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Bienen und Plastik: Viele Nürnberger gewinnen bei "Jugend forscht"

160 Schüler aus Mittelfranken haben mit 100 Projekten teilgenommen - 26.02.2019 20:39 Uhr

Wo genau im Fluss sammelt sich der meiste Plastikmüll? Dieser Frage gingen Sofia Shmyrov (vorne), Amin Ouled Maiet und Nathalie Walczok in ihrer Forschungsarbeit in der Kategorie Geowissenschaften nach. © Foto: Horst Linke


Die Spannung steigt. Seit 7 Uhr sind die Teilnehmer des Wettbewerbs "Jugend forscht" damit beschäftigt, ihre Stände aufzubauen, an denen sie ihre Forschungsarbeiten der Jury präsentieren dürfen. Die monatelange Tüftelei und das intensive Forschen erreichen ihren Höhepunkt mit der Bewertung durch die Fachleute.

106 Schüler und 54 Schülerinnen aus Mittelfranken sind mit 100 Arbeiten bei "Jugend forscht" und "Schüler experimentieren" in sieben Themengebieten als Team oder Einzelkämpfer angetreten, um ihre Forschungsergebnisse der Öffentlichkeit zu zeigen.

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Das mittelfränkische Regionalfinale von "Jugend forscht" in Bildern

Auto ohne Akku und Zimtschnecken mit frischer Hefe: Die jungen Forscher haben monatelang an ihren Arbeiten getüftelt und experimentiert. Die besten Bilder vom Regionalfinale von "Jugend forscht"!


Carolin Sand (12) vom Gymnasium Feuchtwangen zum Beispiel interessierte sich für Sinklöcher – sogenannte Sinkholes – und stellt den Ablauf in einem Experiment dar. Kai Fichtelmann (14) und Marlene Strauß (13) von der Realschule Zirndorf machten sich hingegen Sorgen um Mikroplastik in Lebensmitteln. Sie wollten herausfinden, welche Produkte besonders stark betroffen sind.

Kontakte zu anderen Teilnehmern

In mehreren Räumen des Felix-Klein-Gebäudes der Friedrich-Alexander-Universität in Erlangen sind die Stände nach den sieben Themenfeldern Biologie, Chemie, Geo/Raumwissenschaften, Mathe/Informatik, Physik und Technik gruppiert.

Auf Plakaten präsentieren die jungen Forscher ihre Versuchsaufbauten und die Ergebnisse. Nicht immer sind die Schüler an ihren Ständen vorzufinden – denn die Konkurrenz ist stark, und man möchte sich schon bei den anderen umschauen, um seine eigene Leistung besser einschätzen zu können.

Vor allem wenn sich die Fachjury zur Beratung zurückgezogen hat, bleibt Zeit, um mit anderen Forschern Kontakt zu knüpfen. "Natürlich interessiert uns, was die anderen gemacht haben", sagt Nathalie Walczok von der Bertolt-Brecht-Schule Nürnberg. "Allerdings bleibt für das Herumschauen wenig Zeit, weil wir vielen Interessierten unser Projekt erläutert haben", ergänzt Mitschülerin Sofia Shmyrov. Zusammen mit Amin Ouled Maiet haben sie zu Plastikmüll im Gewässer geforscht.

Viele Jugendliche sind auch schon Wiederholungstäter. Sie können das Forschen einfach nicht lassen und melden sich mit immer neuer Projekten beim Wettbewerb an. Pius Dischinger (15) vom Nürnberger Willstätter-Gymnasium ist so einer. Er ist zum dritten Mal dabei; diesmal zum ersten Mal "bei den Großen". In seiner Arbeit geht es um die Frage "Retten (Öko-) Kunststoffe die Welt?" im Fachgebiet Biologie. Er hat überprüft, ob sich biologisch abbaubare Kunststoffe wirklich in der Erde zersetzen.

Am späten Nachmittag ist es dann endlich so weit: Bei einer zweistündigen Feierstunde in einem großen Hörsaal werden die ersten bis dritten Plätze in jeder Kategorie ausgezeichnet. Die Erstplatzierten dürfen sich auf die Teilnahme im Landesfinale freuen. Für "Schüler experimentieren" findet das am 11. und 12. April in Dingolfing, für "Jugend forscht" vom 1. bis 3. April in Vilsbiburg statt.

Neben Pius hat auch Lara Kim Linke (17) vom Ohm-Gymnasium Erlangen den ersten Platz erreicht. "Chemie ist genau mein Ding", erzählt sie motiviert. "Seit einem Jahr habe ich Reaktionsprozesse von Beta-Carotin mit Sauerstoff, Wasser und Wärme unter Anwesenheit von Licht erforscht." Das Projekt darf sie in der 11. Klasse als W-Seminar fortführen.

Was die Erstplatzierten bei "Jugend forscht" erwarten kann, sieht man übrigens bei Elisabeth Walter aus Kirchensittenbach bei Hersbruck. Sie erreichte voriges Jahr im Bundesfinale mit ihrer Neutrino-Forschung den 5. Platz und durfte nun bei der Nobelpreisverleihung in Stockholm dabei sein. Mit weiteren 25 jungen Wissenschaftlern aus aller Welt nahm sie zudem am einwöchigen International Youth Science Seminar teil.

Die Sieger

Erste Plätze bei "Schüler experimentieren": Finn Rudolph (13) vom Gymnasium Höchstadt a.d. Aisch mit seinem "Bernoulli-Mobil" (Physik), Christopher Seufert (13) vom Martin-Behaim-Gymnasium Nürnberg mit "Sturm im Wasserglas" (Arbeitswelt), Josua Schmidt (13) vom Willstätter-Gymnasium Nürnberg mit "Mitdrehkäppi – Ein Käppi, das sich nach der Sonne ausrichtet" (Technik), Natalie Teplitska (13) von der Wilhelm-Löhe-Schule Nürnberg mit "Moosflora des Stadtparks in Nürnberg" (Biologie), Luis Barfuß (13) und Anton Oberle (13) von der Realschule Zirndorf mit "Weichmacher, aber natürlich!" (Chemie).

Erste Plätze bei "Jugend forscht"  Carolin Klein (17) und Anke Mosbrugger (17) von der Wilhelm-Löhe-Schule Nürnberg mit "Analyse des Myonenflusses auf der Erdoberfläche" (Physik), Raphael Schwendner (19) von der Staatliche FOS/BOS Triesdorf mit "Verbesserung der Lauftechnik für Langstrecken" (Arbeitswelt), Antonia Beckmann (16) von der Wilhelm-Löhe-Schule Nürnberg mit "Aufbau und Programmierung des Minisatelliten Stardust" (Geo- und Raumwissenschaften), Tim Dürnberger (15), Franziska Göppel (15) und Ronahi Gürgöz (15) von der Betty-Staedtler-Mittelschule Wassertrüdingen mit "SmartBees – Das Digitale Bienenhaus" (Technik), Pius Dischinger (15) vom Willstätter-Gymnasium Nürnberg mit "Plastikmüll: Retten (Öko-) Kunststoffe die Welt?" (Biologie), Lara Kim Linke (17) vom Ohm-Gymnasium Erlangen mit "Beta-Carotin – Reaktionsprozesse und deren Fehlinterpretationen" (Chemie).

Auch in Oberfranken fand ein Regionalwettbewerb statt:


Forchheim: EGF-Schüler fahren zu Jugend forscht 

Stefanie Goebel Extra-Redaktion E-Mail

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