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Montag, 20.01.2020

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Romantisches Leuchten in der Altstadt

Der 71. Lichterzug der Nürnberger Kinder schlängelte sich am Donnerstagabend von der Fleischbrücke hoch zur Kaiserburg. Bei Erwachsenen wurden Erinnerungen geweckt. - 12.12.2019 21:56 Uhr

Sie trafen sich auf der Fleischbrücke. Erst als sich das Christkind Benigna Munsi an die Spitze der Menge stellte, dauerte es nicht mehr lange, bis sich der traditionelle Lichterzug in Bewegung setzte. © Foto: Eduard Weigert


Hier, rund 100 Meter vom Christkindlesmarkt entfernt, stellen sich Kinder und Erwachsene auf. In ihren Händen halten sie kleine und große Laternen, sie warten aufs Christkind. Als Benigna Munsi in ihrem Gewand auftaucht und sich mit Bürgermeister Klemens Gsell an die Spitze der Menschenmenge stellt, da dauert es nicht mehr lange, bis sich der 71. Lichterzug in Gang setzt.

Das Christkind mit Bürgermeister Klemens Gsell (links) umringt von Kindern. © Foto: Eduard Weigert


Alles funkelt, auch die Blicke von Groß und Klein. Die lange Schlange windet sich am Christkindlesmarkt vorbei, gerät ins Stocken. Das Christkind winkt wie die Queen, spricht mit jungen und älteren Besuchern der Stadt aus Holz und Tuch. Polizei und private Sicherheitskräfte sorgen vorne wie ein Pflug, dass der Weg frei ist. Ein Weg, der seit 1948, als Kinder zum ersten Mal mit bunten Lampions durch die vom Krieg zerstörte Altstadt zogen, derselbe ist. Das Ziel: die Kaiserburg. Am Rathaus vorbei, die Burgstraße hinauf sind die Straßenlaternen erloschen, um den Lampions die Lichter-Stimmung zu überlassen.

Selten ist die Fleischbrücke so gefüllt. Hier sammelten sich die Teilnehmer des Zuges. © Foto: Alexander Brock


Am Wegesrand erklingen Instrumente der Musikschule Nürnberg, die für weihnachtliche Klänge sorgen. Oben angekommen, direkt unterhalb der Burg, stimmt der Chor der Ludwig-Uhland-Schule gemeinsam mit dem Posaunenchor der Musikschule weihnachtliche Lieder an. Sie bilden den musikalischen Rahmen für das Krippenspiel dort oben, mit dem sich Schüler der Ludwig-Uhland-Schule seit Monaten befassen und jetzt vor den Augen der Menschenmenge präsentieren. "Die Proben in den Tagen vor sowie die Vorbereitung unmittelbar vor dem Auftritt auf der Burg sind für die Kinder spannend und außergewöhnlich", so Angelika Hofmockel, Leiterin der Uhland-Schule, gegenüber der Zeitung.

"Wow", sagt das Christkind, als es vom Burghügel auf das Lichtermeer hinunterblickt. "Hebt doch alle mal eure Laternen in die Höhe", fordert Benigna Munsi ihre Gefolgschaft auf, um dann gleich zum Krippenspiel überzuleiten.

Lampion-Träger auf dem Weg zur Kaiserburg. © Foto: Eduard Weigert


Bei Erwachsenen werden Erinnerungen wach, auch bei Julia. Sie ist Mutter von Zwillingen, Juliet und Valentin, die beide ihre Laternen fest in der Hand halten. "Oh! Das Christkind!", staunt Valentin und zupft am Mantel der Mama. Alle drei stehen sie hinter der Absperrung und schauen dem romantischen Spiel zu. "Es ist das erste Mal, dass meine Kinder das erleben", sagt sie. 20 Jahre lang lebte die gebürtige Fürtherin in Spanien. "Es war die Heimatverbundenheit, die mich zurückzog. Heute wohnen wir in Nürnberg." Das hier sei für sie ganz besonders mit Heimatgefühlen besetzt: "Als Kind war ich selbst Teil des Lichterzuges. Wenn ich das hier so sehe, tauchen bei mir die Erinnerungen daran auf."

Alexander Brock

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