Meisterlich, FCN!

Umschwärmtes Haxn-Dynamit: Die Club-Meister von 1961 im Porträt

23.6.2021, 11:33 Uhr
Die achte seiner neun Meisterschaften gewann der 1. FC Nürnberg am 24. Juni 1961 mit einem 3:0-Endspielsieg über Borussia Dortmund in Hannover, vor exakt 60 Jahren also. 
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1961! Rot-Schwarzer Meisterjubel

Die achte seiner neun Meisterschaften gewann der 1. FC Nürnberg am 24. Juni 1961 mit einem 3:0-Endspielsieg über Borussia Dortmund in Hannover, vor exakt 60 Jahren also.  © imago sportfotodienst via www.imago-images.de

Bis auf Roland Wabra (geboren in Prag, aufgewachsen in Unterreichenbach) und Stefan Reisch (als Donauschwabe geboren in Ungarn, aufgewachsen in Ansbach) sind oder waren sie allesamt gebürtige Franken. 
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Ein fränkischer Feiertag

Bis auf Roland Wabra (geboren in Prag, aufgewachsen in Unterreichenbach) und Stefan Reisch (als Donauschwabe geboren in Ungarn, aufgewachsen in Ansbach) sind oder waren sie allesamt gebürtige Franken.  © imago sportfotodienst

Von den 14 Spielern, die zum Meisterteam gehörten, sind neun bereits gestorben.
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Grüße in den Fußbalhimmel

Von den 14 Spielern, die zum Meisterteam gehörten, sind neun bereits gestorben. © Imago / Zink

Heini Müller aus Roth war 1961 mit 27 Jahren der nach Max Morlock älteste Spieler. Der sympathische Meistermacher (rechts) stellt die Meister vor.
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Und jetzt? Die Vorstellung!

Heini Müller aus Roth war 1961 mit 27 Jahren der nach Max Morlock älteste Spieler. Der sympathische Meistermacher (rechts) stellt die Meister vor. © Imago/kicker/Zink

Rolli war kein fliegender Torwart, er hatte ein ausgezeichnetes Stellungsspiel und war ein sehr guter Fußballer - ein spielender Torwart wie früher unser Heiner Stuhlfauth oder heute Manuel Neuer vom FC Bayern. Im Training hat er lieber im Feld gespielt als im Tor. Im Spiel war er aufbrausend ehrgeizig, danach ein lieber, freundlicher Mensch.
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Roland Wabra (geboren 1935, gestorben 1993)

Rolli war kein fliegender Torwart, er hatte ein ausgezeichnetes Stellungsspiel und war ein sehr guter Fußballer - ein spielender Torwart wie früher unser Heiner Stuhlfauth oder heute Manuel Neuer vom FC Bayern. Im Training hat er lieber im Feld gespielt als im Tor. Im Spiel war er aufbrausend ehrgeizig, danach ein lieber, freundlicher Mensch. © imago sportfotodienst

Paul war ein ruhiger, gemütlicher Mann. Aber sauschnell im Antritt und einer der vier Großen beim Schafkopf: Wenauer, Strehl, Hilpert, Derbfuß. Dass er die Heilsarmee unterstützt hat, haben wir erst bei seiner Beerdigung erfahren - weil die mit einer Kapelle zum Friedhof kam.
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Paul Derbfuß (geboren 1937, gestorben 2015)

Paul war ein ruhiger, gemütlicher Mann. Aber sauschnell im Antritt und einer der vier Großen beim Schafkopf: Wenauer, Strehl, Hilpert, Derbfuß. Dass er die Heilsarmee unterstützt hat, haben wir erst bei seiner Beerdigung erfahren - weil die mit einer Kapelle zum Friedhof kam. © Imago / Ferdi Hartung

Helmut war eisenhart als Verteidiger, ein legendäres Spiel hat er gegen Helmut Rahn gemacht, den zweifachen Torschützen des WM-Finales von 1954. Rahn wollte nie wieder gegen unseren Helmut spielen, hieß es. Wir hatten 1961 noch klassische Verteidiger, für die an der Mittellinie das Spielfeld beendet war.
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Helmut Hilpert (geboren 1937, gestorben 1997)

Helmut war eisenhart als Verteidiger, ein legendäres Spiel hat er gegen Helmut Rahn gemacht, den zweifachen Torschützen des WM-Finales von 1954. Rahn wollte nie wieder gegen unseren Helmut spielen, hieß es. Wir hatten 1961 noch klassische Verteidiger, für die an der Mittellinie das Spielfeld beendet war. © Imago / Otto Krschak

