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Kamerafrauen und Bibliothekare: Welcher Beruf darf's sein?

Vier Beispiele zum Girls' und Boys' Day in der Region - 02.05.2017 16:28 Uhr

Tontechnikerin Kenda (links) und Kamerafrau Julia im Einsatz.

27.04.2017 © Stefanie Goebel


Beispiel 1 - Girls’ Day beim Bayerischen Rundfunk in Nürnberg: "Und Action!", sagt Kamerafrau Julia (15) und nimmt zum vierten Mal die Szene auf. Tontechnikerin Kenda (16) kümmert sich um den Ton, Expertin Katharina hilft ihr dabei. Die vier Mädchen vor der Kamera sitzen an einem Tisch und unterhalten sich über ihre Erfahrungen beim Girls’ Day. Plötzlich ist eine Jugendliche verschwunden. Wo steckt sie nur? Die Suche geht los.

Eine Stunde Zeit haben die sechs Mädchen, um einen kleinen Film zu drehen und sich in ihren neuen, ungewohnten Rollen zurechtzufinden. Im Anschluss wird das Video geschnitten. Der fertige Film wird dann in den Beitrag eingebaut, den sie zuvor im neuen TV-Studio des BR aufgezeichnet haben. In weiteren Stationen dürfen die Schülerinnen ein Hörspiel aufnehmen und im Online-Live-Blog über ihren Tag beim Fernsehen berichten. Hannah (15) ist begeistert. "Ich durfte im Fernsehstudio die Kamera bedienen. Das hat viel Spaß gemacht", sagt sie. Sie hat sich mit zwei Freundinnen beim Girls’ Day angemeldet und kann sich vorstellen, einmal Kamerafrau zu werden.

Die Mädchen schauen sich die Arbeit bei der Ploizei an.

27.04.2017 © Lothar Hoja


Beispiel 2 - Girls’ Day bei der Polizei in Erlangen: Kira heißt die Hündin von Polizeihundeführer Klaus Gumbrecht. Und der zeigt den 26 Mädchen, was Kira alles kann. Zum Beispiel ein kleines Päckchen Haschisch entdecken, das er zuvor an einem Auto versteckt hat. "Für sie ist das reines Spielen“, erklärt der Polizeioberkommissar, "sie hat natürlich keine Ahnung davon, dass sie den Betroffenen ins Gefängnis bringen kann, wenn sie was findet.“

Kira kommt zum Beispiel auch zum Einsatz, wenn die Polizei einen Einbrecher in einem Gebäude vermutet. "Wenn einer drin ist, dann findet sie ihn", sagt Gumbrecht., „Hunde können ganz fantastisch riechen." "Ich bin eher der Katzentyp", meint Rabea (14) nach der Vorführung. Ansonsten kann sie sich aber gut vorstellen, mal zur Polizei zu gehen, so wie sich ihr großer Bruder das auch gerade überlegt. Denn das Schießen mit Laserpistolen und die Besichtigung der Zellen haben ihr gut gefallen. Genauso wie Janina (14), die bei der Jugendfeuerwehr aktiv ist. "Solche Berufe interessieren mich", sagt sie, "sowas möchte ich unbedingt mal machen."

Sascha (vorne), Faris (Mitte) und Niclas schnuppern in den Beruf des Bibliothekars.

27.04.2017 © Lothar Hoja


Beispiel 3 - Boys’ Day in der Stadtbibliothek Erlangen: Unter "Bibliothekar" hatte sich Sascha jemanden vorgestellt, der Bücher in Regale räumt. "Das stimmt gar nicht", sagt die Bibliothekarin Sabine Heppe. Sie betreut Sascha, Faris und Niclas (beide 14). Das Einsortieren übernehmen nämlich Hilfskräfte. "Ein Bibliothekar ist heutzutage überwiegend im Internet unterwegs", erklärt Sabine Heppe, "und recherchiert Einzelheiten zu bestimmten Büchern, damit er die Nutzer informieren kann, die sich das Buch ausleihen möchten."

Also gibt sie den Jungs die Aufgabe: Findet möglichst viel über das Jugendbuch „Diebe im Olymp“ heraus. Damit sind die Drei einige Zeit beschäftigt. Autor: Rick Riordan, Hauptfigur: Percy Jackson, Alter: 12. Über die Handlung verraten wir hier nichts. Sascha interessiert sich für den Beruf, weil er "sehr viel und sehr gerne liest". Wenn er mal das Abi hat, gibt es Studiengänge wie Medien- und Informationsmanagement, mit denen er Bibliothekar werden kann. Es gibt aber auch die dreijährige Ausbildung zum Fachwirt für Medien- und Informationsdienste.

Fabian fragt den Kunden, ob das Fleisch recht ist.

27.04.2017 © Stefanie Goebel


Beispiel 4 - Boys’ Day bei der Metzgerei Walk in Nürnberg: "Guten Morgen!" - "Was darf es sein?" - "Gerne!" - "Danke und auf Wiedersehen!" Freundlichkeit ist das oberste Gebot für einen Metzgereifachverkäufer. Das haben Fabian (13) und Edwin (15) schnell raus. Sie dürfen sich gegenseitig bedienen, um am eigenen Leib zu spüren, wie das Verkaufen so läuft. Hilfe bekommen sie natürlich von Volker Zakel und Angelika Jäkel. "Ist dieses Fleisch in Ordnung?", fragt Fabian seinen Kunden. Der sagt ja und ist glücklich.

"Glückliche Kunden sind für mich am schönsten an meinem Beruf", sagt Volker Zakel. Er wollte eigentlich Metzger werden, ließ sich aber umstimmen, die Ausbildung zum Metzgereifachverkäufer zu machen. "Wir beginnen um 6 Uhr damit, die Theke zu präsentieren. Sobald ab 7.30 Uhr jedoch ein Kunde in den Laden kommt, sind alle anderen Arbeiten unwichtig.

Dann geht es nur um die Wünsche des Kunden", sagt er zufrieden. Fabian und Edwin gefällt die Arbeit in der Metzgerei gut. "Ich wollte mal hinter der Theke stehen", erzählt Fabian.

goe

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