Schäffler/Lohkemper melden sich zurück

Club: Komplimente für das andere Sturm-Duo

2.8.2021, 05:59 Uhr
Wollte nur

Wollte nur "etwas hinbringen, was den Ball Richtung Tor bringt": Manuel Schäffler (links) wählte den rechten Fuß, das 2:1 für Nürnberg. © Sportfoto Zink / Wolfgang Zink, Sportfoto Zink / Wolfgang Zink

Am Tag danach hatten alle vier wieder Dienst auf dem Platz. Zum Spielersatztraining muss beim 1. FC Nürnberg, wer am Tag davor gar nicht oder nicht länger als 45 Minuten Zweitliga-Fußball zeigen durfte. In Paderborn waren Erik Shuranov und Dennis Borkowski in der ersten Halbzeit im Einsatz, Manuel Schäffler und Felix Lohkemper in der zweiten. Also jeweils: 45 Minuten.

Der interne Vergleich der beiden Angriffsduos ging klar an die Stamm-Besetzung früherer Tage; Schäffler und Lohkemper halfen entscheidend mit, die Begegnung am Freitagabend zu drehen, konnten den späten Ausgleich aber ebenfalls nicht verhindern. Von einem möglicherweise bevorstehenden Personalwechsel ganz vorn wollte der Trainer trotzdem nicht viel wissen.

"So muss es auch sein, wenn Spieler reinkommen", sagte Robert Klauß auf der Pressekonferenz nach dem 2:2, "sie müssen zeigen, dass sie besser sind als die, die gestartet sind." Zumindest am Freitagabend in Paderborn waren sie das, viel besser sogar, "in der ersten Halbzeit waren wir körperlich nicht präsent, vor allem in der ersten Linie vorne."

Klares Foul

Shuranov gewann immerhin einen seiner maximal zwei Zweikämpfe, Borkowski jeden siebten. Einen verlor er allerdings auch nur, weil ihn sein Widersacher Uwe Hünemeier vor dem Eckstoß zum 0:1 einfach über den Haufen rannte. Ein klares Foul, nicht geahndet von Schiedsrichter Sven Jablonski und seinem Video-Assistenten im Kölner Keller.

Der, was selbst Regel-Experte Klauß neu war, gar nicht eingreifen durfte. Weil, so Jablonskis Erklärung hinterher, "der Ball noch nicht ausgeführt war". Davor ist somit erlaubt, was den Feld-Referees durchrutscht. "Heimlich zu foulen und zu hoffen, dass es keiner sieht", wie Klauß meinte, könne es aber ja wohl auch nicht sein.

Wieder etwas gelernt und nicht die letzte Erkenntnis für Nürnbergs Trainer am Freitagabend. Mats Möller Daehlis immense Bedeutung für das Club-Spiel war ihm schon vorher bekannt und merkte man am Freitagabend auch, als er eine Viertelstunde vor Schluss wegen einer sich anbahnenden Muskelverletzung vorsorglich vom Feld geholt werden musste.

Möller Daehli angeschlagen

"Schade in dem Moment, weil er gut drin war, weil wir über ihn viel eingeleitet haben, weil er sehr aktiv war", fand Klauß. Und weil der Norweger glänzend mit Schäffler und Lohkemper harmonierte. Das 2:1 des bulligen Mittelstürmers bereitete er mit präziser Hereingabe vor und hatte auch sonst viele gute Einfälle. Sein bester wäre wahrscheinlich gewesen, wenn er noch das 3:1 aufgelegt oder selbst erzielt hätte.

Lohkemper knallte die Kugel an den rechten Pfosten, knapp vorbei ist auch daneben. Sein Comeback nach über sieben Monaten geriet ihm dennoch beeindruckend, im Verbund mit Schäffler sorgte er für gewaltige Unruhe. "Das war gut", lobte auch ihr Chef, "Cheffe macht das Tor, hat viele Situationen in der Box." Und wenn Lohkemper "den einen reinhaut, sind wir sehr zufrieden".

Hat er aber nicht. So waren sie ziemlich unzufrieden, dass es wieder nur ein Punkt geworden ist, trotz Führung. Weiter ungeschlagen, weiter sieglos. Erste Halbzeit miserabel, zweite Halbzeit ordentlich. Aber jetzt zumindest wieder mit mehr Alternativen in der Offensive. "Wir haben immer gesagt, dass wir vorn eine gute Auswahl haben, auch verschiedene Spielertypen", sagt Klauß, ohne sich bereits festlegen zu wollen, wer am Samstag im Erstrundenpokalspiel in Ulm anfangen darf.

Nicht nur Schäffler hätte da eine Idee. "Jeder kennt mein Spiel, weiß, wo ich meine Stärken habe", sagte er nach Dienstschluss und meinte den Strafraum. Genau da hätten sie in der zweiten Halbzeit genug Chancen gehabt, "wo wir den letzten vernichtenden Ball spielen müssen". Wie das geht, zeigten die Paderborner in der 85. Minute. Und hatten Schäffler und Lohkemper in der vergangenen Saison gezeigt, als sie sich in nur neun gemeinsamen Einsätzen fünf Tore gegenseitig aufgelegt hatten.

"Ich glaube, dass wir uns sehr gut ergänzt haben", das sagte Schäffler schon vor einigen Monaten. Dass sie sich immer noch sehr gut ergänzen, konnte man am Freitagabend sehen.


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