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Die Tochter an Donald Trumps Seite

Ivanka ist Geschäftsfrau, Mutter und Beraterin des US-Präsidenten, aber wie viel Einfluss hat sie? - 16.08.2017 10:00 Uhr

Donald Trump ohne seine Tochter Ivanka? Kaum vorstellbar. Doch wie viel Einfluss hat die „First Daughter“? Kann sie ihren Vater mäßigen? Ein Großteil der Amerikaner hofft es. © Foto: Jim Watson/afp


So ganz genau weiß die Antwort auf die eingangs gestellten Fragen wohl niemand. Das ehemalige Model Ivanka Trump hat eine eigene Schmuck-Kollektion, die Aufsehen erregte, als einige Verkäufer sie nach der Präsidentenwahl aus dem Sortiment nahmen. Und ihre eigene Mode kam in die Schlagzeilen, als einige Menschenrechtler in China verschwanden, die ihre Fabriken kontrollierten.

Ivanka selbst studierte nach dem Besuch einer Elite-Schule in New York Wirtschaftswissenschaften und arbeitete später als Vizepräsidentin der Abteilung für Immobilien in der Trump Organization.

Als Donald Trump als Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika kandidierte, übernahm sie gemeinsam mit ihren Brüdern die Leitung der operativen Geschäfte der Firma. Nach dem Wahlsieg ihres Vaters begleitete sie ihren Vater allerdings überraschend nach Washington, anstatt die Leitung der Trump Organization zu übernehmen, wie allgemein vermutet und auch einst von Donald Trump angekündigt wurde.

Inzwischen hat die 35-Jährige ein eigenes Büro im Weißen Haus und ist offiziell zum "Assistant to the President" ernannt, ohne jedoch ein Gehalt zu beziehen. In diesem Amt als offizielle Beraterin des Präsidenten ist sie für Themen wie Gesundheit, Frauen und Gleichberechtigung zuständig – also für all die Themen, für die sich ihr Vater wenig bis gar nicht interessiert.

Ivanka Trump war neben Angela Merkel auf dem Womens20-Gipfel in Berlin und diskutierte mit der Königin der Niederlande und der kanadischen Außenministerin über die Benachteiligung von Frauen in der Arbeitswelt. Beim aufsehenerregenden G20-Gipfel in Hamburg vertrat sie ihren Vater sogar kurzzeitig am Haupttisch.

Ein wenig seltsam ist das schon: Warum darf diese Frau so viele wichtige Rollen in dem Präsidentschaftsstab der USA übernehmen? Fungiert sie als Marionette ihres Vaters? Oder hat sie wirklich die Macht, ihren Vater zu mäßigen?

Privat ist die 1981 geborene Ivanka seit 2009 mit Jared Kushner verheiratet, der ebenfalls als Politikberater tätig ist. Vor ihrer Hochzeit konvertierte Ivanka Trump zum Judentum, und nahm dabei den jüdischen Vornamen Yael an.

Laut eigenen Angaben hält die Familie – inzwischen hat das Paar zwei Söhne und eine Tochter – sich streng an die jüdischen Speisegesetze und die Vorschriften des Sabbats. Gemeinsam leben die fünf in New York, allerdings verbringt Ivanka Trump inzwischen viel Zeit in Washington, um ihren Vater zu unterstützen.

Zu ihrer Stiefmutter und öffentlichkeitsscheuen First Lady Melania hat sie ein sehr gutes Verhältnis. Häufig vertrat sie sie auch in offiziellen Auftritten als First Lady, weshalb sie in Analogie dazu als First Daughter bezeichnet wird. Auch zu der Tochter der Konkurrentin ihres Vaters im Wahlkampf, Chelsea Clinton, unterhält sie eine enge Freundschaft.

Im Wahlkampf trat Ivanka als starke Unterstützerin auf die Seite ihres Vaters, mäßigte aber dennoch einige radikale Aussagen Donald Trumps: Sie vermied beispielsweise sogar negative Kommentare gegen die Clintons oder distanzierte sich in einzelnen Themen auch von ihrem Vater.

Dabei wirkt sie so einflussreich, dass ein Großteil der amerikanischen Bevölkerung ihr zutraut, ihren Vater zu bändigen. Wie viel Einfluss diese "stille Schlüsselfigur", wie sie zum Teil bezeichnet wird, wirklich hat, ist allerdings schwierig zu sagen. Für mich bleibt unklar, welche Ziele Ivanka Trump verfolgt, und ob es ihr gelingen kann, die radikalen Pläne von Donald Trump zu mäßigen.

HELKE RÜDER

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