Mittwoch, 18.09.2019

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Weihnachten im Ausland

Ein Schuljahr oder nach dem Abschluss in die weite Welt: - 24.12.2012 10:00 Uhr

Weihnachten im Ausland © nn


Andrea in Australien © privat


„Christmas Father“ in Australien

Sonne, Strand und T-Shirt-Wetter: Andrea Egelseer (18) aus Krottenbach bei Nürnberg wird ihr ganz anderes Weihnachten dieses Jahr in Australien verbringen.
Für ein halbes Jahr arbeite ich in Perth als Au Pair, danach reise ich noch die australische Ostküste entlang. Weihnachten werde ich dieses Jahr wohl in kurzer Hose feiern. Ob man da in Weihnachtsstimmung kommt?

Bei meiner Gastfamilie steht zwar schon seit einigen Wochen der Plastikbaum, aber der ist nicht wirklich schön geschmückt. Und auch wenn die Stadt Perth mit ein bisschen Dekoration versucht, Stimmung zu erzeugen, wirken Nikoläuse, Engel und Rentiere bei 28 Grad doch ziemlich fehl am Platz. Für mich gehören einfach der Schnee, die Kälte, das Schlendern über Weihnachtsmärkte und der Duft von frisch gebackenen Plätzchen dazu.

Am meisten werde ich es wohl vermissen, ganz viel Zeit mit meiner Familie zu verbringen. Aber natürlich bin ich auch auf das australische Weihnachten gespannt: Am 24. wird es wohl ein Barbecue am nahegelegenen Strand geben. Am Christmas Morning, also am 25., werden dann die Geschenke ausgepackt, die vom „Christmas Father“ in der Nacht vom 24. auf den 25. gebracht werden. Am Abend gibt es ein traditionelles Dinner mit allen nahen Verwandten meiner Gastfamilie.

Sicher wird es eine interessante Erfahrung, das Fest anders als gewohnt zu erleben. Da ich mich hier sehr wohl fühle, freue ich mich auf das andere Weihnachten – auch ohne Weihnachtsstimmung.

Protokoll: Katrin Heidenreich

Ina Timm in Florida © privat


Deko-Kitsch unter Palmen in Florida

Weihnachten wie im amerikanischen Film gibt’s für Ina Timm  (16). Nach dem Realschulabschluss verbringt die Nürnbergerin ein Schuljahr in Florida. Jeder kennt sie, die amerikanischen Weihnachtsfilme mit hohem Schnee, kitschiger Deko und Santa Claus. Ein Jahr in den USA zu verbringen, war für mich immer ein Traum – und auf das Weihnachtsfest habe ich mich besonders gefreut. Seit Ende Oktober sind alle Läden mit Weihnachtszeug bis unter die Decke vollgestopft, und das wirkt sehr bizarr, wenn man in kurzen Hosen rumspaziert.

Die Temperaturen sind nicht das Einzige, was anders ist: Es werden keine Adventssonntage gefeiert, und auch Adventskalender sind nicht verbreitet. Dafür leuchten alle Häuser schon nach Thanksgiving kunterbunt, und auch der Weihnachtsbaum hat dann seinen Platz in fast jedem Wohnzimmer gefunden. Es ist auch nichts Besonderes hier, aus dem Stand Santas Rentiere alle namentlich nennen zu können.Das Highlight in der Vorweihnachtszeit ist der so genannte „Black Friday“, der Freitag nach Thanksgiving, an dem alle Läden enorme Preisstürze haben und jeder seine Weihnachtsgeschenke einkaufen geht.

Das eigentliche Weihnachtsfest startet am „Christmas Eve“ am 24. Dezember mit einem großen Abendessen. Danach werden Weihnachtsgeschenke in der Familie ausgetauscht: Die Kinder geben sich untereinander und den Eltern Geschenke. In meiner Gastfamilie (Ich habe drei Gastgeschwister und mit der Jüngsten, Jaci, gehe ich zur Schule) ist es Tradition, dass die Kinder Pyjamas bekommen. Das Besondere in Florida: Santa Claus hat einen magischen Schlüssel, mit dem er ins Haus kommt – denn hier haben viele Häuser keinen Kamin, durch den er rutschen könnte. 
 

