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Quelle-Katalog wird gedruckt

Insolvenzverwalter kann Druckereien und Papierhersteller überzeugen - 19.06.2009

«Dass der Katalog nun doch wie geplant in Druck gehen kann, ist ein wichtiges Signal«, erklärte Quelle-Sprecher Manfred Gawlas. «Damit tragen wir acht Millionen Mal die Botschaft in den Markt: Quelle ist da.«

Den Weg dafür hatte Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer am Donnerstag Abend frei gemacht: Bei einem Krisentreffen in der bayerischen Staatskanzlei hatte er die Beteiligung an einer geplanten 50-Millionen-Euro-Bürgschaft von Bund und Ländern zugesagt. An der Bürgschaft soll sich auch Sachsen, wo Quelle ebenfalls einen Standort hat, sowie der Bund beteiligen.

Allerdings werde die «Ausfertigung der juristischen Dokumente« erst in den nächsten Tagen erfolgen, wie es hieß. Zwar hätten sich die am Druck beteiligten Unternehmen laut Görg bereit erklärt, das «juristische Restrisiko« bis zur Unterschrift zu tragen. Dennoch lief der Druck bis gestern Abend noch nicht.

Der Quelle-Katalog wird unter anderem bei der zum Avato-Konzern gehörenden Druckerei Prinovis – ehemals Maul & Belser – hergestellt sowie bei Schlott-Sebaldus. Bei Prinovis werde noch über das weitere Vorgehen beraten, hieß es.

«Der Katalog wird in der geplanten Auflage von knapp acht Millionen Stück gedruckt«, sagte Gawlas. Im vergangenen Jahr lag die Stückzahl des Quelle-Kataloges etwas darüber. Auch der Umfang wird – wie vor der Insolvenz geplant – rund 1400 Seiten stark sein.

Zeitgleich konnte Görg bekanntgeben, dass sich ein Bankenkonsortium «grundsätzlich dazu bereit erklärt hat, das Factoring-Programm für das zum insolventen Arcandor-Gruppe gehörenden Versandhaus wieder aufleben zu lassen«. Übersetzt heißt dies: Das Geld steht bereit, um die im Herbst/Winter-Katalog 2009/2010 aufgeführten Waren auch kaufen und einlagern zu können.

Damit hat Quelle Luft für ein halbes Jahr – «das ist zumindest die logische Konsequenz«, sagte ein Insider. «Das gibt uns die Zeit, um ein vernünftiges Sanierungskonzept zu erstellen«, sagte der Sprecher des Insolvenzverwalters. «Ein positives Signal für die Region.«, lobte Nürnbergs Wirtschaftsreferent Roland Fleck.

Nach Anlaufen des Drucks wird es laut Gawlas etwa drei Wochen dauern, bis die Post-Tochter DHL die Kataloge an alle Kunden ausgeliefert hat. Durch die Insolvenz wird sich die Auslieferung nach Angaben des Insolvenzverwalters lediglich um eine Woche verzögern. Das Versandhaus Quelle – mit gut 2000 Mitarbeitern am Standort Nürnberg-Fürth – hatte ebenso wie die Muttergesellschaft Arcandor und weitere Gesellschaften des Unternehmens Insolvenzantrag gestellt. Dadurch war der Druck des Kataloges gefährdet, der allein etwa 20 bis 25 Millionen Euro kostet.

Anja Kummerow

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