Lob vom Gegner

Club: Der absolute Favorit braucht noch Zeit

26.7.2021, 06:00 Uhr
Sorry, Manuel: Robin Hack tröstet seinen Sturmpartner.

Sorry, Manuel: Robin Hack tröstet seinen Sturmpartner. © Timm Schamberger, dpa

Seit einem Jahr sind Robin Hack und Manuel Schäffler jetzt Mannschaftskollegen beim 1. FC Nürnberg. Es dürfte also der eine relativ gut wissen, was der andere kann und was nicht. Was Robin Hack also über Manuel Schäffler wissen könnte: Dass der ein sogenannter Strafraumstürmer ist und ob seiner Statur vielleicht auch im Kopfballspiel besser ist als der eher von seiner Qurirligkeit lebende Hack.

Als am Sonntagnachmittag sich aber der Club gegen Erzgebirge Aue mühte, aus der eigenen Überlegenheit endlich ein Tor entstehen zu lassen, da hatte Hack dieses wichtige Hintergrundwissen einfach vergessen. 67 Minuten waren gespielt und Hack sowie Schäffler gerade erst seit kurzer Zeit eingewechselt, da segelte eine Hereingabe von Tim Handwerker erstaunlich gefährlich in den Auer Strafraum. Dort standen: Hack und Schäffler. Hack freute sich, köpfte ungefährlich - und nahm so dem besser postierten Schäffler die Chance zur Führung.

Am Ende blieb es auch deshalb beim 0:0 und beim Club durften sich alle ärgern, dass sie ihre guten Ansätze wegen Fehler wie diesem nicht veredelt hatten. Jeden der Beteiligten, den man nach dem Spiel fragte, musste deshalb in Variationen dieselbe Antwort geben. Die nämlich, dass sie im letzten Drittel des Platzes einfach zu oft die falsche Entscheidung getroffen hatten. In der 67. Minuten eben Hacks Entscheidung, sich plötzlich selbst als Kopfballspieler zu sehen.

"Wenn man flankt", sagte Handwerker später, "dann schon eher um Schäffler zu finden." Es ist das die erste Lektion, die Hack aus diesem Spiel lernen kann: Wenn in Zukunft in den Strafraum geflankt wird, dann ist eher nicht er gemeint. "Wir haben nicht immer die richtige Entscheidung getroffen", sagte auch Trainer Robert Klauß nach dem Spiel, "aber dafür ist es ja auch der erste Spieltag." Soll heißen: Das kann alles noch besser werden. Und wirklich schlecht war der Auftritt der Nürnberger ja auch nicht, eher schon recht gut für so einen ersten Spieltag, an dem das erste Mal klar wird, wo man ungefähr steht mit den eigenen Fähigkeiten.

So schlecht, das zeigte die Partie gegen Aue, steht der Club in dieser Saison nicht da. In der Defensive passierte fast nichts, in der Offensive sehr viel - wenn auch nicht immer zielgerichtet. "Lasst euer Herz auf dem Platz", hatte Klauß seinen Spielern vorab mitgegeben. Das taten die auch, vergaßen dann aber manchmal das Hirn. "In den letzten 15 Minuten haben wir etwas kopflos gespielt", sagte Klauß. Bei Hack wäre das schon in der 67. Minute eine gute Idee gewesen.

So sahen die endlich wieder im Stadion versammelten Zuschauer zum Comeback ein Nullzunull. Wirklich unzufrieden musste damit niemand sein. Zumal die Zukunft golden ist, zumindest wenn man dem Auer Trainer glauben darf. Aliaksei Shpileuski jedenfalls gab nach der Partie zu, dass Aue hatte "leiden müssen". Und schloss dann mit einer Prognose, die Klauß etwas erschrecken ließ: "Wir haben gegen einen absoluten Favoriten in der Liga gespielt. Ich bin überzeugt, dass Nürnberg am Ende auf einem der ersten drei Plätze landet." Sie müssen sich halt nur noch besser kennen lernen.


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