Torwartwechsel im DFB-Pokal

Club in Ulm: Klauß setzt auf Klaus

5.8.2021, 15:17 Uhr
Bewährungschance für den Ersatzmann: Im Pokalspiel in Ulm darf Carl Klaus das Club-Tor hüten.

Bewährungschance für den Ersatzmann: Im Pokalspiel in Ulm darf Carl Klaus das Club-Tor hüten. © Sportfoto Zink / Wolfgang Zink, Sportfoto Zink / Wolfgang Zink

5000 Zuschauer erlebten am 26. August 2001 im Donaustadion bei hochsommerlichen Temperaturen eine der - zumindest vom Papier her - größten Überraschungen in der Geschichte des DFB-Pokals. Allerdings hatten sich die Wege beider Vereine erst kürzlich getrennt. Während der Club wieder mal in die Bundesliga aufgestiegen war, mussten die Ulmer nach dem Abstieg aus der Zweiten Liga wegen finanzieller Probleme Insolvenz anmelden und in der Verbandsliga einen Neuanfang wagen.

Gegen überheblich wirkende Gäste, die nach einem Fehlstart in der Bundesliga bereits unter Druck standen, hatte Gerold Skowranek die Ulmer in der 25. Minute mit einem satten 20-Meter-Schuss in Führung gebracht. Stoicho Stoilov gelang zwar noch vor der Pause der Ausgleich (40.), nach einer Stunde aber machte Dragan Trkulja durch einen umstrittenen Elfmeter die Sensation perfekt - und den Club zur Lachnummer der Nation. „Da verstehst du die Welt nicht mehr“, sollte der damalige Trainer Klaus Augenthaler später gestehen. Um diese "sehr, sehr bittere Niederlage" zu verdauen, habe er „zwei, drei Tage mindestens“ gebraucht.

Aue und Frankfurt als Mahnung

Nürnbergs aktueller Trainer Robert Klauß kennt dieses dunkle Kapitel in der Vereinschronik natürlich, mag sich damit aber gar nicht groß beschäftigen - weil beide Mannschaften nun mal nichts zu tun haben mit denen von vor 20 Jahren, aber auch, weil als dezente Mahnung ein Blick auf die jüngere Vergangenheit vollkommen genügt. "Man muss sich nur die Ulmer Pokalergebnisse der letzten Jahre anschauen, dann sieht man, dass da namhafte Gegner ausgeschieden sind", befand Klauß mit Blick auf Erstrundenerfolge gegen Erzgebirge Aue (2:0) und den damaligen Titelverteidiger Eintracht Frankfurt (2:1).

Auch in dieser Saison sei Ulm "definitiv ein Top-Team der Regionalliga, das oben mitspielen möchte". Und deshalb will der Coach die Partie im Donaustadion vor über 9000 Zuschauern, darunter rund 600 Club-Fans, auch so konzentriert und vorbereitet angehen, "als wenn es unser drittes Punktspiel wäre. Wir machen da überhaupt keinen Unterschied zum Liga-Betrieb". Denn anders als im Vorjahr, als mit RB Leipzig gleich zu Beginn ein schier übermächtiger Gegner im Max-Morlock-Stadion aufkreuzte, soll das Abenteuer in diesem "supercoolen Wettbewerb" (Klauß) diesmal etwas länger dauern: "Für einen Zweitligisten ist es essentiell, die erste Runde zu überstehen".

Verzichten muss Klauß in Ulm neben Noel Knothe auch auf Robin Hack. Der U21-Nationalspieler, der nach Informationen der "Bild"-Zeitung von Arminia Bielefeld und Borussia Mönchengladbach umworben wird, befindet sich nach seinem grippalen Infekt noch im Aufbautraining. Zudem bekommt Innenverteidiger Florian Hübner eine Verschnaufpause, um seine malade Schulter endlich richtig auskurieren zu können. "Wir müssen schauen, dass wir da mal eine Woche Ruhe reinbekommen", erklärte Klauß.

An Hübners Stelle darf Christopher Schindler seine Pflichtspielpremiere im Club-Trikot feiern, "das war aber eh schon seit zwei Wochen so geplant gewesen", verriet der Trainer. Gleiches gilt für Ersatzkeeper Carl Klaus, der im Pokal gemäß Absprache den Vorzug vor Christian Mathenia erhält, "weil beide Torhüter in der Vorbereitung auf Augenhöhe waren", wie Klauß betonte.

Krätschmer nach Saarbrücken

Für Pius Krätschmer hingegen hat man am Valznerweiher keine Verwendung mehr: Der 24-jährige Defensivspieler, der es in der vergangenen Saison lediglich auf drei Kurzeinsätze gebracht hatte, wechselt in die 3. Liga zum 1. FC Saarbrücken, wo er sich vergangene Woche im Probetraining für einen Zweijahresvertrag empfehlen konnte. „Für Pius wäre es in dieser Saison noch schwerer geworden, auf Einsatzzeiten in der Lizenzmannschaft zu kommen. Für ihn ist es aber wichtig, zu spielen. Deshalb ist der Wechsel auch der logische und richtige Schritt“, ließ sich Sportvorstand Dieter Hecking auf der Homepage zitieren.

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