Der Joe war ein guter Stürmer, für den vorne aber kein Platz mehr war. So ist er nach rechts hinter Max Morlock gerückt und hat ihm den Rücken freigehalten. Er war ein sehr guter Fußballer und später in Herzogenaurach der Jugend-Trainer von Lothar Matthäus.
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Josef Zenger (geboren 1935)

Der Joe war ein guter Stürmer, für den vorne aber kein Platz mehr war. So ist er nach rechts hinter Max Morlock gerückt und hat ihm den Rücken freigehalten. Er war ein sehr guter Fußballer und später in Herzogenaurach der Jugend-Trainer von Lothar Matthäus. © Imago / Ferdi Hartung

Schuhgröße 47! Der Nandl hatte durch seine Größe den perfekten Überblick und hat hinten gestanden wie ein Fels. Ich war mit 67 Kilogramm ja ein Reh, wenn mich ein Gegenspieler einmal hart anging, hat sich der Nandl für mich revanchiert. Er konnte hart spielen, blieb aber immer fair.
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Ferdinand Wenauer (geboren 1939, gestorben 1992)

Schuhgröße 47! Der Nandl hatte durch seine Größe den perfekten Überblick und hat hinten gestanden wie ein Fels. Ich war mit 67 Kilogramm ja ein Reh, wenn mich ein Gegenspieler einmal hart anging, hat sich der Nandl für mich revanchiert. Er konnte hart spielen, blieb aber immer fair. © Imago / Horstmüller

Steff war einer der Jungen, die frisches Blut in die Mannschaft gebracht haben. Er hatte eine gute Ballbehandlung und war überhaupt technisch sehr begabt. Vor und nach jedem Training hat er noch für sich selbst geübt, er war ehrgeizig - und immer lustig.
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Stefan Reisch (geboren 1941)

Steff war einer der Jungen, die frisches Blut in die Mannschaft gebracht haben. Er hatte eine gute Ballbehandlung und war überhaupt technisch sehr begabt. Vor und nach jedem Training hat er noch für sich selbst geübt, er war ehrgeizig - und immer lustig. © Imago / Zink

Der Gustl war nicht groß, aber er hatte Dynamit in den Haxn. Seine Schusskraft war gewaltig. Auch einer der Jungen, die uns richtig gut getan haben. Wenn unsere Jugend zweistellig gewonnen hat, hat Gustl meistens acht Tore erzielt.
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Gustav Flachenecker (geboren 1940, gestorben 2021)

Der Gustl war nicht groß, aber er hatte Dynamit in den Haxn. Seine Schusskraft war gewaltig. Auch einer der Jungen, die uns richtig gut getan haben. Wenn unsere Jugend zweistellig gewonnen hat, hat Gustl meistens acht Tore erzielt. © Imago / Horstmüller

Ich habe ihn über alles geschätzt und gemocht. In einem Satz: Max war ein ganz feiner Kerl. Er hat sich nie anmerken lassen, dass er Weltmeister war, er hat alles für die Mannschaft getan. Ein Vorbild für uns alle, ich bin dankbar, dass ich acht Jahre lang neben ihm spielen durfte.
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Max Morlock (geboren 1925, gestorben 1994)

Ich habe ihn über alles geschätzt und gemocht. In einem Satz: Max war ein ganz feiner Kerl. Er hat sich nie anmerken lassen, dass er Weltmeister war, er hat alles für die Mannschaft getan. Ein Vorbild für uns alle, ich bin dankbar, dass ich acht Jahre lang neben ihm spielen durfte. © Imago / Pressefoto Baumann

Unser Heinz... der Markus Wasmeier des Fußballs, groß, blond, kräftig, gutaussehend - er hätte zehn oder mehr Frauen haben können, er war sehr umschwärmt. Sein Riecher für Tore, mit dem Kopf oder dem Fuß, war legendär. Ich erinnere mich an ein Werbeplakat aus der Metzgerei seiner Eltern, Heinz mit dem Messer an der Fleischtheke und dazu die Worte: So möchte ich den Gegner zerlegen.
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Heinz Strehl (geboren 1938, gestorben 1986)