Claudia Lippmann in Irland © privat


Eisschwimmen im irischen Atlantik

Irische Weihnachten wird die 16-jährige Claudia Lippmann aus Nürnberg erleben. Im Sommer hat sie ihren Realschulabschluss gemacht, jetzt besucht sie noch ein Jahr die Schule im Westen Irlands.

Irland. Das Land, in dem mehr Schafe als Menschen leben. Und ich mittendrin! Heute Abend werde ich mit meiner Gastfamilie in die „midnight mass“ gehen. Natürlich dürfen wir auch nicht vergessen, die Socken am Kamin aufzuhängen. Ob sie wirklich gefüllt werden?

An jedem Haus wird zu Weihnachten ans Fenster eine Kerze gestellt, um Maria und Joseph willkommen zu heißen. Das Wichtigste ist allerdings, dass die Karotten für Rudolph, das Rentier, rausgestellt werden. Santa Claus bekommt Kekse und ein Guinness – zur Stärkung und als Dankeschön, dass er da war. Da mein Gastvater Tony einen echt Irischen Pub besitzt, ist das Guinness natürlich frisch gezapft!

Der 25. Dezember beginnt mit traditionellem Frühstück mit Bohnen, Black Pudding, Spiegelei, Sausage Rolls und Toast. Da ich in Westirland wohne, ist es nur ein Katzensprung zum Atlantik. Selbstverständlich also, dass alle Familien zum „Christmas swim“ gehen. Als Charity-Aktion schwimmt man zusammen mit Hundert anderen einige Minuten im eiskalten Wasser.

Zum Aufwärmen wartet zu Hause das Dinner, das so reichlich ist, dass man noch eine Woche später davon isst: Schinken, geröstete Kartoffeln, Mince Pies, Karrotten, Cranberry-Soße, Lachs und natürlich ein Truthan (der meist im eigenen Garten aufgewachsen ist). Der 26. ist St. Stephen’s Day: Alle stürmen die Pubs und mit irischer Musik klingt das Weihnachtsfest aus. „Nollaig Shona Dhuit“ oder „Merry Christmas everyone!“
 

Lena auf den Fidschi-Inseln © privat


Feiern auf den Fidschi-Inseln

Strand statt Schnee, Plastikbaum statt Nordmanntanne: Lena Braun (19) aus Nürnberg feiert Weihnachten auf den Fidschi-Inseln im Südpazifik.

Ich bin in Suva, der Hauptstadt der Fidschis, für dreieinhalb Monate als Teaching Assistant an einer Schule. Derzeit ist Regenzeit, es ist immer um die 35 Grad heiß und ziemlich schwül. Das komplette Gegenteil also zu Deutschland. Wenn man Nikolaus im Bikini am Strand verbringt und umgeben ist von Palmen, hat man eher Hochsommergefühle als Weihnachtsstimmung. Meine Familie hat mir ein Paket hier in die Südsee geschickt, in dem ein Adventskalender mit 24 Socken mit nützlichen Sachen drin war. Glühwein, Lebkuchen und der Geruch von Spekulatius fehlen mir trotzdem!

Wahrscheinlich werden wir hier an Weihnachten noch mehr essen, als ich es an normalen Tagen eh schon tue, denn Essen hat hier absolute Priorität. Bestimmt wird es auch die ein oder andere Kava-Zeremonie geben. Kava wird hier überall getrunken. Es schmeckt wie Erde mit Pfeffergeschmack und schaut auch aus wie Matsch. In Deutschland ist Kava verboten, weil man davon high werden kann. An Heiligabend werden wir sicher in die Kirche gehen, denn die Menschen sind hier sehr gläubig. Was mich erstaunt: Wir haben sogar einen Plastik-Weihnachtsbaum – keine Weihnachtspalme!

