Samstag, 27.02.2021

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"Hunde raus aus Deutschland": Satire funktioniert im Internet nicht

Humor erreicht auf Facebook längst nicht jeden - 21.10.2014 12:19 Uhr

Wie viele Satireseiten wird auch "Hunde raus aus Deutschland" nicht ganz verstanden.

21.10.2014 © Screenshot: Facebook: Hunde raus aus Deutschland


Eigentlich ist die humoristische Grundintention der Facebook-Seite gar nicht so schwer zu erkennen. Als Titelbild haben sich die Macher der Seite für ein eigentlich hinlänglich bekanntes Motiv entschieden. Sie haben keine Mühen gescheut, um Parallelen zu den Republikanern (Pfeile in Schwarz, Rot und Gold) und der NPD (roter Kreis mit den weißen Buchstaben HRAD) in das Bild einzubauen. Dazu verwendeten sie den eingängigen Slogan: "Das Boot ist voll", einer in rechten Kreisen gern genutzten Metapher. Doch anstatt der bekannten Forderung "Asylmissbrauch stoppen", wollen die Satiriker hier die "Überhundung stoppen".

Trotz dieser eindeutigen Hinweise schäumten einige User über. "Leute wie euch gehört der kopf abgeschitten (sic!)" wurde den Machern an selbigen geknallt. Einige satireunempfängliche User schienen aber immerhin unterbewusst wahrzunehmen, worum sich die Seite tatsächlich dreht: den Wahnsinn der Flüchtlingsfeindlichkeit. Nur schien den Usern das gar nicht so wahnsinnig vorzukommen.

Kommentare wie "Mir sind 10000 hunde lieber als 10000 Asylanten (sic!)" oder "Hunde raus ??? Damit mehr von den Romänen/Aylanten oder sonst irgnd ein Pack in Deutschland kann oder was ?? (sic!)" zeigen: Die Verbindung zur eigentlichen Thematik wurde gezogen. Allerdings blieben Satire, Sachlichkeit und Menschenwürde auf der Strecke.

Domescu Möller

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