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Smartphone-Innovation: Das können die neuen Faltdisplays!

Killer-App, die die gängigsten Apps modifiziert, ist noch nicht gefunden - 14.04.2019 13:44 Uhr

Auf der Leitmesse Mobile World Congress in Barcelona wurde dieses biegsame Gerät der Firma LTC vorgestellt.


Die Displays reichen fast über die gesamte Front, die Ränder sind fast vollständig verschwunden. Die Frontkamera ist nur noch ein kleines, von einem Laser ausgefrästes Loch in der Vorderseite, der Fingerabdrucksensor macht sich hinter dem Glas sogar ganz unsichtbar. Und die Geräte werden immer größer. 6,4-Zoll misst das neue Samsung Galaxy S10+, für das man je nach Version 1250 bis 1600 Euro ausgeben muss. Dafür bekommt man ein edles Keramikgehäuse und eine Triple-Kamera inklusive Tele- und Super-Weitwinkel-Objektiv.

Auch bei anderen höherpreisigen Modellen spielen Fotofunktionen eine größere Rolle. Im chinesischen View 20 von Honor (eine Tochtermarke von Huawei) ist ein Sensor mit 48 Megapixel verbaut, eine Linse ist für die Messung von Entfernungen per Infrarotlicht zuständig. Wie in Apples aktuellen iPhone-Modellen sorgt künstliche Intelligenz dafür, dass Fotos nicht mehr misslingen können.

Faltbarer Bildschirm

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Zusätzlicher Clou ist die Möglichkeit, Objekte zu erkennen und im Internet nach Informationen dazu zu suchen. Doch Vorsicht: Die meisten Oberklasse-Smartphones sind inzwischen nach IP68-Zertifizierung staub- und begrenzt wasserdicht — das Honor View 20 ist es nicht. Ein Faktor, auf den Interessenten achten sollten.

Auch die Form entwickelt sich weiter. Bereits auf der "Samsung Developer Conference" in San Francisco im vergangenen Jahr stellte Samsung das "Galaxy Fold" vor, das man samt Bildschirm zusammenfalten kann. Auf der Außenseite befindet sich das "Cover Display" mit einer Diagonalen von 4,58 Zoll. Benötigt man einen größeren Bildschirm, klappt man das Gerät auf – das Hauptdisplay hat dann 7,3 Zoll. Das zusammengeklappte Gerät wird über das Cover Display bedient und teilt dem Nutzer etwa bei der Navigation per Sprachausgabe mit, wo es langgeht. Möchte man einen Blick auf einen größeren Kartenausschnitt werfen, entfaltet man das Gerät wie einen Stadtplan. Diese Geräte sind allerdings vergleichsweise dick.

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Suche nach der Anwendung der Zukunft

Praktisch ist das aber nur, wenn die geöffnete App nahtlos vom kleinen auf den großen Bildschirm umschaltet und die Inhalte automatisch anpasst. "Das Cover Display ist etwas kleiner als gewöhnlich und auf schnelle Interaktionen ausgelegt", erklärt Samsungs Chefingenieur Jisun Park. "Die App bleibt nach dem Aufklappen aktiv und wird automatisch für den Hauptbildschirm vergrößert, während das Cover Display schwarz wird."

Außerdem soll sich der Hauptbildschirm in mehrere Fenster aufteilen lassen, wie man es vom PC kennt. Dann könnte man chatten, während man Videos anschaut oder Spiele spielt. Start-Ups, aber auch Google, treiben die Entwicklung kompatibler Apps voran. Denn wenn man schon derzeit rund 2000 Euro für ein Faltgerät wie das mit sechs Kameras und einem achtkernigen Prozessor ausgestattete Galaxy Flex zahlt, sollten die Apps voll nutzbar sein und der Faltbildschirm einen Mehrwert bieten. Die eine Killer-App, die die gängigsten Apps entsprechend modifiziert, ist aber noch nicht gefunden. Unser Rat: Noch etwas abwarten.

Ein wenig warten lohnt sich immer

Für deutlich weniger, nämlich unter 700 Euro, bekommt man ein Gerät, das nicht nur von der Fachzeitschrift "Connect" seit einigen Monaten als Nummer 1 geführt wird: das Mate 20 Pro von Huawei — inzwischen in starker Konkurrenz zum neuen Samsung Galaxy S10. Neben der tollen Kamera lobt die Fachwelt beim Huawei Mate 20 Pro vor allem die hohe Akkulaufzeit. Das Design alleine – zwei von einem gebogenen Metallrahmen zusammengehaltene Glasplatten – hat das Mate 20 Pro mit den Spitzenmodellen von Samsung, Sony und Apple gemein – es ist kein Kaufargument mehr.

Man muss auch gar nicht so viel Geld für ein Spitzengerät ausgeben, denn alle großen Hersteller haben auch Mittelklassemodelle im Programm, die den meisten Anwendern genügen sollten – etwa das Axon 9 Pro von ZTE (ab 515 Euro), das 6T von One Plus (ab 559 Euro) oder das Honor Play (ab 239 Euro). Da die Preise für Smartphones ständig fallen, könnten die genannten Preise in nur wenigen Tagen noch günstiger sein. Ein wenig warten lohnt sich also immer.

Hersteller werden globale Medienunternehmen

Als Verkaufsargument werden die mit der Hardware verknüpften Dienste beworben. Lernfähige Sprachassistenten wie Samsungs Bixby, der inzwischen sogar Deutsch gelernt hat, übernehmen im Alltag immer mehr Aufgaben. Mobile Begleiter wie der Google Assistant versuchen, den Wünschen des Anwender zuvorzukommen und bieten Orientierung in der digitalen Datenflut wie in der realen Welt. Mittels der Kameras lassen sich etwa Informationen über die Umgebung abrufen und als "Augmented Reality" in das Live-Bild auf dem Display einblenden.

Weil sich das iPhone immer schlechter verkauft, orientiert sich Apple neu — ein Stück weg vom Gerätehersteller und ein Stück hin zum Anbieter von Inhalten. Ab Herbst soll etwa der Streaming-Dienst Apple TV+ in mehr als 100 Ländern verfügbar sein. Apple produziert dafür mit Milliardenaufwand eigene Inhalte. Die zentrale Anwendung für die hauseigenen TV-Inhalte soll die auf iPhones und iPads vorinstallierte TV-App werden.

Erfolgreich wird der Konzern aber nur sein, wenn er mehr Menschen erreicht – Apple lässt erstmals Federn und erlaubt, dass seine TV-App auch auf Geräten anderer Hersteller installiert werden kann – ab Mai etwa auf Amazons Fire-TV-Stick sowie auf den Smart-TVs von Samsung, LG und Sony.

Denn eine Serie oder einen Film schauen sich die meisten dann doch nicht auf einem kleinen Smartphone-Display, sondern lieber auf einem größeren Gerät an. Das wird sich vielleicht ändern, wenn die klappbaren Geräte irgendwann ausgereift und bezahlbar geworden sind.

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