Die besten Tier- und Naturfotos 2021

So berührend schön haben Sie die Welt noch nie gesehen

Reiseredakteur Matthias Niese
Matthias Niese

Magazin am Wochenende / gute reise

E-Mail zur Autorenseite

18.10.2021, 09:45 Uhr
In die Kamerafalle von Zack Clothier ist dieser Braunbär getappt. Der hat neugierig die Überreste eines Hirsches beäugt, die ein noch größerer Grizzly abgenagt hat.
 

In die Kamerafalle von Zack Clothier ist dieser Braunbär getappt. Der hat neugierig die Überreste eines Hirsches beäugt, die ein noch größerer Grizzly abgenagt hat.   © Zack Clothier/Wildlife Photographer of the Year

Sie können in die Natur hinausgehen und einfach alles knipsen, was Sie schön finden. Um die Zerbrechlichkeit unserer Welt und ihrer tierischen Bewohner zu zeigen, bedarf es jedoch viel mehr.

Mindestens einer guten Kamera, mit der Sie sich bestenfalls gut auskennen, sowie einiger fotografischer Grundkenntnisse. Außerdem benötigen Sie einen geschulten Blick, der das passende Motiv erkennt und eine Portion Kreativität, es in Szene zu setzen. Das Ganze gemixt mit viel Glück für den richtigen Moment und der Intuition, dann auch tatsächlich auf den Auslöser zu drücken.

Das Siegerfoto des Gesamtwettbewerbs - ein Zackenbarsch-Weibchen und seine Verehrer im Liebestanz.

Das Siegerfoto des Gesamtwettbewerbs - ein Zackenbarsch-Weibchen und seine Verehrer im Liebestanz. © Laurent Ballesta/Wildlife Photographer of the Year/PA Media/dpa

Das Wichtigste aber sind bei Natur- und Tierfotografie Geduld und die Bereitschaft, sich auch an die abwegigsten Orte der Welt zu begeben. Dann sind Sie sogar bereit, ein preiswürdiges Foto zu schießen und bei einem Wettbewerb einzureichen.

So wie bei diesem Bild: Ein weiblicher Zackenbarsch und sein Gefolge aus Männchen schießen aus einer milchigen Wolke von Eiern und Samen heraus, die tief unter Wasser von Lampen angestrahlt kurz die Dunkelheit aufbricht.

Kurz zuvor hatte sich das Weibchen noch am Meeresboden ausgeruht, beobachtet von seinen abwartenden Verehrern. Plötzlich schnellte es empor und zog eine Schleppe aus unzähligen Eiern hinter sich her. Das dominante Männchen, das sich seinen Status über Wochen erkämpft hatte, befruchtete die Eier, doch überall schossen seine Rivalen wie Feuerwerkskörper an die Wasseroberfläche. Nach einer halben Stunde war das jährliche Laichen der Getarnten Zackenbarsche am Fakarava-Atoll in Französisch-Polynesien beendet.

Diese Chance hat man nur einmal im Jahr

Es findet nur um den Vollmond im Juli herum statt. Fünf Jahre kam Laurent Ballesta hierher, tauchte Tag und Nacht, um dieses eine Foto zu schießen. Nach Einbruch der Dunkelheit gesellten sich Hunderte von Grauen Riffhaien dazu und rissen viele der fast einen Meter langen Zackenbarsche in Stücke. Dann kam der Moment für das perfekte Bild, Sekunden später wurden die befruchteten Eier von der Strömung erfasst und ins offene Meer hinausgetragen.

Als "Naturfotograf des Jahres" 2021 wurde der Franzose Laurent Ballesta für dieses "eindrucksvollste und denkwürdigste Foto des Wettbewerbs Wildlife Photographer of the Year" gekürt. Wir finden, dass auch andere Fotos diesen Preis verdient hätten und zeigen Ihnen unsere Auswahl.

Der Wettbewerb prämiert herausragende künstlerische Aufnahmen aus der Natur. Unter zehntausenden Teilnehmern – darunter Amateure und Profis, Nachwuchstalente und berühmte Fotografen – werden die Bilder ausgewählt. Darunter Pflanzenporträts, Fotos von Unterwasserwelten, Tierfotografien oder Luftaufnahmen. Das Natural History Museum London lobt den Preis alljährlich aus.


Die hundert besten Bilder finden Sie im Band "Wildlife Fotografien des Jahres" (Portfolio 31, Knesebeck, 35 Euro) – ausgewählt aus 50.000 Einsendungen, eingeschickt aus 25 Ländern.

Keine Kommentare