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Schüler schnuppern Praxisluft bei der Firma Bosch

In einem Jahresprojekt bauen Achtklässler aus Heilsbronn Minimodelle - 20.08.2019 11:49 Uhr

Und auch Sandro, Elias und Ricco (von links) hatten Spaß an dem freiwilligen Jahresprojekt im Fach Physik. © Foto: Stefanie Goebel


Eine Lichterkette spannt sich von Baum zu Baum über das Festivalgelände, das schon gut besucht ist: Vor der Bühne mit den riesigen Lautsprechern tanzt das Publikum, am Getränkestand versorgen sich die Leute mit Drinks und am Eingang warten Türstehen auf weitere Besucher . . . Ein Open-Air-Konzert, wie es jeder von uns schon mal erlebt hat. Bloß: Die Veranstaltung spielt sich auf nicht mal einem Quadratmeter ab, die Menschen sind Lego-Figuren, nur die Lichter brennen, wenn man den Ein-Schalter drückt.

Achtklässler der Realschule Heilsbronn haben ihre Open-Air-Konzerte als Miniatur-Modelle gefertigt. Das Jahresprojekt im Fach Physik war eine freiwillige Leistung der Schüler, die Interesse daran hatten, mit der Firma Bosch in Ansbach zusammenzuarbeiten. "Das Projekt existiert seit 14 Jahren, am Anfang hatten wir eine kleine Zusammenarbeit, in der Bosch-Azubis ihre Ausbildungsberufe vorgestellt hatten und mit den Schülern Löt-Übungen machten", erzählt Physik-Lehrer Volker Kraft.

Besuch bei Bosch

Dann wurde die Kooperation ausgeweitet: In den vergangenen zehn Jahren sollten die Schüler in einem Jahresprojekt eigene Modelle zu einem bestimmten Thema bauen – nach dem Unterricht: Die Achtklässler denken sich ein Design aus, das sie mit den Bosch-Azubis besprechen und bei ihrem Besuch in der Firma technisch ausstatten. "Wir haben vor allem darüber diskutiert, welche Technik möglich ist", sagt der 14-jährige Leo. "Zum Beispiel gehören zu einem Open-Air-Konzert Lautsprecher und Lichterketten", ergänzt die 13-jährige Pia. "Und Flutlichter", fügt Paul (14) hinzu.

Timo, Tim und Felix (von links) halten stolz ihr Open-Air-Konzert mit extra VIP-Bereich in die Kamera. © Foto: Stefanie Goebel


Das Hauptziel des Projekts ist die Gruppenarbeit, meint Lehrer Kraft und weist darauf hin, dass die Schüler sich selbst organisieren und das benötigte Material kaufen müssen. "Der zweite Effekt ist, dass die Schüler die Firma Bosch kennenlernen, sich mit den Azubis unterhalten und etwas von der elektrotechnischen Fachrichtung mitbekommen."

Denn viele der Azubis seien vorher Schüler in Heilsbronn gewesen, die das Projekt kennen. "Und eine hohe Anzahl an Schülern wird von dem Unternehmen genommen", sagt Kraft erfreut. In seinem Physiksaal stehen noch einige Modelle aus den vergangenen Jahren: Sein Lieblingsobjekt ist der Elektrokoffer, den seine Schüler gestaltet haben und der regelmäßig im Unterricht eingesetzt wird. "Bosch war bei der Ausstattung sehr spendabel. Solche Koffer kosten sonst viel Geld."

Löten ist nicht schwierig

Jedes Team hatte einen Etat von 250 Euro für Material. Einige Schüler verwendeten jedoch alte Lego-Sachen aus ihrer Kindheit. "Wir haben hauptsächlich bei mir im Keller gebaut, da haben wir eine Werkstatt", erzählt Leo. Er kann sich vorstellen, ein Praktikum in dem Berufsfeld zu machen. Auch den Mädchen gefiel das Projekt. "Leider konnten wir die Drehscheibe im Boden nicht umsetzen", bedauert Sophia. Und das LED-Löten sei auch nicht schwierig gewesen, findet Lena.

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