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Run and Bike: Einzelkämpfer entdecken den Teamgeist

Rollentausch am rollenden Rad: Jedes Duo muss seinen Rhythmus finden - 13.09.2010

Heikler Wechselmoment: Wenn der Radler zum Läufer und der Läufer zum Radler wird. © Daut


Die Vorgabe klingt simpel: Zwei Sportler, ein Rad, einer läuft, einer radelt, es wird regelmäßig gewechselt und der Abstand darf nie zehn Meter überschreiten. Soweit die Theorie, die Praxis birgt Tücken. Wer bestimmt zum Beispiel die Wechsel? „Der Fahrer! Der Läufer ist zu sehr mit sich beschäftigt“, sagt Sibylle Altenburg. „Der Läufer sagt an“, widerspricht Hannes Schmidt, „er ist der Teamchef.“ Zum Glück starten die beiden nicht in einem Duo, obwohl gemischte Teams beim Run and Bike durchaus erlaubt sind.

Nürnbergs Laufikone Schmidt hat beim VfL Triteam in Thomas Hofmann einen Mitstreiter gefunden, kurz vor dem Start proben sie den fliegenden Wechsel, immer wieder der heikelste Moment: Absteigen, laufen, Rad festhalten, Partner übernimmt das Rad, steigt auf, gibt Gas. Die schnellsten Teams werden am Ende alle 30 Sekunden die Rollen getauscht haben. Das allein hört sich wenig gemütlich an, und tatsächlich preschen die rund 50 Duos teilweise rasant über den Altstadtkurs. „Im Grunde macht der Läufer zehn 400-Meter-Sprints“, sagt Hofmann, die Sieger Dorian Wagner und Lukas Storath brauchen 28 Minuten für die AchtKilometer-Strecke — inklusive Burgberg.

Schmidt und Hofmann werden Zweite, „schwierig, aber schön war’s“, sagt Schmidt nach seiner Run & Bike-Premiere. Das Jedermann-Rennen ist nichts für den routinierten Triathleten, „für die Strecke bin ich ein zu schlechter Radfahrer“. Der neue Wettkampf hingegen hat ihn gereizt, bieten sich den Ausdauersportlern doch kaum Gelegenheiten, als echte Teams zu starten. Gut, es gibt Staffeln, aber auch da ist jeder auf der Strecke allein im Kampf gegen die Uhr. Beim Run & Bike hingegen funktioniert es nur gemeinsam, das gefällt offenbar vielen Triathleten, Marathonläufern – und Paaren.

Also kein sportlich angehauchtes Gaudi-Rennen? Dorian Wagner verzieht keine Miene, doch sein Kommentar kommt kurz und knapp: „Das ist für mich die härteste Wettkampfveranstaltung.“ Ein Projekt mit Zukunft, das hofft auch Veranstalter Michael Krell, der im April erstmals rund um den Tiergarten den Duathlon der etwas anderen Art ausgerichtet hatte. Noch tummeln sich bunte Vögel im Feld, die mit ihren selbstbemalten Trikots auffallen, aber die Mehrheit trägt schon jetzt High-Tech und gut definierte Muskeln. Die Triathleten könnten rasch das neue Segment für sich entdecken, vermutet Wagner, „als Vorbereitungswettkämpfe im Frühjahr“. Zeit genug also, bis dahin auch die Chef-Frage zu klären.

Ulrike Assmann

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