Gegnercheck

Club empfängt Paderborn: Warum sich der Ex-Spitzenreiter im Sinkflug befindet

Uli Digmayer
Uli Digmayer

Sportredaktion

E-Mail zur Autorenseite

13.11.2022, 06:00 Uhr
Vom Eigengewächs zum Leitwolf: Ron Schallenberg hat beim SC Paderborn eine bemerkenswerte Entwicklung genommen.

© David Inderlied/dpa Vom Eigengewächs zum Leitwolf: Ron Schallenberg hat beim SC Paderborn eine bemerkenswerte Entwicklung genommen.

So ist die Lage:

Bis zum 13. Spieltag stand der so blendend in die Saison gestartete SC Paderborn auf einem direkten Aufstiegsplatz, grüßte lange Zeit sogar als Spitzenreiter und zog zudem nach einem Elfmeterkrimi gegen Bundesligist Werder Bremen (7:6) ins Achtelfinale des DFB-Pokals ein. In den vergangenen Wochen allerdings wurde der einstige Bundesligist zusehends entzaubert. Einem mageren 0:0 in Braunschweig folgten Niederlagen gegen den Hamburger SV (2:3) und in Heidenheim (0:3), woraufhin Trainer Lukas Kwasniok ernüchtert einräumte, man habe gesehen, dass sein Team eben „keine Spitzenmannschaft“ sei. Eine peinliche 0:2-Heimpleite gegen das bis dato auswärts sieglose Schlusslicht Bielefeld (0:2) am Dienstag ließ den pomadig und ausgelaugt wirkenden Sportclub nun sogar auf Platz fünf abrutschen. "Der SC Paderborn ist reif für die Winterpause", urteilte die "Neue Westfälische".

Top & Flop:

Mit 34 Treffern stellt der SC trotz aktueller Ladehemmung immer noch die Torfabrik der Liga – was vor allem am brandgefährlichen Offensivtrio Robert Leipertz, Marvin Pieringer (je sieben) und Felix Platte (sechs) liegt, aber auch an einer insgesamt recht torhungrigen Mannschaft: Bereits elf Profis gelang es, den Ball im gegnerischen Netz unterzubringen.

Im Tor ist Jannik Huth eine Bank, allerdings ist der Stammkeeper nach seiner Roten Karte gegen Bielefeld zum Vorrundenausklang gesperrt. Nun muss Leopold Zingerle ran. Der gebürtige Münchner, der in der Saison 2015/16 für die zweite Mannschaft der Spielvereinigung Greuther Fürth auflief, hatte den erkrankten Huth bereits zuvor in Heidenheim vertreten, bei der 0:3-Niederlage aber eine eher unglückliche Figur abgegeben (kicker-Note 5,0).

Im Fokus:

2009 wechselte Ron Schallenberg vom Paderborner Stadtteilverein SV Marienloh zum Sportclub und hat sich dort inzwischen vom hoffnungsvollen Eigengewächs bis zum unumstrittenen Leitwolf hochgearbeitet. Der 24-jährige Kapitän gilt als einer der besten Sechser der Liga und soll laut „Sport Bild“ sogar das Interesse des niederländischen Europa-League-Teilnehmers Feyenoord Rotterdam geweckt haben. Einem Wechsel in der Winterpause hat der Verein allerdings bereits einen Riegel vorgeschoben. Schallenberg, dessen Vertrag noch bis 2024 läuft, dürfte seine Geburtsstadt frühestens nach dieser Saison verlassen.

Die Bilanz:

War bis zur vergangenen Saison aus Sicht des 1. FC Nürnberg makellos: Alle vier Zweitliga-Partien sowie ein Pokalspiel hatte der Club bis dato gegen die Ostwestfalen gewonnen. Dann allerdings riss die kleine Serie: Einer Punkteteilung in Paderborn (2:2) folgte im Januar dieses Jahres eine ärgerliche 1:2-Heimniederlage.

Man kennt sich:

Nur vom Hörensagen – zwischen beiden Vereinen gibt es aktuell keine personellen Querverbindungen.

Und sonst so?

Dass Lukas Kwasniok ein mitunter etwas eigenwilliger Zeitgenosse sein kann, ließ sich bereits bei den Diskussionen um seine zunächst verweigerte Corona-Impfung erahnen. Jüngst avancierte der Nachfolger des kaum weniger exzentrischen Steffen Baumgart nun zum Internet-Meme, weil er den Elfmeterkrimi im Pokalspiel gegen Bremen völlig ungerührt in seiner Coaching-Zone auf einem Gartenstuhl sitzend verfolgte. Danach zeigte sich der 41-Jährige allerdings umso mehr in Partylaune: "Ich weiß nicht, wieviel die Jungs heute trinken, ich auf jeden Fall mehr."

Verwandte Themen


4 Kommentare