Parallelgesellschaften entstanden

Schulen ohne Aufsicht: Staatsregierung hat ihre Hausaufgaben nicht gemacht

Mitarbeiterportrait
Anne Kleinmann

E-Mail zur Autorenseite

24.11.2021, 05:55 Uhr
Auch wenn es längst keine Mehrheit ist, gibt es seit der Pandemie einige Eltern, die ihre Kinder nicht mehr in den Regelunterricht bringen. 

Auch wenn es längst keine Mehrheit ist, gibt es seit der Pandemie einige Eltern, die ihre Kinder nicht mehr in den Regelunterricht bringen.  © Michael Weber IMAGEPOWER via www.imago-images.de, imago images/Michael Weber

Beim Thema Schule hat die Bayerische Staatsregierung viel zu lange geschlafen. Test- oder Maskenverweigerer wurden bisher wie Langzeit-Erkrankte behandelt. Das heißt, die Kinder bekamen zwar Unterrichtsmaterial, zum Präsenzunterricht mussten sie aber nicht erscheinen. Einige Eltern nutzten diese Regelung über Monate hinweg, ohne Konsequenzen fürchten zu müssen. Diese Nachlässigkeit rächt sich nun.

Kinder sind die Opfer

Entstanden sind dadurch Parallelgesellschaften, in denen Corona-Maßnahmen abgelehnt werden und die staatliche Schulpflicht offenbar keiner Rolle mehr spielt. Unterrichtet wird stattdessen privat, in Lerngruppen oder gar eigenen Schulen ohne jegliche behördliche Aufsicht. Wozu das führen kann, zeigte die illegale Reichsbürger-Schule in Oberbayern.

Opfer des Ganzen sind die Kinder, die zwischen der Handlungslosigkeit des Staates und der Instrumentalisierung ihrer Eltern zerrieben werden. Sie zurück ins System zu integrieren, muss nun höchstes Ziel der Behörden sein. Dafür braucht es nicht nur klare Konsequenzen für Querdenker-Eltern, sondern auch ein stringentes Vorgehen beim Schulbetrieb in Coronazeiten überhaupt.

2 Kommentare