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Bitte nicht rülpsen!

Kinder lernen, wie man sich am Tisch benimmt - 28.04.2018 06:38 Uhr

Der Tisch ist gedeckt. Alle warten auf das Essen. Um die Kleidung zu schützen, wird die Serviette auf den Schoß gelegt. © Fotos: Stefanie Goebel


"Ihr haltet die Hand vor den Mund und lasst seitlich eine kleine Öffnung, durch die die Luft aus eurem Mund rauskommt", sagt sie und zeigt es den Kindern. "Wer pupsen muss, kneift entweder die Pobacken ganz fest zusammen oder geht schnell auf die Toilette."

In der "KinderKüche" Nürnberg lernen neun Kinder, wie man sich am Tisch verhält, wie man mit dem Besteck zeigt, dass man noch Nachschlag möchte und wie man einen Tisch für ein Drei-Gänge-Menü schön eindeckt. Außerdem dürfen die Acht- bis Zwölfjährigen das Essen auch selbst mit zubereiten.

Damit die Serviette hübsch aussieht, falten Paula (links) und Paulina einen doppelten Tafelspitz. (siehe Foto oben)


Die Freundinnen Coco und Paula, beide neun Jahre alt, sind zusammen zu dem Kurs "Küche – Tisch – Spielregeln" gekommen. Ihre Eltern sagen, dass die beiden "wie Bauern essen. Wir sollen lernen, wie man Messer und Gabel richtig hält", sagt Coco. "Ich habe in einem Hotel schon an einer Wassermelone geübt", meint Paula.

Die Besteckuhr

Als Erstes zeigt Kursleiterin Angelika Neumann den Kindern die Besteckuhr. Dafür bekommen sie einen Pappteller mit Zahlen. Messer und Gabel sind die Zeiger, die immer unterschiedlich liegen sollen – je nach Bedarf. Am Anfang ist die Gabel links neben dem Teller, das Messer rechts. "Das könnt ihr euch auch mit den letzten Buchstaben merken. Gabel hört mit l auf, das Wort links fängt mit l an", erklärt Angelika Neumann.

Wer noch Hunger hat, legt die Gabel auf die Uhrzeit 20 nach 8; das Messer liegt auf der Gabel. Wer beim Essen pausieren möchte, legt das Besteck ähnlich hin, aber ums Essen herum und nicht über Kreuz. Wer fertig ist, legt Messer und Gabel nebeneinander auf die Uhrzeit 20 nach 4.

Messer rechts, Gabel links

Und wie hält man das Besteck beim Essen richtig? Das Messer rechts, die Gabel links. Sie liegt zwischen Zeigefinger und Daumen auf und wird von den beiden Fingern festgehalten. Coco und Paula probieren das gleich aus.

Die Besteckuhr zeigt 20 nach 8: Paula (links) und Coco machen also eine Essenspause.


Außerdem dürfen die Kinder den Tisch decken: Für drei Gänge kommt die Gabel links vom Teller, das Messer rechts. Der Suppenlöffel liegt neben dem Messer. Und kleiner Löffel und Gabel für den Nachtisch sind oberhalb des Tellers angeordnet; die Gabel unten, ihr Griff zeigt nach links. Der Löffel oben drüber, sein Griff geht nach rechts.

Und die Gläser? Die stehen rechts oberhalb vom Teller, weil links die Salatschüssel platziert wird. Dann geht es ans Basteln: Die Serviette soll schließlich hübsch aussehen.

Während die eine Gruppe der Benimm-Trainerin lauscht, helfen die anderen in der Küche bei den Vorbereitungen für das Menü: Kartoffeln schälen, Schnitzel panieren, Obst klein schneiden, Salat machen.

Fleißige Helfer in der Küche: Alexander (hinten) und Leopold schälen die Kartoffeln für das Hauptgericht. Vorher Händewaschen nicht vergessen!


Auch in der Küche gelten ein paar Regeln, meint Küchenhelferin Tansu: "Hände waschen, Schürze anziehen, nicht herumrennen, den Probierlöffel nicht mehr verwenden und lange Haare zusammenbinden."

Beim gemeinsamen Essen achten dann alle auf gutes Benehmen. "Und wenn mir was nicht schmeckt?", fragt Sebastian, acht Jahre – natürlich nicht mit vollem Mund. Dann darf er es sagen und das Essen stehenlassen.

Der nächste Kurs ist am 16. Juni von 14.30 bis 17.30 Uhr in der "KinderKüche", Friedenstraße 11, Nürnberg. Anmeldung: Tel. 09 11 / 8 10 60 60.

Stefanie Goebel Extra-Redaktion E-Mail

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