Protokoll: Katrin Heidenreich
 

Katharina Robitzkat in Kanada © privat


Mit Säge auf Baumjagd in Kanada

Christmas tree hunting, Knallbonbons und jede Menge Schnee – so hat Katharina Robitzkat (20) aus Erlangen vergangens Jahr die Weihnachtszeit und die Feiertage im kanadischen Vernon erlebt, wo sie ein Jahr die Highschool besuchte.

In puncto Vorfreude stehen die Kanadier ihren US-amerikanischen Nachbarn in nichts nach: Bereits Mitte November werden die ersten Vorbereitungen für das Fest getroffen. Besonders beliebt: Lebkuchenhausbauen mit befreundeten Familien und das Schmücken der Häuser mit Lichterketten in Neonfarben. Am kreativsten waren unsere australischen Nachbarn, die sich ein leuchtendes Känguru an die Tür hängten.

Je näher Weihnachten rückt, desto eifriger übertrumpfen sich die Kanadier darin, beim „Christmas tree hunting“ den schönsten Baum auszusuchen. Also bin auch ich mit meiner Gastfamilie in den Wald gefahren, um ein geeignetes Exemplar auszuwählen und per Motorsäge zu Fall zu bringen. Am Abend des 24. Dezembers haben wir den Gottesdienst in einer sehr liberalen Kirche besucht. Dort wurde die Weihnachtsgeschichte mit Hilfe einer Facebook-Unterhaltung zwischen Maria, Josef und den Hirten erzählt. Sehr unterhaltsam!

Zum Christmas-Dinner am zweiten Weihnachtsfeiertag erschienen sämtliche Verwandte und Freunde, für die wir stundenlang in der Küche schufteten. Neben Truthahn und Kartoffelbrei gehörte auch Eggnog, eine Eierpunschvariante, zu den aufgetischten Spezialitäten. Mein Weihnachtsfest in Kanada war so ereignisreich, dass ich nicht einmal Zeit hatte, Heimweh zu bekommen.


Klara-Annabell Stubenrauch in Neuseeland © privat


Eisschlecken in Neuseeland

Heiligabend in Neuseeland steht heute Klara-Annabell Stubenrauch (19) aus Altdorf bevor. Sie verbringt nach dem Abi gerade einige Monate in Auckland.

„Ateaora Chrismas under the pohutukawa tree“ dudelt es aus dem Radio, während die Neuseeländer voller Eifer den Tannenbaum schmücken. Es ist Anfang Dezember, und die Sonne brennt vom Himmel, denn 18 115 Kilometer entfernt von Nürnberg ist Sommerzeit. Die Klimaanlage läuft auf vollen Touren. Die Kiwikinder lassen sich jedoch von der Hitze nicht den Appetit auf die Schokoladentafeln im Adventskalender verderben.

Während Weihnachten in Deutschland eher behaglich und nur im Kreis der engsten Verwandten gefeiert wird, legen die Neuseeländer großen Wert auf Freunde. Ein Spaß für die Kinder sind die „Christmas Cracker“, Kracher in Form großer Bonbons, die man in Deutschland eher zu Silvester auf den Tischen legen würde. In der Stadt gibt es in der Vorweihnachtszeit viele Festivals und Santa-Paraden, die in Deutschland wohl Rosenmontagszüge heißen würden.

Weihnachtsmärkte und Glühweinstände sucht man hier leider vergeblich.
Wegen der hohen Temperaturen isst man in Neuseeland eher leichte Weihnachtsspeisen – und greift statt zum Christstollen lieber zu Eiscreme. Sehr beliebt ist aber Pavlova, eine mit Sahne und Früchten gefüllte Torte aus Baisermasse. Ein traditionelles Weihnachtsessen in Neuseeland ist glasierter Schinken mit Senfsoße. Weit verbreitet sind außerdem Barbecues am Strand.
 

 

 

  

nn

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