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Ab ins Ausland: Verliebt in die Küche Indonesiens

Studentin berichtet von ihrem Aufenthalt am Goethe-Institut in Jakarta - 12.12.2016 16:48 Uhr

Persiapkan – die Vorbereitung:

Nasi Campur, ein typisches indonesisches Essen: Zu Reis kann man Ei, Hühnchen, Tofu, Fisch und Gemüse wählen. © privat


Für mich stand schon lange fest, dass ich nach meinem BachelorAbschluss mal für längere Zeit ins Ausland will. Deswegen habe ich mich schon früh informiert, welche Möglichkeiten es gibt.

Im Internet stieß ich auf den Freiwilligendienst „kulturweit“ der deutschen Unesco-Kommission. Dort bewarb ich mich für einen sechsmonatigen Einsatz in Südostasien. Und hörte dann für einige Zeit nichts. Erst drei Monate später bekam ich plötzlich eine Zusage vom Goethe-Institut in Jakarta, der Hauptstadt Indonesiens.

Bei den eigentlichen Vorbereitungen war die medizinische Vorsorge am aufwändigsten. Ich informierte mich bei meiner Hausärztin über Impfungen und eine sinnvoll gepackte Reiseapotheke. Es lohnte sich, damit schon früh anzufangen: Manche Impfungen, wie zum Beispiel die gegen Tollwut, muss mehrmals in mehrwöchigen Abständen verabreicht werden.

Auch das Visum benötigte einige Zeit: Für meinen Freiwilligendienst, der wie ein Praktikum behandelt wurde, brauchte ich ein Sozial- und Kultur-Visum. Um dieses beim Generalkonsulat Indonesiens beantragen zu können, brauchte ich ein Empfehlungsschreiben der Botschaft Indonesiens. Und hierfür waren einige Dokumente meiner Uni nötig, zahlreiche Formulare und eine Bürgschaftserklärung meiner Eltern. Als ich schließlich alle meine Dokumente zum indonesischen Konsulat nach Frankfurt geschickt hatte, dauerte es auch nicht lange, bis ich das Visum in den Händen hielt. Dann erst konnte es endlich losgehen.

 

Linda bei einem Ausflug nach Bali. © privat


Kedatangan – die Ankunft:

Vom Flughafen ging’s zusammen mit meiner Mitfreiwilligen Lena, die gleichzeitig meine Mitpraktikantin und Mitbewohnerin war, zu unserer Wohnung. Wir wohnten mit zwei indonesischen Arbeitskollegen des Goethe-Instituts zusammen in einer WG. Nachdem wir unsere Koffer abgestellt hatten, gingen wir erstmal etwas essen: Um gleich mitten ins indonesische Leben einzutauchen, aßen wir an einem Straßenstand.

Doch gleich am ersten Abend wurde auch meine Abenteuerlust auf die Probe gestellt: Im Supermarkt hatten Lena und ich eine unbekannte Frucht gekauft und später nichtsahnend in den Kühlschrank gestellt. Leider war es Durian – die Stinkfrucht. Nachdem unsere Mitbewohnerin uns aufgeklärt hatte, probierten wir sie mutig. Mein Fazit: überhaupt nicht mein Geschmack, der Name „Stinkfrucht“ kommt nicht von ungefähr.

 

Pekerjaan – der Dienst

Ich verbrachte sechs Monate in der Sprachabteilung und in der Bibliothek des Goethe-Instituts in Jakarta und gehörte je zur Hälfte zu jeder der beiden Abteilungen. Durch diese Aufteilung bekam ich sehr viel von der Arbeit des Instituts mit und konnte auch bei vielem mitwirken.

Die tägliche Arbeitszeit von 9 bis 17 Uhr verbrachte ich dabei nur teilweise im Büro mit Artikelschreiben, Auswertungen, Recherchen, Ausschreibungen von Wettbewerben oder sonstigen typischen Büro-Tätigkeiten.

Ich durfte an vielen Meetings teilnehmen und Seminare und Workshops mitplanen. Einmal war ich deswegen beispielsweise fünf Tage lang in Makassar, einer Stadt drei Flugstunden von Jakarta entfernt. Dort durfte ich den deutschen Autor Marius Hulpe bei seinen Lesungen auf einem internationalen Literaturfestival begleiten.

Die Sprachabteilung veranstaltete zudem einige Workshops für Schüler und Lehrer, so dass ich die Möglichkeit hatte, mit dem indonesischen Schulsystem vertraut zu werden. Bei einer zehntägigen Besuchstour durch indonesische Schulen zum Beispiel durfte ich eine Präsentation über die deutsche Kultur halten, Projekte des Goethe-Instituts vorstellen und Fragen der Schüler rund um das Thema Deutsch beantworten.

Kehidupan – das Leben:

Was mich an Indonesien am meisten beeindruckt hat, ist die Vielfalt des Landes: Jede Insel hat ihre eigenen Traditionen und Kultur. Das zeigt sich in der typischen Kleidung ebenso wie in der Sprache. Manche meiner Arbeitskollegen erzählten mir zum Beispiel, dass sie Indonesisch erst in der Schule gelernt hatten – zuvor sprachen sie nur die traditionelle Sprache ihrer Region. Auch die Natur ist unglaublich facettenreich: Von Vulkanen über kilometerlange Sandstrände bis hin zu dichten Regenwäldern gibt es in Indonesien alles.

Außerdem habe ich mich in das indonesische Essen verliebt: Für unter zwei Euro kann man am Straßenstand sehr leckere Gerichte kaufen: Reis, Sojabohnen, Tofu, Erdnusssoße, gebratene Nudeln – alles sehr lecker!

Kesimpulan – das Fazit:

Für mich war es nach dem Bachelor genau das Richtige, einen Freiwilligendienst zu machen, ein anderes Land kennenzulernen und dabei Arbeitserfahrung zu sammeln – ich würde es immer wieder tun!

Lindas Ringel

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