Der Fehlstart gegen Paderborn

Chancen-Frust beim FCN? Der Trainer schimpft und verzeiht

Fadi Keblawi
Fadi Keblawi

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16.1.2022, 09:53 Uhr
Der letzte Akt: Asger Sörensen vergibt mit der letzten Chance und nicht ganz perfekter Schusshaltung den späten Ausgleich.

© Daniel Karmann, dpa Der letzte Akt: Asger Sörensen vergibt mit der letzten Chance und nicht ganz perfekter Schusshaltung den späten Ausgleich.

In Zeiten der Pandemie und der damit einhergehenden Kontaktbeschränkungen schickt der Pressesprecher des 1. FC Nürnberg nach Spielen der zweiten Fußball-Bundesliga Sprachnachrichten auf die Mobiltelefone der interessierten Journalisten. Zu hören sind dann die Stimmen ausgewählter Spieler, die ihre Einschätzung zu den 90 Minuten abgeben. Nach dem 1:2 des Clubs gegen den SC Paderborn war das wieder so. Zu hören waren unter anderem die Spieler Mats Möller Daehli, Fabian Nürnberger und Christina Mathenia. Nicht zu hören waren Manuel Schäffler und Asger Sörensen.

Bei allem Respekt vor Nürnberger, Möller Daehli und Mathenia wäre es diesmal tatsächlich interessanter gewesen, wenn man hätte hören können, was Sörensen und Schäffler so zu sagen hatten zu ihrem Arbeitstag. Der Angreifer Manuel Schäffler hätte diese Partie gegen Paderborn nämlich auf einen anderen Weg bringen können, wenn er in der 15. Minute die eher einfache Angreiferübung, den Ball aus kurzer Distanz ins Tor zu köpfeln, zu einem erfolgreichen Ende gebracht hätte. Hatte er aber nicht. Und der Innenverteidiger Asger Sörensen hätte spät in der Nachspielzeit den Nürnberger Nachmittag noch einigermaßen retten können, wenn er die eher untypische Innenverteidigerübung, den Ball aus kurzer Distanz ins Tor zu schießen, zu einem erfolgreichen Ende gebracht hätte. Hatte er aber nicht.

"Niemand macht das mit Absicht"

Es waren neben allerlei anderen Unzulänglichkeiten also zwei vergebene Großchancen, über die mit Blick auf den Club am Samstagnachmittag gesprochen werden musste. Das sah Trainer Robert Klauß ähnlich, wollte aber weder Schäffler noch Sörensen einen wirklichen Vorwurf machen. "Ich verzeihe jedem das Auslassen einer Großchance", sagte Klauß also, "das macht ja niemand mit Absicht."

Damit hat Klauß natürlich recht, trotzdem waren die vergebenen Möglichkeiten ärgerlich, weil sie verhinderten, dass zumindest ein Punkt den Nürnbergern am Ende eines Spieltages zu Buche stand, der schlecht begonnen hatte. Im ersten Pflichtspiel des Jahres 2022 begannen die Gastgeber die Partie sehr zurückhaltend. "Wir haben die Bälle zu leicht weg gegeben und haben nicht mutig genug ins Zentrum gespielt, obwohl die Räume da waren", sagte Klauß über die erste Halbzeit, an deren Ende die Gäste trotzdem nicht mit 2:0 hätten führen müssen, es aber taten.

Die Anführer müssen raus

Zweimal wirkte die Nürnberger Defensive unsortiert kurz vor der Pause, zweimal traf Paderborn. Zumindest der zweite Treffer durch Felix Platte hätte nicht sein müssen, fand Klauß. So war die Aufgabe für den zweiten Durchgang eine einigermaßen anspruchsvolle. Der Club löste sie engagiert, am Ende aber eben nicht erfolgreich. Das lag auch daran, dass einige vermutete Stützen dieser Mannschaft am Samstag nicht auf dem höchsten Niveau gearbeitet hatten. "Auf einigen Positionen waren wir heute nicht gut", sagte Klauß. Welche Positionen er gemeint hatte, ließ sich anhand der Auswechslungen relativ gut erraten. Es mussten früh in der Partie die Führungsspieler Johannes Geis, Enrico Valentini und eben Schäffler in die Kabine.

Es kamen jüngere Kräfte und es wurde etwas besser. "Die Reaktion in der zweiten Halbzeit" habe ihm gefallen, sagte Klauß zurecht, "die Einwechselspieler haben belebend gewirkt." Grundsätzlich war aber natürlich auch Klauß nicht zufrieden mit diesem Nachmittag, an dem sie sich "mehr vorgenommen" hatten. Das hatte etwas mit dem Zutrauen ins eigene Spiel zu tun, das nicht sonderlich ausgeprägt war: "In den Phasen, in denen wir mutig waren, waren wir gut", sagte Klauß. Und: "In den Phasen, in denen wir zögerlich waren, waren wir schlecht."

Am Ende hatten diese Phasen leider überwogen, weshalb auch Mathenia noch einmal warnen durfte per Sprachnachricht: "Wir haben in dieser Saison schon eine Entwicklung genommen", sagte der erneut starke Torwart, "wir müssen in der Rückrunde aber auch eine nehmen." Trotz der Niederlage ist ihnen das immer noch zuzutrauen.

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