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Mittwoch, 03.03.2021

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Was macht Kunst mit unserem Gehirn?

Kunstpädagogen, Neurologen und Altersforscher starten gemeinsame Studie - 24.03.2011 18:45 Uhr

Was macht die künstlerische Betätigung mit unserem Gehirn? Das wollen Experten der Uni-Klinik Erlangen und der Psychogerontologie der Friedrich-Alexander-Universität wissen. Beteiligt an dem Projekt sind außerdem Kunstpädagogen.

24.03.2011 © KPZ


Was macht Kunst mit uns? Wie wirkt sie sich auf unser Wohlbefinden aus, auf unsere Kreativität, unsere Persönlichkeitsentwicklung, unsere Gehirnfunktionen? Mit diesen Fragen wollen sich die Forscher über drei Jahre hinweg beschäftigen. In Phase eins der Studie – insgesamt sind es fünf – sollen Menschen stehen, die sich am Scheideweg befinden, Menschen am Ende ihres Berufslebens, die vor neuen Herausforderungen stehen. Später wird es auch um junge Leute gehen, die gerade ins Berufsleben gestartet sind.

„Dass Kunst viele positive Effekte auf den Menschen hat, wissen wir aus Beobachtung und Erfahrung“, sagt Jessica Mack-Andrick, Kunsthistorikerin und stellvertretende Leiterin des Kunst- und Kulturpädagogischen Zentrums der Museen in Nürnberg (KPZ). „Welche Auswirkungen Musik auf den Menschen hat, ist schon in vielen Studien erforscht. Aber bisher gibt es keine wissenschaftlich fundierten Untersuchungen über die Auswirkungen Bildender Kunst. Wir befinden uns mit unserem Projekt deshalb am Anfang einer sehr spannenden Entwicklung.“

Neu sei auch die interdisziplinäre Herangehensweise. „Dass Neurologen, Psychologen und Kunstpädogogen zusammenarbeiten, gab es bislang noch nicht.“

Gesucht werden für die erste Phase der Studie 60 Teilnehmer im Alter zwischen 60 und 72 Jahren, die erst vor kurzem – höchstens vor drei Jahren – in Rente gegangen sind. Sie dürfen sich von Mai an über zweieinhalb Monate hinweg einmal wöchentlich (jeweils zwei Stunden) der Kunst widmen, unter fachkundiger Anleitung mit Materalien, Farben, Stilen und Techniken experimentieren. Vorgaben soll es nicht geben. „Die Bandbreite ist sehr groß. Wir wollen eine offene Atelieratmosphäre anbieten“, sagt Jessica Mack-Andrick. „Jeder soll spielerisch seinen eigenen Weg finden.“

Ein bisschen Pflichtprogramm muss der Wissenschaftlichkeit halber aber doch sein: Vor Beginn der Studie müssen sich die Teilnehmer an rund einstündigen Gesprächen und Tests in der Neurologie der Universitätsklinik Erlangen beteiligen. Davor müsse sich niemand fürchten, versichert Professor Dr. Frieder R. Lang, der das Institut für Psychogerontologie an der Friedrich-Alexander-Universität leitet. „Das Projekt ist auch für die Teilnehmer ein enormer Gewinn. Es birgt für jeden die Chance, etwas Neues zu entdecken.“ Erste Ergebnisse, fügt Professor Lang hinzu, könnten schon im Oktober vorliegen.

Wer an dem Projekt teilnehmen möchte, kann sich an Jennifer Scheel und Anne Bolwerk wenden, Tel. 09131/85-26832. E-Mail: scheel@geronto.uni-erlangen.de



 

Gabi Eisenack E-Mail

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