Unser Heinz... der Markus Wasmeier des Fußballs, groß, blond, kräftig, gutaussehend - er hätte zehn oder mehr Frauen haben können, er war sehr umschwärmt. Sein Riecher für Tore, mit dem Kopf oder dem Fuß, war legendär. Ich erinnere mich an ein Werbeplakat aus der Metzgerei seiner Eltern, Heinz mit dem Messer an der Fleischtheke und dazu die Worte: So möchte ich den Gegner zerlegen. © Imago / Ferdi Hartung

Manche haben gesagt, er müsste robuster sein, er spielt wie ein Südamerikaner. Naja, ich habe Jahre meiner Kindheit in Peru verbracht, weil mein Vater dort gearbeitet hat. Ich war halt gern mit dem Ball unterwegs. Mein Traum, für den Club spielen zu dürfen, ist wahr geworden.
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Heini Müller (geboren 1934)

Manche haben gesagt, er müsste robuster sein, er spielt wie ein Südamerikaner. Naja, ich habe Jahre meiner Kindheit in Peru verbracht, weil mein Vater dort gearbeitet hat. Ich war halt gern mit dem Ball unterwegs. Mein Traum, für den Club spielen zu dürfen, ist wahr geworden. © Imago / Horstmüller

Kurtla, unser Linksaußen. Wir haben uns die Zungen aus dem Hals gerannt, der Kurt hat sich vorne herumgedrückt und die Tore geschossen. Ich erinnere mich an einen schönen Spruch von ihm: Heiner, Fußball ist wie Biathlon, hat er mir gesagt, wer nicht trifft, muss viel laufen, wer trifft, läuft weniger. Aber er hatte gute Beine.
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Kurt Haseneder (geboren 1942)

Kurtla, unser Linksaußen. Wir haben uns die Zungen aus dem Hals gerannt, der Kurt hat sich vorne herumgedrückt und die Tore geschossen. Ich erinnere mich an einen schönen Spruch von ihm: Heiner, Fußball ist wie Biathlon, hat er mir gesagt, wer nicht trifft, muss viel laufen, wer trifft, läuft weniger. Aber er hatte gute Beine. © Imago / Bernd Müller

Tasso hatte sich vor dem Endspiel verletzt, sonst hätte er wahrscheinlich auf Halblinks gespielt und ich auf Linksaußen. Ein Jahr später hat er sich belohnt - als Siegtorschütze beim 2:1-Erfolg im DFB-Pokalfinale gegen Fortuna Düsseldorf.
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Tasso Wild (geboren 1940, im Endspiel nicht dabei):

Tasso hatte sich vor dem Endspiel verletzt, sonst hätte er wahrscheinlich auf Halblinks gespielt und ich auf Linksaußen. Ein Jahr später hat er sich belohnt - als Siegtorschütze beim 2:1-Erfolg im DFB-Pokalfinale gegen Fortuna Düsseldorf. © kicker / Horstmüller

Heinz hat schöne Pässe gespielt und gute Freistöße geschossen. Im Meisterjahr hatte ihn die Jugend um Steff Reisch abgelöst, aber es war gut, ihn dabeizuhaben. Auf dem Platz spielte er rechts von mir, am Stammtisch saß er links von mir.
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Heinz Kreißel (geboren 1934, gestorben 2021, im Endspiel nicht dabei)

Heinz hat schöne Pässe gespielt und gute Freistöße geschossen. Im Meisterjahr hatte ihn die Jugend um Steff Reisch abgelöst, aber es war gut, ihn dabeizuhaben. Auf dem Platz spielte er rechts von mir, am Stammtisch saß er links von mir. © Imago/kicker/Zink

Er war unheimlich schnell, Richard konnte als Linksaußen oder als Rechtsaußen spielen und aus allen Lagen Tore schießen. Wir hatten schon beim TSV Roth gemeinsam gespielt und dann jahrelang beim Club. Ein Jahr nach der Meisterschaft gehörte er zur Pokalsiegermannschaft von 1962.
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Richard Albrecht (geboren 1936, im Endspiel nicht dabei)

Er war unheimlich schnell, Richard konnte als Linksaußen oder als Rechtsaußen spielen und aus allen Lagen Tore schießen. Wir hatten schon beim TSV Roth gemeinsam gespielt und dann jahrelang beim Club. Ein Jahr nach der Meisterschaft gehörte er zur Pokalsiegermannschaft von 1962. © kicker / Otto Krschak