Bitterer Flutlichtabend in Nürnberg

1:2 gegen Werder: Der nächste Rückschlag für den Club

Fadi Keblawi
Fadi Keblawi

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5.11.2021, 20:56 Uhr
Am Ende hatte der SV Werder Bremen die Punkte im Sack: Club verliert im heimischen Max-Morlock-Stadion mit 1:2.

Am Ende hatte der SV Werder Bremen die Punkte im Sack: Club verliert im heimischen Max-Morlock-Stadion mit 1:2. © Sportfoto Zink / Daniel Marr, Sportfoto Zink / Daniel Marr

In den 121 Jahren seit seiner Gründung hat der 1. FC Nürnberg eigentlich alles schon erlebt: Meisterschaften, Pokalsiege, Abstiege und Aufstiege. Mitunter feiern sie im Max-Morlock-Stadion trotzdem noch Premieren. Am Freitagabend eine, auf die alle Beteiligten hätten verzichten können. Erstmals in ihrer gemeinsamen Geschichte trafen sich der Club und der SV Werder Bremen zu einem Zweitligaspiel.

Es war für die Gäste eine schönere Erfahrung. Der Club lag nach dem Treffer von Nikola Dovedan zwar lange in Führung, verlor durch zwei späte Gegentreffer am Ende aber verdient mit 1:2 (1:0).

Begonnen hatte die Mannschaft von Trainer Robert Klauß beinahe in der Erfolgsformation der zurückliegenden Wochen. Asger Sörensen spielte nach seinem Jochbeinbruch von Darmstadt mit einer Maske, Erik Shuranov ersetzte im Angriff Manuel Schäffler. Einzig Tom Krauß hatte es nach seiner Gehirnerschütterung aus dem Pokalspiel gegen den Hamburger SV nur auf die Ersatzbank geschafft.

Dovedan trifft per Kopf

Die Erfolgsformation hatte es am Anfang aber schwer gegen bislang nicht sonderlich überzeugende Bremer, die Partie bloß auf Platz zehn stehend angingen. Werder machte das Spiel und der Club brauchte einiges Glück und einen wieder gut aufgelegten Torwart Christian Mathenia, um die erste Viertelstunde einigermaßen schadlos zu überstehen.

Nach zehn Minuten und einem Doppelpass der Bremer Angreifer Marvin Ducksch und Niclas Füllkrug verhinderte Mathenia gegen Ducksch erstmals einen Rückstand. Eine Übung, die ihm fünf Minuten später gegen den Versuch von Jean-Manuel Mbom aus elf Metern erneut überzeugend gelang.

Auf der anderen Seite gelang dem Club mit der ersten Möglichkeit die Führung. Taylan Duman durfte nach 19 Minuten von der rechten Seite in Ruhe flanken und in der Mitte durfte Nikola Dovedan erstaunlicherweise mit noch größerer Ruhe per Kopf das 1:0 erzielen.

Es war das sinnbildlich für die bisherige Saison der Erstliga-Absteiger aus Bremen, denen die Effizienz abgeht. Die nun munteren Nürnberger hätte ihre Führung hingegen vier Minuten später beinahe ausgebaut, aber ein Schuss von Duman wurde auf der Linie noch artistisch gestoppt.

Schleimer vergibt

Danach übernahm wieder Werder die Kontrolle, konnte aber trotz der ein oder anderen Gelegenheit am Ergebnis nichts mehr ändern bis zur Pause. Als die vorbei war, hatte der Club zweimal gewechselt. Tom Krauß ersetzte Duman, Lukas Schleimer durfte sich anstelle von Shuranov versuchen.

An der grundsätzlichen Richtung des Spiels aber änderte sich wenig. Werder blieb spielbestimmend und Romano Schmid machte mit seinem Schuss aus acht Metern nach 54 Minuten den Anfang – erneut hielt Mathenia.

Werder wollte sich in Nürnberg ganz offensichtlich die Saison endlich und mit Wucht zu seiner machen, der Club aber hielt dagegen und kam seinerseits zu Gelegenheiten: Geis aus der Distanz (63.) und Valentini aus halbrechter Position im Strafraum verfehlten das Ziel nur knapp.
Füllkrug trifft per Kopf

Füllkrug gleicht aus

Es wurde nun alles noch ein wenig wilder in einer sowieso schon intensiven Partie. Ein Freistoß von Ducksch landete nach 70 Minuten am Außenpfosten, Lukas Schleimer lupfte zwei Minuten später alleine vor Torwart Pavlenka den Ball neben das Tor.

Es war die Gelegenheit für Nürnberg, das Spiel glücklich zu entscheiden. Stattdessen kam Bremen verdient zum Ausgleich, weil Niclas Füllkrug an alter Wirkungsstätte per Kopf tatsächlich einmal Mathenia überwinden konnte.

Es war für die tapferen Nürnberger spätestens jetzt ein richtig anstrengender Abend. In der Offensive fanden die Gastgeber nun kaum noch statt, in der Defensive mehrten sich die Fehler. Die Folge: Der eingewechselte Bittencourt traf zwei Minuten vor dem Ende mitten ins Herz der Nürnberger und sicherte so den Bremern den Auswärtssieg. Es war der nächste Rückschlag für den Club in kurzer Zeit – und das unschöne Ende dieser Premiere im Max-Morlock-Stadion, die nur Werder in guter Erinnerung behalten wird.

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