Sitzplätzen an, das mit Strom bis zu 300 km/h schnell und 300 Kilometer weit fliegen kann. Die Rede ist auch von einer "100-spurigen Luftstraße" zwischen München und Stuttgart. Neben technischen Problemen wären hierfür noch etliche rechtliche Hürden zu überwinden. 

Wie andere Experten ist auch Hupe der Ansicht, dass der Luftverkehr weltweit zunehmen wird, insbesondere in Schwellenländern wie Brasilien und Indien, auch in China. In Europa, so Hupe, würde zwar ebenfalls immer mehr geflogen, aber hier sei der Markt bereits vergleichsweise gesättigt. Ein Regionalflughafen wie der Nürnberger müsse mit Effizienz und attraktiven Preisen punkten. Der Albrecht-Dürer-Airport bietet vor allem Direktverbindungen in Deutschland und ins benachbarte Ausland an. Fernflüge werden in der Regel ab Frankfurt oder München gebucht. Das wird auch so bleiben, meint Hupe.

2017 war laut Hupe das sicherste Jahr in der Geschichte der Luftfahrt. Trotz des Wachstums bei Flügen und Passagierzahlen auch in Nürnberg geht der Airport-Chef davon aus, dass sich die Zahl der Unfälle nicht wesentlich erhöhen wird. Schon heute würden die meisten Flüge fast ausschließlich von Computern gesteuert, das verringere die Zahl der Fehler. Piloten, so Hupe, greifen nur noch selten aktiv ins Geschehen ein. Und wo die Technik so zuverlässig arbeite, können seiner Ansicht nach auch noch etliche Maschinen mehr in der Luft unterwegs sein. "Im Himmel ist noch viel Platz".

Das komplette Interview mit Flughafenchef Michael Hupe lesen Sie in der Mittwochs-Printausgabe der Nürnberger Nachrichten. 

Sollten Sie die Multimedia-Geschichte nicht sehen, dann klicken Sie bitte hier. 

Kurt Heidingsfelder

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